Lenovo setzt mit KI-Agent Qira auf integrierte Intelligenz

Lenovo erzielt im dritten Quartal 2024 einen Umsatzsprung von 18 Prozent, angetrieben durch starkes KI-Wachstum, und stellt den KI-Agenten Qira für eine vernetzte Geräteerfahrung vor.

Lenovo verzeichnet Rekordumsätze durch seine KI-Strategie und stellt mit dem persönlichen Assistenten „Qira“ die Weichen für eine vernetzte Geräte-Zukunft. Der Tech-Konzern meldete für das dritte Quartal 2024 einen Umsatzsprung von 18 Prozent auf 20,3 Milliarden Euro – angetrieben durch ein Plus von 72 Prozent im KI-Geschäft.

Die Zahlen unterstreichen den erfolgreichen Strategiewechsel des weltgrößten PC-Herstellers. Fast ein Drittel des Gesamtumsatzes stammt mittlerweile aus KI-bezogenen Segmenten. Der bereinigte Nettogewinn stieg sogar um 36 Prozent auf 539 Millionen Euro. „Die Ära der KI-Geräte ist nicht nur im Kommen, sie ist bereits profitabel“, lautet die Botschaft aus dem Hause Lenovo.

Finanzkraft stützt den KI-Kurs

Alle großen Geschäftsbereiche verzeichneten zweistellige Zuwächse. Die Intelligent Devices Group (IDG), zu der PCs und Smartphones zählen, steigerte ihren Umsatz um 14 Prozent auf rund 14,6 Milliarden Euro. Die Infrastruktursparte ISG erreichte mit 4,8 Milliarden Euro einen Rekord und ein Plus von über 30 Prozent.

Trotz steigender Komponentenkosten und volatiler Lieferketten nutzte Lenovo seine operative Größe, um die Dynamik aufrechtzuerhalten. Diese finanzielle Bestätigung untermauert die Strategie, KI noch tiefer in die Premium-Produktlinien zu integrieren – ein Ansatz, der für deutsche Konkurrenten wie SAP im Softwarebereich oder die Telekom bei Cloud-Lösungen ebenfalls zentral ist.

Qira: Der unsichtbare Assistent für alle Geräte

Auf seiner Tech-World-Veranstaltung in Neu-Delhi präsentierte Lenovo das Herzstück dieser Strategie: den persönlichen KI-Agenten „Qira“. Er soll als „ambientale KI“ im Hintergrund von Lenovo-PCs und Motorola-Smartphones arbeiten und Kontext, Erinnerungen und Nutzerverhalten verstehen.

Im Gegensatz zu befehlsbasierten Assistenten will Qira proaktiv unterstützen. Ein Nutzer könnte eine Aufgabe am Laptop beginnen und nahtlos auf dem Smartphone fortsetzen, ohne den Kontext zu verlieren. In Demonstrationen zeigte das System, wie es Dateien basierend auf dem Zusammenhang statt exakter Keywords findet und Informationen über verschiedene Anwendungen hinweg zusammenfasst.

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Lenovo bringt Qira auf Motorola‑Smartphones — und damit fließen noch mehr persönliche Daten und Kontexte aufs Gerät. Wer ein Android‑Gerät nutzt, sollte seine Sicherheit nicht dem Zufall überlassen: Ein kostenloses Sicherheitspaket erklärt die 5 wichtigsten Schutzmaßnahmen für Android‑Smartphones – von sicherer App‑Auswahl bis zum Schutz von Online‑Banking und Messenger‑Daten, verständlich und mit Schritt‑für‑Schritt‑Anleitungen. Gratis-Sicherheitspaket für Android sichern

Premium-Hardware als KI-Träger

Das Qira-Ökosystem läuft auf einer neuen Generation von KI-fähiger Premium-Hardware. Dazu zählen die auf der CES 2026 vorgestellten „AI PCs“ der ThinkPad- und Yoga-„Aura Edition“. Diese Geräte sind für KI-Workloads direkt auf dem Device ausgelegt.

Die Strategie erstreckt sich auch auf die Mobilsparte: Motorola verzeichnete im letzten Quartal Rekordzahlen bei Absatz und Aktivierungen. Neue Motorola-Flaggschiffe werden als integraler Teil des KI-Ökosystems positioniert, auf dem Qira als „Motorola Qira“ erscheint. Lenovo baut damit eine vertikal integrierte Plattform auf, die eine geschlossenere Nutzererfahrung als bei Wettbewerbern bieten soll.

Die Hybrid-KI als Wettbewerbsvorteil

Lenovos Ansatz basiert auf „Hybrid AI“. Diese Architektur kombiniert die Leistung cloud-basierter KI-Modelle mit der Privatsphäre und Geschwindigkeit der On-Device-Verarbeitung. Indem Agenten wie Qira direkt auf PCs und Telefonen laufen, kann das System personalisiertere Hilfe bieten, ohne sensible Daten ständig in die Cloud zu senden.

Der Konzern treibt KI umfassend voran – von persönlichen Geräten bis zu Unternehmenslösungen mit seinen Plattformen Agentic AI und Lenovo xIQ. Diese Ende-zu-Ende-Strategie, von KI-Servern bis zum Smartphone, positioniert Lenovo, um Wertschöpfung in der gesamten KI-Landschaft zu erfassen. Die Herausforderung wird sein, Verbraucher vom Nutzen dieses integrierten Ökosystems gegenüber den etablierten Systemen von Apple und Google zu überzeugen.

Ausblick: All-in auf eingebettete Intelligenz

Lenovo setzt voll auf eine Zukunft, in der KI keine bloße Anwendung, sondern eine eingebettete Schicht der Computererfahrung ist. Die erfolgreiche Einführung und Akzeptanz von Qira auf neuen Premium-PCs und Motorola-Telefonen wird ein entscheidender Test für diese Vision sein.

Bei einem stabilen PC-Marktanteil von über 25 Prozent und wachsender Dynamik in der Mobilsparte hat Lenovo eine massive Nutzerbasis für seine neuen KI-Technologien. Das kommende Jahr wird entscheidend sein, um den Übergang vom Verkauf hardwarebasierter KI-Funktionen zum Verkauf einer vereinheitlichten, intelligenten Computererfahrung zu meistern.