Angesichts weltweit rückläufiger Liefermengen im Computermarkt richten führende Bildschirmhersteller ihren Fokus verstärkt auf die Tandem-OLED-Technologie. Um die Nachfrage im lukrativen Premium-PC-Segment anzukurbeln, investieren die Branchengrößen in neue Fertigungsverfahren und mehrschichtige Panel-Architekturen.
Wandel im schrumpfenden Gesamtmarkt
Während der Gesamtmarkt für PCs unter Druck steht, verzeichnet das margenstarke Oberklasse-Segment deutliche Zuwächse. Laut Gartner sinken die weltweiten PC-Auslieferungen in diesem Jahr voraussichtlich um 10,4 Prozent, während die PC-Preise um 17 Prozent steigen.
Im zweiten Quartal legten die US-PC-Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr zwar um 1,0 Prozent zu, der erzielte Umsatz stieg jedoch um 13,1 Prozent. Geräte unter 699 US-Dollar verzeichneten dabei ein Minus von 6,5 Prozent, wohingegen Systeme über 1500 US-Dollar um 36,8 Prozent zulegten. Der durchschnittliche Verkaufspreis in den USA stieg um 12 Prozent und kletterte erstmals über die Marke von 1000 US-Dollar.
Die Nachfrage nach modernen Bildschirmen verschiebt sich entsprechend. Omdia prognostiziert für das laufende Jahr weltweit 23,95 Millionen ausgelieferte OLED-Panels für Monitore und Notebooks, was einem Anstieg von 55,6 Prozent entspricht.
Die gesamten Panel-Lieferungen für Monitore und Notebooks belaufen sich demnach auf 397,89 Millionen Einheiten, ein Rückgang von 0,4 Prozent im Jahresvergleich. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Counterpoint Research ein Wachstum der OLED-Notebook-Displaylieferungen von 50 Prozent, während der gesamte Markt für Notebook-Displays um 3 Prozent schrumpfen soll.
Bei fortschrittlichen Notebook-Displays wird für 2026 ein Zuwachs von 11 Prozent erwartet, wobei OLED einen Marktanteil von 75 Prozent erreichen soll, verglichen mit 56 Prozent im Jahr 2025. Bis 2030 prognostiziert Counterpoint ein jährliches Liefermengenwachstum von 26 Prozent sowie ein Umsatzplus von 35 Prozent bei OLED-Notebook-Panels.
Technologischer Wettlauf zwischen LG Display und Samsung
Um den Anforderungen an Helligkeit und Haltbarkeit im PC-Bereich gerecht zu werden, bauen die Produzenten ihre Architekturen aus. LG Display hat Tandem-OLED bereits 2019 kommerzialisiert und fertigt entsprechende Notebook-Panels seit 2024 in Serie.
Die Aperturquote bei Laptop-Panels soll laut Herstellerangaben von 42 auf 65 Prozent steigen — je nach Auslegung bedeutet das 1,6-mal mehr Helligkeit, 2,4-mal längere Lebensdauer oder 13 Prozent weniger Stromverbrauch. Wie Sie diese Kennzahlen für Ihre nächste Einkaufsentscheidung nutzen, zeigt der kostenlose Leitfaden in drei Schritten. Panel-Leitfaden jetzt anfordern
Die dritte Generation soll den Stromverbrauch um 18 Prozent senken und die Lebensdauer mehr als verdoppeln. Samsung Display setzt auf die QD-OLED-Penta-Tandem-Technik mit fünf statt vier Schichten, welche die Effizienz um das 1,3-Fache und die Lebensdauer auf das Doppelte steigern soll.
Am 8. Oktober stellte LG Display zudem ein neues maskenfreies Verfahren namens FLiPP vor, das sich derzeit in der Entwicklung befindet. Die Technologie formt RGB-Pixel per Photolithografie ohne Feine Metallmaske und ist zunächst für Laptops und Monitore vorgesehen.
Das Verfahren wird auf 8,5-Generation-Glassubstraten mit den Maßen 2200 × 2500 Millimeter angewandt, wobei vorhandene Anlagen weiterverwendet werden sollen. Die Aperturquote bei Laptop-Panels steigt laut Herstellerangaben von 42 Prozent auf 65 Prozent, was je nach Auslegung eine 1,6-mal höhere Helligkeit, eine 2,4-mal längere Lebensdauer oder 13 Prozent weniger Stromverbrauch ermöglicht.
Bei 23,5-Zoll-Panels soll die Glasausnutzung von rund 75 Prozent auf über 93 Prozent klettern, die Materialausnutzung organischer Stoffe von 40 Prozent auf 74 Prozent steigen und die Abscheidungszeit um rund 40 Prozent sinken. Ein Zeitplan für den Beginn der Massenproduktion steht noch nicht fest.
Zunehmende Verbreitung bei Monitoren und Laptops
Auch bei Desktop-Monitoren gewinnt die Technik an Raum. Omdia rechnet für 2026 mit weltweit 6,1 Millionen ausgelieferten OLED-Monitorpanels, was einem Plus von 79 Prozent entspricht, gefolgt von 7,5 Millionen Einheiten im Jahr 2027. Größter Abnehmer dürfte 2026 ASUS mit einem Anteil von 23 Prozent sein, gefolgt von MSI mit 14 Prozent und TPV mit 12 Prozent.
Während die weltweiten PC-Auslieferungen unter Druck stehen, wächst das margenstarke Oberklasse-Segment deutlich — und mit ihm der Bedarf an Panels, die Helligkeit und Haltbarkeit im Dauerbetrieb liefern. Der Leitfaden zeigt, welche Architektur-Optionen heute verfügbar sind und was sie für Ihre Stückkosten bedeuten. Kostenlosen Leitfaden sichern
TCL CSOT plant, im dritten Quartal 2026 UHD-Panels mit 120 Hertz an MSI zu liefern. Parallel dazu fielen die Preise für Gaming-OLED-Monitore mit 27 Zoll und 240 Hertz im Jahr 2026 um mehr als 40 Prozent.
Im Endgerätemarkt spiegelt sich die Entwicklung in neuen Spitzenmodellen wider. HP bietet das OmniBook Ultra 16 mit 16-Zoll-OLED-Display, 120 Hertz und bis zu 128 Gigabyte Arbeitsspeicher an, dessen Auslieferung in den USA ab dem 6. November beginnen soll. Branchenberichten zufolge bereitet zudem Apple neu gestaltete MacBook-Pro-Modelle mit 14 und 16 Zoll, Touchscreens und Tandem-OLED vor.

