LG Display FLiPP: Helligkeit 1,6-fach höher, Lebensdauer verdoppelt

LG Display stellt mit FLiPP eine maskenlose OLED-Fertigung vor, die Helligkeit und Lebensdauer deutlich steigert und die Produktion auf 8,5-Generation-Substraten wirtschaftlicher macht.

Im Rahmen der Branchenmesse IMID 2026 in Busan präsentierte LG Display am Mittwoch eine technologische Neuerung in der OLED-Fertigung. Mit dem Verfahren „FLiPP“ (FMM-Less innovative Pixel Patterning) stellte das Unternehmen eine Methode zur Pixelmusterung vor, die vollständig auf die bisher üblichen Feinstmetallmasken (FMM) verzichtet und stattdessen auf Photolithografie setzt.

Diese Entwicklung zielt darauf ab, die Leistungsgrenzen aktueller Display-Technologien zu verschieben und die Produktion wirtschaftlicher zu gestalten.

Technologische Vorteile und Leistungssteigerungen

Die Umstellung auf das photolithografische Verfahren ermöglicht laut Unternehmensangaben signifikante Verbesserungen bei den Kernparametern der OLED-Panels. Die Helligkeit der Displays soll durch FLiPP um das 1,6-fache gesteigert werden, während sich die Lebensdauer der organischen Leuchtdioden um das 2,4-fache erhöht. Gleichzeitig sinkt der Stromverbrauch um 13 Prozent.

Ein wesentlicher Faktor für diese Steigerungen ist das Aperturverhältnis, welches durch das neue Musterungsverfahren um 55 Prozent vergrößert wurde. LG Display gab zudem an, dass die Technologie die Hitzeentwicklung sowie das Risiko von Einbrenneffekten (Burn-in) reduziert. CTO Choi Young-seok ordnete die Neuerung als eine maßgebliche Technologie ein, mit der das Unternehmen seine Führungsposition im Markt festigen wolle.

Effizienz in der Massenfertigung auf 8,5-Generation-Substraten

Ein zentraler Aspekt von FLiPP ist die Skalierbarkeit für große Glassubstrate. Die ersten maskenlosen OLEDs werden auf Motherglass der 8,5-Generation mit den Abmessungen 2.200 mal 2.500 Millimeter gefertigt. Dabei wird das Substrat in einem Stück bearbeitet, was zu einer um 64 Prozent höheren Glasnutzung im Vergleich zu bisherigen Konkurrenzverfahren führen soll.

Durch den Wegfall der kostenintensiven Feinstmetallmasken und die Nutzung bestehender Produktionsanlagen für OLEDs der 8,5-Generation erwartet LG Display eine deutliche Reduzierung der Material- und Herstellungskosten.

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Das Einsatzspektrum der Technologie ist breit gefächert und deckt Displaygrößen von 1 bis 100 Zoll ab. Zunächst ist der Einsatz für IT-Produkte wie Tablets und Monitore geplant, bevor die Technologie später auch für sehr große Fernsehgeräte adaptiert werden soll.

Investitionsplan und zeitlicher Ablauf

Für die Implementierung der FLiPP-Technologie hat LG Display ein Investitionsvolumen von 3 Billionen Won vorgesehen. Der Zeitplan für den industriellen Rollout steht bereits fest: Im kommenden September sollen die Spezifikationen für das benötigte Equipment finalisiert werden.

Erste Bestellungen für die Produktionsanlagen sind für Januar 2027 geplant, sodass die Auslieferung der ersten Panels im dritten Quartal 2027 erfolgen kann. Als Produktionsstandort wurde das Werk P10 in Paju benannt.

Die neue Methode weist Ähnlichkeiten zum eLEAP-Verfahren des Konkurrenten JDI auf. LG Display sieht sich jedoch durch die langjährige Erfahrung mit großen WOLED-Panels im Vorteil. Die entsprechenden Markenrechte für FLiPP wurden bereits angemeldet.

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Wettbewerbsumfeld auf der IMID 2026

Parallel zu den Ankündigungen von LG Display zeigten auch andere Marktteilnehmer technologische Innovationen. Samsung Display präsentierte in Busan unter anderem ein 20 Zoll großes dehnbares Display (Stretchable Display) als Weltpremiere sowie Konzepte für KI-gestützte OLEDs und ein 31,5-Zoll-QD-OLED-Panel mit 360 Hz Bildwiederholrate. Zudem wurde auf der Messe der „Display of the Year Award“ verliehen, den das Unternehmen HDS für sich entscheiden konnte.