Li Auto steigt in den Wettlauf um humanoide Roboter ein

Der chinesische Elektroauto-Hersteller Li Auto gründet eine eigene Robotik-Sparte und vollzieht eine strategische Neuausrichtung zum KI-Unternehmen. Dies erfolgt vor dem Hintergrund gedämpfter Verkaufszahlen und eines intensiven globalen Wettbewerbs.

Der chinesische Elektroauto-Hersteller Li Auto gründet eine eigene Sparte für menschenähnliche Roboter. Damit stellt sich das Unternehmen an die Seite von Tesla und anderen Tech-Giganten im Kampf um die nächste Stufe der KI.

Die strategische Neuausrichtung wurde intern von Gründer und CEO Li Xiang bekannt gegeben. Sie markiert einen massiven Expansionsschritt über den Automobilsektor hinaus. Das langfristige Ziel: ein globaler Führer in der Künstlichen Intelligenz werden. Bei einer Online-Versammlung am 26. Januar skizzierte die Führungsetage die Vision, Li Auto von einem Hersteller von „mobilen Heimen“ zu einem Unternehmen für „verkörperte Intelligenz“ zu transformieren.

Reorganisation für das KI-Zeitalter

Der Einstieg in die Robotik geht mit einer tiefgreifenden Umstrukturierung der Forschungs- und Entwicklungsabteilung einher. Das F&E-System wird in drei Kernteams aufgeteilt: Grundlagenmodelle, Software und Hardware. Die Entwicklung humanoider Roboter wird der primäre Fokus der neuen Hardware-Sparte sein.

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An der Spitze dieses ehrgeizigen Vorhabens steht ein bekannter Manager: Lang Xianpeng, bisheriger Senior Vice President für autonomes Fahren, übernimmt die Leitung des Hardware-Teams. Sein Fokus liegt nun vollständig auf der Robotik. Sein bisheriges Team für autonomes Fahren wird aufgelöst und in die breitere Software-Organisation integriert. Diese Entscheidung unterstreicht den Glauben des Unternehmens, dass Fortschritte in Robotik und autonomen Fahrzeugen auf derselben KI-Basis aufbauen.

Strategischer Schwenk unter Marktdruck

Der Vorstoß in ein neues Feld kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Die Ankündigung erfolgte vor dem Hintergrund gedämpfter Verkaufszahlen, die bei einigen Mitarbeitern Besorgnis auslösten. CEO Li Xiang betonte die strategische Dringlichkeit dieser Richtungsentscheidung. Er bezeichnete 2026 als letztes Zeitfenster, um sich als dominanter Player im KI-Umfeld zu etablieren. Das langfristige Ziel bleibt die Entwicklung von Fahrzeugen mit Level-4-Autonomie bis spätestens 2028.

Bereits Ende 2024 hatte der CEO eine mögliche Entwicklung humanoider Roboter angedeutet, den Zeitpunkt aber für verfrüht gehalten. Die jetzige Ankündigung zeigt, dass das Unternehmen nun Handlungsdruck sieht. Es ist Teil einer größeren Strategie, sich unter die Top drei der globalen Führer in Kern-KI-Technologien wie Grundlagenmodellen, Chips und „Embodied AI“ zu platzieren.

Der globale Wettbewerb verschärft sich

Li Autos Markteintritt heizt ein bereits hoch kompetitives Feld weiter an. Der prominenteste Mitbewerber ist Teslas Optimus-Roboter, der große öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Tesla bekräftigte jüngst sein Engagement, indem es die Produktion der Modelle S und X im Werk Fremont einstellen will, um Kapazitäten für Optimus freizumachen.

Doch auch andere Schwergewichte mischen mit: Die Hyundai Motor Group plant, bis 2028 Roboter von Boston Dynamics in ihren Fabriken einzusetzen. In China setzen Unternehmen wie UBTech ihre Walker-S-Roboter bereits in Werken von EV-Herstellern wie Nio und Zeekr ein. Der Trend zeigt: Die Branche ist überzeugt, dass humanoide Roboter für die Zukunft der Hightech-Fertigung und Logistik unverzichtbar sein werden.

Vom Autobauer zur KI-Plattform

Die neue Robotik-Sparte bedeutet eine fundamentale Neudefinition der Unternehmensidentität. Li Auto sieht sich nicht länger nur als Autobauer, sondern als KI-Unternehmen, das Fahrzeuge – und bald Roboter – als Plattformen für intelligente Dienstleistungen nutzt. Das langfristige Ziel ist ein einheitliches Visual-Language-Action-Modell, das sowohl autonome Fahrzeuge als auch Roboter antreiben soll.

Wann ein erster Prototyp präsentiert oder ein Roboter kommerziell eingesetzt wird, ist noch offen. Die Firma spricht von einer Vorstellung „so bald wie möglich“. Der unmittelbare Fokus liegt auf dem Aufbau des Hardware-Teams und der Gewinnung von Spitzentalenten. Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, ob Li Auto seine umfangreiche Erfahrung mit fahrzeugbasierter KI auf die komplexe Herausforderung vielseitiger, zweibeiniger Roboter übertragen kann. Die Branche wird genau beobachten, wie sich die Vision der „verkörperten Intelligenz“ in die Realität umsetzen lässt.

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