Librem 16: Purism bringt 16-Zoll-Laptop mit Kill-Schaltern

Purism bringt mit dem Librem 16 ein neues Privacy-Notebook mit Hardware-Kill-Schaltern und Coreboot-Firmware auf den Markt.

Der US-Hersteller Purism hat sein Hardware-Portfolio erweitert: Mit dem Librem 16 kommt ein 16-Zoll-Laptop auf den Markt, der Sicherheit und Open-Source-Firmware in den Mittelpunkt stellt. Das Gerät richtet sich an Nutzer, die höchste Ansprüche an Datenschutz stellen – und dafür tief in die Tasche greifen.

Hardware-Kill-Schalter und abgeschaltetes Intel ME

Das Herzstück des Librem 16 bildet ein Intel Core i7-13620H mit zehn Kernen. Purism setzt auf physische Hardware-Kill-Schalter: Per Knopfdruck lassen sich WLAN, Bluetooth, Webcam und Mikrofon komplett vom Strom trennen. Das System nutzt Coreboot als Firmware, das proprietäre Intel Management Engine (ME) ist deaktiviert – ein entscheidender Schritt gegen potenzielle Hintertüren.

Das Betriebssystem PureOS Crimson, das auf Debian 12 basiert und keinerlei proprietären Code enthält, ist vorinstalliert. Ein Nachfolger namens PureOS Dawn auf Basis von Debian 13 befindet sich bereits in Entwicklung.

Drei Konfigurationen – von teuer bis sehr teuer

Die Preisgestaltung des Librem 16 ist ambitioniert. Die Einstiegsvariante mit 16 GB RAM und 512 GB SSD kostet umgerechnet rund 2.700 Euro. Die mittlere Konfiguration mit 32 GB RAM und 2 TB SSD schlägt mit etwa 3.900 Euro zu Buhr. Die Spitzenversion – 64 GB RAM und zwei 8-TB-SSDs – liegt bei umgerechnet knapp 9.100 Euro.

Zum Vergleich: Ein vergleichbar ausgestattetes Business-Notebook von Lenovo oder Dell kostet oft nur die Hälfte. Dafür fehlen dort die Sicherheitsfeatures, die Purism zur Speerspitze der Privacy-Bewegung machen.

Smartphones und Flip-Phones: Der Privacy-Markt wächst

Auch im mobilen Bereich tut sich einiges. Der Schweizer Hersteller Punkt. hat am 30. Juni das MC03-Smartphone in Europa auf den Markt gebracht. Es läuft mit AphyOS und nutzt ein cleveres Zwei-Partitionen-System: Die „Aphy Vault“ genannte Sicherheitszone trennt sensible Daten strikt von der „Wild Web“-Umgebung für alltägliche Internetnutzung. Die Server stehen in der Schweiz, eine Expansion nach Kanada ist für später im Jahr geplant.

Ebenfalls am 30. Juni starteten die Vorbestellungen für das Commodore Callback 8020 – ein Klapphandy mit Sailfish OS. Das Gerät verzichtet bewusst auf Webbrowser und soziale Medien, um Ablenkungen zu minimieren. Mit einem Preis von umgerechnet rund 370 Euro und einer 48-Megapixel-Kamera spricht es Nutzer an, die bewusst digital entschleunigen wollen.

Anzeige

Wer Hardware-Hintertüren wie Intel ME fürchten muss, findet im neuen Librem 16 die Lösung: physische Kill-Schalter und Coreboot-Firmware. Unser Report zeigt, wie Sie sich mit den richtigen Features schützen. Jetzt kostenlosen Privacy-Report anfordern

Linux-Handheld und Community-Projekt

Ein Kickstarter-Projekt sorgt für Aufsehen: Das RootBoard ist ein Open-Hardware-Handheld für Raspberry-Pi-Zero-Boards. Mit 70-Tasten-Tastatur und Farbdisplay richtet es sich an Bastler und Entwickler. Die Basisversion ohne Raspberry Pi kostet umgerechnet rund 105 Euro, die Auslieferung ist für November 2026 geplant.

Asus und MetaPCs: High-End für Windows-Alternativen

Auch die etablierte Konkurrenz schläft nicht. Asus hat auf den Philippinen das ExpertBook Ultra vorgestellt – ein ultraleichtes 14-Zoll-Notebook mit gerade einmal 0,99 Kilogramm. Der Intel Core Ultra X9 Series 3 und eine KI-gestützte Sicherheitssuite machen es zur interessanten Option für Linux-Nutzer, die Wert auf Mobilität legen.

Im Gaming-Bereich sorgt MetaPCs mit dem Steamroller für Aufsehen. Der fertig konfigurierte Gaming-PC ist der erste des Herstellers, der SteamOS 3 vorinstalliert mitbringt. Mit Ryzen 5 9600X und RX 7600 startet die Preisliste bei umgerechnet rund 1.200 Euro.

Linux-Leistung: Community schließt Lücke

Ein Community-getriebener Treiber-Fix für das Asus ROG Strix G16 zeigt, wie engagiert die Linux-Szene ist. Die Anpassung hebt die Leistungsgrenzen des Prozessors von 90 auf 120 Watt (PL1) und bis zu 145 Watt (PL3) an – und bringt die Linux-Performance damit auf Windows-Niveau.

Sicherheits-Software: Parrot OS und NoID Workstation

Anzeige

Standard-Laptops lassen Kamera und Mikro oft im Standby – ein Risiko für Ihre Privatsphäre. Der Librem 16 trennt sie per Hardware-Schalter komplett vom Strom. Erfahren Sie, welche fünf Privacy-Features Ihr nächster Laptop haben sollte. Checkliste jetzt sichern

Die Hardware-Innovationen werden von neuen Releases im Sicherheits-Ökosystem begleitet. Parrot OS 7.3, erschienen am 30. Juni, basiert auf Linux-Kernel 7.0 und verspricht Leistungssteigerungen von 20 bis 50 Prozent bei bestimmten Builds. Die Sicherheitstools Airgeddon und Bettercap wurden aktualisiert.

Ebenfalls am 29. Juni wurden Details zur NoID Privacy Workstation bekannt. Das gehärtete Linux-System basiert auf Fedora und setzt auf LAN-Isolation, einen VPN-Kill-Schalter sowie zwingende SELinux-Durchsetzung. LUKS2-Verschlüsselung und Btrfs-Snapshots runden das Sicherheitspaket für professionelle Anwender ab.