LibreOffice 25.8.7: Letztes Update vor dem Support-Ende

LibreOffice und ONLYOFFICE liefern Updates, während Euro-Office und Toplink als souveräne Alternativen zu Microsoft 365 auf den Markt drängen.

Die Bürosoftware-Alternativen drängen auf den Markt – mit neuen Features, mehr Sicherheit und KI-Integration.

Der Markt für digitale Produktivitätstools befindet sich im Umbruch. Während traditionelle Anbieter wie Microsoft ihre Vorherrschaft verteidigen, gewinnen offene Alternativen an Boden. Gleichzeitig treiben politische Vorgaben zur digitalen Souveränität die Entwicklung voran – mit direkten Auswirkungen auch auf deutsche Unternehmen und Behörden.

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LibreOffice und ONLYOFFICE: Zwei Updates, eine Botschaft

Am 12. Mai 2026 veröffentlichte The Document Foundation das letzte Wartungsupdate für die Serie 25.8: LibreOffice 25.8.7 behebt über zehn technische Probleme, darunter Abstürze bei Hyperlinks und Fehler im Software Development Kit. Zudem wurden ein Speicherproblem beim Notendruck im Präsentationsmodul Impress sowie ein Fehler in der Wortzählung beseitigt. Neu hinzugekommen ist der Saudi-Riyal als Währungsoption, und die Kompatibilität mit DOCX-Dateien wurde verbessert.

Wichtig für alle Nutzer: Die 25.8-Serie erreicht am 12. Juni 2026 ihr Lebensende. Danach gibt es keine Sicherheitsupdates mehr. Der Umstieg auf die neuere 26.2-Serie wird dringend empfohlen. Diese bietet bereits Funktionen wie den Markdown-Import und -Export. Für August 2026 ist Version 26.8 angekündigt – mit Python-Scripting und neuen Diagrammtypen wie Wasserfall, Treemap und Sunburst.

Parallel dazu brachte ONLYOFFICE am 10. Mai 2026 Workspace 12.8.0 auf den Markt. Die Neuerung: Erstmals werden Apple-Formate wie Pages, Numbers und Keynote unterstützt. Hinzu kommen Microsoft-Visio-Formate (VSDX, VSSX) sowie das Hancom-Office-Paket. Für mehr Sicherheit sorgen Cross-Site-Scripting-Schutz und optimierte SSL-Verschlüsselung. Besonders bemerkenswert: Die Integration verschiedener KI-Modelle – darunter ChatGPT, DeepSeek und Google Gemini – zur Unterstützung bei der Dokumenterstellung.

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Digitale Souveränität: Euro-Office und Toplink als Antwort auf US-Dominanz

Die Bewegung hin zu mehr digitaler Unabhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern hat im Frühjahr 2026 deutlich an Fahrt aufgenommen. Am 30. März 2026 präsentierten IONOS und Nextcloud in Berlin „Euro-Office“ – eine Suite, die als souveräne Alternative für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationen entwickelt wurde.

Hintergrund: Sowohl Deutschland als auch Brasilien haben kürzlich die Nutzung des Open Document Format (ODF) in Teilen ihrer öffentlichen Verwaltung vorgeschrieben. Ziel ist die langfristige Datenzugänglichkeit und Unabhängigkeit von proprietären Formaten. ODF ist als ISO/IEC 26300 standardisiert und dient als natives Format für LibreOffice.

Ein weiterer Meilenstein: Die Toplink Office Suite (TOS) soll im Juli 2026 auf den Markt kommen. Basierend auf Nextcloud Hub bietet sie eine DSGVO-konforme Alternative zu Microsoft 365 – inklusive integrierter Carrier-Telefonie über das Toplink-NGN-Netz. In einer ersten Phase testen 20 ausgewählte Organisationen die Suite.

KI-Wettlauf: Microsoft setzt auf Claude und GPT-5.5

Die Integration künstlicher Intelligenz wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Microsoft 365 erweiterte Anfang Mai sein KI-Angebot: Seit dem 8. Mai 2026 stehen die Modelle Claude Opus 4.7 und 4.6 für Geschäftskunden bereit. Einen Tag später folgte GPT-5.5 Instant – mit beeindruckenden Verbesserungen: Die Halluzinationsrate sank um 52,5 Prozent, die Zahl falscher Antworten um 37,3 Prozent.

Doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Adobe Acrobat führte am 8. Mai 2026 einen KI-Agenten ein, der statische Dokumente in interaktive Präsentationen verwandelt. Und mit RevPDF 4.0 erschien am 12. Mai 2026 ein kostenloser, offlinefähiger PDF-Editor für Windows, macOS und Linux. Das Tool belegt weniger als 60 Megabyte, bietet integrierte OCR, Wasserzeichen-Verwaltung und Passwort-Entfernung – eine datenschutzfreundliche Alternative für alle, die Dokumente lokal verarbeiten wollen.

Office Timeline wird zu Lucen Software

Im Bereich Projektmanagement und Visualisierung gab es am 12. Mai 2026 eine bedeutende Neupositionierung: Office Timeline firmiert nun unter Lucen Software. Die Microsoft-native Plattform umfasst Lucen Timeline, Lucen Track sowie Betaversionen von Lucen Plan und Lucen Flowchart. Das Unternehmen, das einen Großteil der Fortune-500-Unternehmen zu seinen Kunden zählt, erwartet die allgemeine Verfügbarkeit der Planungs- und Flussdiagramm-Tools bis zum zweiten Quartal 2026.

Der Markt im Wandel: Was die Zahlen sagen

Die rasche Verbreitung dieser Alternativen wird durch aktuelle Forschung gestützt. Eine Gallup-Studie vom 8. Mai 2026 zeigt: 50 Prozent der US-Arbeitnehmer nutzen bereits KI in ihrem Arbeitsalltag. Von diesen berichten 65 Prozent von messbaren Produktivitätssteigerungen. Kein Wunder also, dass Softwareanbieter aller Couleur auf KI-Funktionen setzen – selbst im Open-Source-Bereich.

Gleichzeitig verändert sich die Beziehung zwischen den großen Technologiekonzernen. Berichten zufolge haben Microsoft und OpenAI am 10. Mai 2026 auf ein nicht-exklusives Lizenzmodell umgestellt. Das deutet auf ein fragmentierteres, wettbewerbsintensiveres Umfeld für KI-integrierte Software hin.

Ausblick: Was die nächsten Monate bringen

Mit dem Support-Ende von LibreOffice 25.8 Mitte Juni 2026 steht eine groß angelegte Migration auf die Version 26.2 bevor. Der Marktstart der Toplink Office Suite im Juli wird zum Testfall für europäisch gehostete Cloud-Lösungen mit Carrier-Anbindung.

Sollten weitere Staaten den deutschen und brasilianischen Weg gehen und offene Formate vorschreiben, könnte sich der Dokumentenaustausch auf offene Standards vereinheitlichen. Die kontinuierliche Integration präziserer KI-Modelle wie GPT-5.5 wird zudem die Erwartungen professioneller Nutzer an ihre Bürosoftware nachhaltig verändern.