Die Open-Source-Office-Suite überschreitet 115 Millionen Downloads und feiert ihr zehnjähriges Bestehen mit einem großen Update. Am 23. Juli 2026 veröffentlichte Collabora Productivity die Version 26.04 – und die hat es in sich.
Im Zentrum steht ein integrierter KI-Assistent, der in den Programmen Writer, Calc und Impress zur Verfügung steht. Anders als bei vielen Konkurrenzprodukten bleibt die Funktion jedoch standardmäßig deaktiviert. Nutzer oder Administratoren müssen sie erst manuell einschalten.
Datenschutz als Trumpf
Collabora setzt bei der KI-Integration bewusst auf Datensouveränität. Unternehmen und Organisationen können selbst entscheiden, welche Modelle und welche Infrastruktur zum Einsatz kommen. Möglich ist der Anschluss an externe Anbieter wie OpenAI, Groq, Together AI oder Mistral AI.
Wer maximale Kontrolle über seine Daten behalten will, hostet die KI lokal. Die Suite unterstützt dafür Tools wie Ollama, vLLM oder LM Studio. Ein Model Context Protocol (MCP) sorgt zudem für die Kommunikation mit externen KI-Clients. Das bedeutet: Vertrauliche Dokumente verlassen nie die eigene Infrastruktur.
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Bessere Zusammenarbeit und Dokumentenvergleich
Die Überarbeitung des Dokumentenvergleichs dürfte viele Nutzer freuen. Änderungen werden nun farblich markiert, eine zweispaltige Ansicht zeigt Autor und Zeitstempel jeder einzelnen Bearbeitung. Ein neuer „Eingeschränkter Überprüfungsmodus“ gibt vor, wie Mitbearbeiter mit freigegebenen Dateien interagieren dürfen.
Praktisch für Teams: Freigegebene Dokumente öffnen sich standardmäßig im Nur-Lesen-Modus. Erst wenn der Eigentümer es erlaubt, können andere Änderungen vornehmen. Neu ist auch die Unterstützung für den Import und Export von Markdown-Dateien.
Writer, Calc und Impress im Detail
Jede Kernanwendung hat eigene Verbesserungen erhalten:
- Writer: Die Textverarbeitung bestand ein BITV-2.0-Barrierefreiheitsaudit – ein wichtiges Signal für Nutzer mit Behinderungen. Auch die Kompatibilität mit OOXML-Formaten wurde verbessert.
- Calc: Die Tabellenkalkulation erlaubt jetzt benutzerspezifische Ansichten. Mehrere Bearbeiter können Daten unabhängig voneinander filtern und anzeigen, ohne sich gegenseitig zu stören. Neue Funktionen, Tabellenformate und berechnete Felder in Pivot-Tabellen runden das Update ab.
- Impress: Das Präsentationsprogramm führt „Follow-Me“-Diashows ein. Teilnehmer können während einer Live-Präsentation zurückblättern, ohne den Vortragenden zu stören. Abschnitte zur besseren Folienorganisation und verbesserte Skalierung ergänzen das Angebot.
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Zehn Jahre Entwicklung
Collabora-CEO Michael Meeks betonte, das Projekt wolle eine funktionsreiche Produktivitätsumgebung bieten, ohne die Kontrolle der Nutzer über ihre Daten zu gefährden. Die Software bleibt Open Source. Für professionelle Umgebungen gibt es weiterhin eine kostenpflichtige Enterprise-Version mit Service-Level-Agreements (SLAs).
Die Version 26.04 enthält zudem Funktionen, die zuvor in der Collabora Online Development Edition (CODE) getestet wurden. Ein Update, das zeigt, wie weit die Open-Source-Office-Suite in zehn Jahren gekommen ist.

