Die Document Foundation hat am 24. Juli 2026 die Version 26.2.5 von LibreOffice veröffentlicht. Über 20 gezielte Fehlerbehebungen sollen die Stabilität der Open-Source-Office-Suite verbessern.
Das Wartungsupdate adressiert zahlreiche Abstürze, Oberflächenfehler und Darstellungsprobleme in der gesamten Anwendungsfamilie. Gleichzeitig markiert der Release das offizielle Ende der LibreOffice-25.8-Serie – Nutzer dieser Version sollten dringend aktualisieren.
Stabilität und Module im Fokus
Die Entwickler haben mehrere kritische Programmabstürze behoben. Ein Fehler, der bei der Tastenkombination Shift+Enter auf dem Nummernblock auftrat, gehört ebenso der Vergangenheit an wie ein Problem unter macOS, das das gleichzeitige Öffnen mehrerer Dateien verhinderte.
Im Textverarbeitungsmodul Writer wurden Sichtbarkeitsprobleme bei leeren Absätzen in DOC-Dateien korrigiert. Auch die Löschung von bedingten Textfeldern funktioniert nun zuverlässig. Die Tabellenkalkulation Calc erhielt Korrekturen für SUMIF-Platzhalter sowie Fehlerbehebungen für die Funktionen DROP und TAKE. Hinzu kommen Anpassungen beim TEXTAFTER-Match-End-Verhalten und die Aufnahme des Saudi-Riyal-Symbols.
Die Benutzeroberfläche wurde ebenfalls verfeinert: Kontextmenüs per Rechtsklick, Ausrichtungsprobleme bei Ctrl+Shift-Tastenkürzeln und Textumbruch-Fehler in der Barrierefreiheits-Seitenleiste gehören nun der Vergangenheit an. Als experimentelles Feature steht die Skia-Rendering-Engine jetzt auch unter Windows und macOS zur Verfügung.
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Collabora Online feiert zehn Jahre
Parallel zur Kernsuite hat Collabora Online am 23. Juli 2026 die Version 26.04 veröffentlicht – und damit ein Jubiläum: Zehn Jahre Entwicklung und über 115 Millionen Downloads. Die neue Version, die auf CODE 26.04 basiert, bringt einen optionalen KI-Assistenten für Writer, Calc und Impress mit.
Die Entwickler betonen: Die KI-Funktionen bleiben standardmäßig deaktiviert. Die Nutzer behalten so die volle Kontrolle über ihre Daten und Infrastruktur. Zur Auswahl stehen verschiedene Anbieter – von OpenAI über Mistral AI bis hin zu lokalen Modellen über Plattformen wie Ollama oder LM Studio.
Die Online-Version 26.04 bietet zudem verbesserte Dokumentenvergleichswerkzeuge mit farbcodierten Änderungsmarkierungen und Zeitstempeln. Neu sind auch Import- und Exportfunktionen für Markdown sowie ein BITV-2.0-Barrierefreiheitsaudit für das Writer-Modul. Für Calc-Nutzer gibt es berechnete Pivot-Felder und benutzerspezifische Tabellenansichten. Impress erhielt neue „Follow-Me“-Funktionen für Präsentationen sowie Optionen zur Folien-Skalierung.
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Open Source auf dem Vormarsch
Die Veröffentlichung dieser Updates fällt in eine Zeit, in der öffentliche Einrichtungen vermehrt auf Open-Source-Software setzen. Die Abteilung für Datenschutz und Dokumentenmanagement der TU Wien hat kürzlich einen zweimonatigen Pilotversuch abgeschlossen. Dabei wurden proprietäre Betriebssysteme und Office-Pakete durch Linux und LibreOffice ersetzt.
Der Wechsel war dem Wunsch nach digitaler Souveränität geschuldet. Nach dem erfolgreichen Test entschied sich die Hälfte der teilnehmenden Mitarbeiter, dauerhaft auf den Open-Source-Stack umzusteigen. Die Finanzabteilung der Universität bereitet nun einen ähnlichen Wechsel vor – unterstützt von der IT-Abteilung und der Hochschulleitung.
Auch in anderen Bereichen der Open-Source-Welt tut sich etwas: Tails 7.10, ein auf Debian 13 basierendes anonymes Betriebssystem, wurde am 23. Juli 2026 veröffentlicht. Es führt eine neue Herunterfahrprozedur ein, die Datenverluste verhindern soll, und aktualisiert den internen Browser sowie die Medienwiedergabe-Werkzeuge.

