Die Document Foundation (TDF) hat Ende August 2026 die neueste Version ihrer quelloffenen Bürosoftware, LibreOffice 26.8, für die Betriebssysteme Windows, macOS und Linux bereitgestellt. Mit dieser Veröffentlichung setzt die Organisation ein deutliches Zeichen gegen den aktuellen Branchentrend zur Integration künstlicher Intelligenz.
Während zahlreiche Mitbewerber ihre Produkte zunehmend mit generativen KI-Funktionen ausstatten, betont die TDF für LibreOffice 26.8 den Verzicht auf derartige Technologien sowie auf jegliche Form der Datensammlung.
Technische Neuerungen und funktionale Erweiterungen
Die Entwicklung der Version 26.8 wurde laut Angaben der Foundation von insgesamt 206 Mitwirkenden getragen, wovon 155 als Freiwillige tätig waren. Das Update bringt eine Reihe technischer Verbesserungen in die verschiedenen Module der Suite ein.
In der Textverarbeitung Writer wurde ein sogenannter Paragraph Composer implementiert und die Erkennung von Sprachen, die von rechts nach links geschrieben werden (RTL), optimiert. Zudem steht den Anwendern nun eine Entwurfsansicht (Draft View) zur Verfügung.
Die Tabellenkalkulation Calc erhält berechnete Felder (Calculated Fields) sowie neue Chart-Formate. In den Modulen Impress und Draw ist es nun möglich, innerhalb eines Dokuments mit gemischten Seitengrößen zu arbeiten.
Zu den weiteren Neuerungen gehören die Unterstützung von OpenType Variable Fonts sowie eine verbesserte Erhaltung von OOXML-Diagrammen beim Dateiaustausch. Das Modul Math wurde um die Unterstützung für die Schriftsysteme N’Ko und Adlam erweitert.
Strategische Abgrenzung und interner Konflikt
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Ein zentrales Merkmal der neuen Version ist die bewusste Abwesenheit einer Cloud-Pflicht und generativer KI-Werkzeuge. Die Document Foundation unterstreicht damit ihren Fokus auf die Privatsphäre der Nutzer. Diese strategische Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund eines anhaltenden Konflikts zwischen der TDF und dem Unternehmen Collabora, der bereits seit April des Jahres schwelt. In diesem Zusammenhang wurden mehr als 30 Mitarbeiter von bestimmten Prozessen ausgeschlossen.
Dass innerhalb des LibreOffice-Ökosystems unterschiedliche Ansätze verfolgt werden, zeigt die zeitgleiche Veröffentlichung von Collabora Office 26.04. Im Gegensatz zur Version der Document Foundation bietet diese Variante optional integrierte KI-Funktionen an. Damit positioniert sich Collabora direkter im Wettbewerb mit anderen großen Plattformanbietern, während die TDF die Unabhängigkeit von KI-Modellen als Kernwert bewahrt.
Entwicklungen im Marktumfeld der Dokumentenbearbeitung
Die Veröffentlichung von LibreOffice 26.8 fällt in eine phase, in der auch andere Marktteilnehmer ihre webbasierten Produktivitätslösungen aktualisieren. Microsoft erweiterte im August 2026 den Funktionsumfang seiner Office Web-Apps (Word, Excel und PowerPoint).
Nutzer können dort nun direkt im Browser benutzerdefinierte Berechtigungen vergeben und Rollen wie Betrachter, Editor oder Eigentümer in verschiedenen Vertraulichkeitsstufen definieren. Diese Funktionen setzen jedoch entsprechende Lizenzen und Konfigurationen voraus.
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Parallel dazu treibt Google die Entwicklung seiner Progressive Web App (PWA) für Google Docs voran. Diese ermöglicht mittlerweile die Migration von anderen Plattformen sowie den Export von Dokumenten in den Formaten .docx und .pdf direkt nach Google Drive. Dennoch fehlen der PWA-Version im Vergleich zur klassischen Desktop-Umgebung weiterhin einige Funktionen.
LibreOffice bleibt mit der Version 26.8 seiner Linie treu, eine vollständig lokale und datenschutzorientierte Alternative zu diesen Cloud-basierten Modellen anzubieten, auch wenn die internen Spannungen zwischen der Foundation und kommerziellen Partnern wie Collabora die künftige Ausrichtung des Projekts beeinflussen könnten.

