LibreOffice 26.8: Farbiges Band-Interface kommt im August

LibreOffice 26.8 erhält ein farbiges Band-Interface. Die neue Tabbed UI erlaubt individuelle Farbgestaltung für Writer, Calc und Impress.

8 erhält ein farbiges Band-Interface im modernen Look.

Die neue „Tabbed UI“ (Notebookbar) erlaubt erstmals eine individuelle Farbgestaltung für die einzelnen Anwendungen der Suite. Während die Standardfarbe Blau ist, können Nutzer Writer, Calc und Impress eigene Farbtöne verpassen. Die Einstellungen finden sich in den Anwendungsoptionen unter den Menüs für Erscheinungsbild und Anpassung.

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Verfügbarkeit und Plattform-Unterschiede

Die Funktion ist in den aktuellen Nightly-Builds ab dem 12. Juni 2026 für Windows und Linux aktiv. Mac-Nutzer müssen sich hingegen gedulden: In den Vorschauversionen wurde das farbige Band-Interface für macOS vorerst deaktiviert. Der finale Release von LibreOffice 26.8 ist für August 2026 geplant.

Der optische Schritt folgt einem allgemeinen Trend in der Bürosoftware hin zu moderneren, visuell unterscheidbaren Oberflächen – ähnlich den jüngsten Design-Anpassungen in anderen großen Office-Ökosystemen.

Streit um Dokumentenstandards

Die optische Auffrischung fällt in eine Zeit wachsender Spannungen in der europäischen Open-Source-Gemeinschaft. Der Start von Euro-Office 1.0 am 9. Juni 2026 hat eine Debatte über digitale Souveränität und Dokumentenformate entfacht.

Die Document Foundation kritisiert Euro-Office scharf für dessen Fokus auf Microsofts OOXML-Format statt auf das offene OpenDocument-Format (ODF). „Für echte digitale Souveränität muss ODF die Muttersprache der Bürosoftware sein“, betonen TDF-Vertreter. Der Konflikt offenbart einen strategischen Graben: Soll man hohe Kompatibilität mit proprietären Standards priorisieren oder unabhängige, offene Formate fördern?

Markterfolg mit Fragezeichen

Trotz der Kritik verzeichnet Euro-Office einen beachtlichen Start. Die browserbasierte Suite, die in Plattformen wie Nextcloud Hub integriert ist, verbuchte in der ersten Woche über 80.000 Downloads. Die Stadt München hat zudem angekündigt, bis Anfang 2027 rund 5.000 Mitarbeiter auf das System umzustellen – unterstützt durch ein Fördervolumen von zwölf Millionen Euro.

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Doch eine technische Analyse vom 11. Juni 2026 wirft Fragen auf: 98,6 Prozent des Codes im Dokumentenmodul von Euro-Office stammen demnach von Entwicklern in russischen Zeitzonen. Dies befeuert die Diskussion darüber, ob die EU essentielle Software tatsächlich auf europäischer Infrastruktur unter lokaler Rechtshoheit betreiben kann.

Ökosystem im Wandel

Das für August geplante LibreOffice-Update reiht sich in mehrere bedeutende Software-Meilensteine ein. Anfang der Woche brachte Nextcloud Hub 26 Spring Integrationen für Collabora Online und Euro-Office Online. Die KDE-Community bereitet zudem die Veröffentlichung von Plasma 6.7 am 16. Juni 2026 vor, das unter anderem einen globalen Mikrofon-Stummschalter und vereinfachte Themenwechsel einführt.

Auch die kommerzielle Konkurrenz rüstet auf: Apple präsentierte Anfang Juni seinen SQUIRE-KI-Prototypen zur UI-Generierung, Google zeigte ein Redesign seiner Workspace-Icons mit schlankerer Formensprache und tieferer Integration seiner Gemini-KI.