LibreOffice 26.8: Schleswig-Holstein spart 15 Millionen Euro jährlich

Die Document Foundation veröffentlicht LibreOffice 26.8 mit erweiterten Modulen, ohne KI-Funktionen oder Telemetrie. Die Suite betont Privatsphäre und spart Verwaltungskosten.

Die Document Foundation hat mit LibreOffice 26.8 das neueste halbjährliche Feature-Update ihrer Open-Source-Bürosoftware veröffentlicht. Die aktuelle Version der Suite, die als zentrale Alternative zu Microsoft Office positioniert wird, führt zahlreiche funktionale Erweiterungen in den Kernmodulen Writer, Calc und Chart ein und setzt dabei einen deutlichen Schwerpunkt auf Datenschutz und technologische Unabhängigkeit.

Umfangreiche Neuerungen für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation

Im Zentrum der Aktualisierung steht das Textverarbeitungsprogramm Writer. Dieses wurde um einen neuen Paragraph Composer ergänzt und unterstützt nun OpenType-Variationen. Ein wesentlicher Fokus der Entwickler lag zudem auf der Performance-Optimierung: Das Öffnen großer Dokumente soll in der neuen Version spürbar schneller erfolgen.

Die Tabellenkalkulation Calc erhielt ebenfalls funktionale Zuwächse. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören die Einführung von sogenannten „Calculated Fields“ sowie ein neuer Shuffle-Befehl zur zufälligen Anordnung von Daten.

Auch das Modul Chart wurde überarbeitet, um die Interoperabilität mit proprietären Formaten zu verbessern. So unterstützt die Software nun den sogenannten Round-Trip für neuere Microsoft-Office-Charttypen auf Basis von OOXML. Ergänzend dazu wurde eine experimentelle Unterstützung für Chartex implementiert.

Verzicht auf generative KI und Telemetrie

Ein markantes Merkmal von LibreOffice 26.8 ist der bewusste Verzicht auf Trends der Branche. Die Document Foundation betonte, dass die aktuelle Version keinerlei generative KI-Funktionen enthält. Ebenso wird auf die Erhebung von Telemetriedaten verzichtet, was den Fokus der Organisation auf die Privatsphäre der Nutzer unterstreichen soll.

Parallel zur Veröffentlichung äußerte sich Italo Vignoli von der Document Foundation in einem Blogbeitrag kritisch zur Benutzeroberfläche von Microsoft 365. Während er das dortige Ribbon-Konzept beanstandete, hob er die Flexibilität der LibreOffice-Oberfläche hervor.

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Die Version 26.8 bietet eine verbesserte Tabbed-Oberfläche, behält jedoch sämtliche alternativen UI-Optionen bei. Optische Anpassungen gibt es auch bei der Notebookbar, die nun spezifische Farben pro Modul unterstützt. Zudem wurde das bisherige Spenden-Banner auf der Benutzeroberfläche auf einen einzelnen Button reduziert.

Wirtschaftliche Bedeutung und internationale Entwicklung

Die Relevanz der Open-Source-Lösung spiegelt sich auch in der öffentlichen Verwaltung wider. Den Angaben zufolge spart etwa das Bundesland Schleswig-Holstein durch den Umstieg auf LibreOffice jährlich über 15 Millionen Euro ein.

Hinter der Entwicklung steht eine breite Gemeinschaft. An der aktuellen Version waren insgesamt 206 Mitwirkende beteiligt, von denen 155 als Freiwillige tätig sind. Die Software steht ab sofort für die Betriebssysteme Windows, macOS und Linux in 120 Sprachen zur Verfügung.

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Roadmap für Wartung und Stabilität

Die Document Foundation hat bereits einen Zeitplan für die kommenden Monate vorgelegt. Bis zum 13. Juni 2027 sind insgesamt sieben Wartungsupdates für den Zweig 26.8 geplant. Das erste dieser Updates, die Version 26.8.1, soll bereits Mitte September erscheinen.

Zu den weiteren technischen Verbesserungen der aktuellen Veröffentlichung zählen eine neue Infrastruktur für Side-by-Side-Vergleiche, ein Mausrad-Zoom für das Zeichenprogramm Draw sowie allgemeine Optimierungen beim Export und Import von XLSX-Dateien.