LibreOffice 26.8: Stiftung erlaubt KI-Hilfen für Community-Beiträge

LibreOffice 26.8 erreichte 9,4 Millionen Abrufe in acht Wochen; KI-Hilfen bleiben für Community-Beiträge unter Auflagen erlaubt.

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The Document Foundation hält an ihrem Kurs fest, keine künstliche Intelligenz direkt in LibreOffice zu integrieren. Während die Kernentwickler der Organisation keine großen Sprachmodelle für die Softwareentwicklung einsetzen, sind entsprechende Hilfsmittel bei Beiträgen aus der Community unter bestimmten Auflagen gestattet.

Wie The Register berichtet, setzt die Stiftung für solche Einsendungen eine vollständige Offenlegung sowie eine manuelle Überprüfung der Programmierbeiträge voraus.

Funde im Programmcode und klare Regeln für Mitwirkende

Auslöser der aktuellen Diskussion waren Hinweise im Quellcode des Projekts, die der Fediverse-Nutzer argv[-1] aufgedeckt hatte. Dabei handelt es sich um drei Commits, in denen Programmierassistenten namentlich aufgeführt sind.

Zwei Beiträge aus dem April, die relative Schriftgrößen in Calc-Zellstilen sowie die Vererbung von Schriftgrößen in Absatzstilen mit 100 %/+0pt betreffen, nennen das Modell Claude.

Ein weiterer Commit aus dem September zur BitmapTransferable-Klasse und einer Schaltfläche zum Kopieren von Bildern verweist auf GitHub Copilot in Visual Studio Code. Der zugehörige Handler sei demnach manuell mit Unterstützung von Code-Vervollständigung und Sprachmodellen entstanden.

Die Stiftung stellte klar, dass solche Hilfsmittel für freiwillige Beiträge zulässig sind, sofern die Entwickler deren Einsatz deklarieren und die Änderungen manuell gegengelesen werden. Für Studierende ist die Nutzung von Sprachmodellen bei Beiträgen hingegen untersagt.

TDF-Sprecher Italo Vignoli betonte in diesem Zusammenhang, dass die Foundation nicht von ihren bisherigen Aussagen zu LibreOffice 26.8 abweiche. Die damaligen Erklärungen hätten sich auf Funktionen für Endanwender bezogen und nicht auf die technische Entstehung der Software.

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Künstliche Intelligenz als Abgrenzungsmerkmal

The Document Foundation nutzt den Verzicht auf integrierte KI gezielt bei der Positionierung der Bürosoftware. In einem Blogbeitrag im September bezeichnete die Organisation das Fehlen von KI-Funktionen als eigenes Produktmerkmal. Nach Einschätzung von The Register könnten die Äußerungen der Stiftung auch als Abgrenzung zu Collabora CODE 26.04 zu verstehen sein, das im Juni mit erweiterter KI-Integration erschienen war.

Gleichzeitig schließt die Organisation eine spätere Einführung nicht grundsätzlich aus, knüpft diese jedoch an sechs strikte Voraussetzungen. Dazu zählen unter anderem die vollständige Datenhoheit, die freie Wahl des Anbieters sowie die Möglichkeit, entsprechende Funktionen restlos abzuschalten.

Da aktuell kein technischer Ansatz alle sechs Kriterien erfüllt, verzichtet das Projekt auf standardmäßig eingebaute Werkzeuge. Anwender haben jedoch die Möglichkeit, eigenständig Erweiterungen zu installieren, die auf lokalen Modellen basieren.

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Hohe Downloadzahlen für LibreOffice 26.8

Die aktuelle Veröffentlichung LibreOffice 26.8 verzichtet vollständig auf generative KI, verarbeitet Dokumente nicht über externe Online-Dienste und lässt sich in allen Komponenten offline bedienen. Zu den Neuerungen der Version gehören eine überarbeitete Layout-Engine, Unterstützung für komplexe Texte sowie eine verbesserte Kompatibilität mit anderen Office-Formaten.

Das Konzept trifft offenbar auf starkes Interesse: In der ersten Woche nach dem Erscheinen verzeichnete LibreOffice 26.8 laut einem Bericht von nlpx.cn 1,031 Mio. Downloads über die offizielle Website, bereinigt um Updates über Linux-Distributionen. Dies stellte einen historischen Höchstwert für das Projekt dar.

Wie The Document Foundation am 21.10.2026 mitteilte, summierten sich die Abrufe innerhalb von acht Wochen auf 9,4 Mio. Downloads, wobei Windows-Updates und ältere Versionen in dieser Zahl nicht enthalten sind.