LibreOffice Impress: Remote-Steuerung per Smartphone verfügbar

Die Document Foundation veröffentlicht eine Fernbedienungs-App für Impress und positioniert sich als unabhängige Office-Alternative vor dem Microsoft-Supportende.

Die Document Foundation hat am 4. August 2026 eine neue Remote-Erweiterung für die Präsentationssoftware LibreOffice Impress veröffentlicht. Mit dieser Anwendung können Nutzer ihre Vorträge direkt über das Smartphone steuern. Die Veröffentlichung erfolgt in einer Phase, in der sich der Markt für Produktivitätssoftware zunehmend diversifiziert und etablierte Anbieter durch spezialisierte KI-Lösungen sowie kostenlose Open-Source-Alternativen unter Druck geraten.

Strategische Neuausrichtung vor dem Support-Ende von Microsoft Office

Die Veröffentlichung der Remote-Steuerung ist Teil einer breiteren Strategie der Document Foundation (TDF), LibreOffice als die führende unabhängige Alternative zu proprietären Systemen zu positionieren. Insbesondere mit Blick auf den 13. Oktober 2026, an dem der Support für Microsoft Office LTSC 2021 endet, wirbt die Organisation verstärkt für den Umstieg. Die TDF betonte in diesem Zusammenhang die Vorteile ihres Modells, das auf lokale Nutzbarkeit, das OpenDocument-Format (ODF) und den Verzicht auf Abonnements setzt. Microsofts aktuelles Lizenzmodell wurde seitens der Foundation als eine Art verstecktes Abonnement kritisiert.

Um die künftige Entwicklung der Suite finanziell abzusichern, plant LibreOffice zudem die Einführung eines Spendenbanners im Start Center der Software. Dieses Element soll in der Version 26.8 debütieren und gelegentlich eingeblendet werden. Aktuelle Vorabversionen enthalten bereits erste Implementierungen dieser Funktion, die jedoch noch als nicht vollständig ausgereift gelten.

KI-basierte Herausforderer und Open-Source-Alternativen

Neben LibreOffice drängen neue Akteure mit Fokus auf künstliche Intelligenz in den Markt. Das Unternehmen Genspark veröffentlichte am 3. August 2026 mit GenOffice eine neue Open-Source-Suite unter der Apache-2.0-Lizenz. Bemerkenswert ist hierbei die Effizienz der Entwicklung: Die Alpha-Version wurde laut Unternehmensangaben von einem einzelnen Entwickler innerhalb einer Woche realisiert, wobei Kosten von rund 10.000 US-Dollar für KI-Tokens anfielen. Die Suite unterstützt gängige Formate wie .docx, .xlsx und .pptx, wobei die Kernfunktionen kostenlos bleiben und KI-Features über ein Credit-System abgerechnet werden.

Anzeige

Wer keine hohen Lizenzgebühren für Office-Programme zahlen möchte, findet in diesem Startpaket eine leistungsstarke und voll kompatible Lösung für den Alltag. Gratis statt 150 Euro: So nutzen Sie vollwertige Office-Software ohne einen Cent zu zahlen

Auch andere Anbieter wie Moonshot AI setzen verstärkt auf Automatisierung. Mit Kimi Slides werden Präsentationen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten erstellt; ein adaptiver Modus benötigt hierfür zwischen 30 und 60 Minuten, während ein visueller Modus Ergebnisse in 5 bis 10 Minuten liefern soll. Branchenanalysten beobachten zudem eine wachsende Akzeptanz von Lösungen wie OnlyOffice, das durch vollständige Kompatibilität zu Microsoft-Formaten und wählbare KI-Integrationen (wie OpenAI oder lokale Modelle wie Ollama) punktet.

Kostenstrukturen und Hardware-Innovationen im Vergleich

Für Unternehmen und Privatnutzer bietet der Markt im Jahr 2026 eine breite Preisspanne. Während Google Slides oder Zoho Show kostenlos zur Verfügung stehen, verlangen spezialisierte Anbieter wie Pitch Gebühren ab 13 US-Dollar pro Monat. Beautiful.ai setzt bei 12 US-Dollar pro Monat an, während Prezi Einstiegstarife ab 7 US-Dollar pro Monat anbietet. Experten schätzen, dass der konsequente Einsatz von kostenlosen Alternativen zu gängigen Büro- und Kreativprogrammen jährliche Einsparungen zwischen 800 und 2.400 US-Dollar ermöglichen kann.

Anzeige

Professionelle Präsentationen müssen weder zeitaufwendig noch teuer sein – mit den richtigen Design-Vorlagen erstellen Sie beeindruckende Folien im Handumdrehen. 14 kostenlose Business-Vorlagen für Zeitstrahl, Mindmap und Agenda jetzt sichern

Parallel zur Software entwickeln sich auch die Hardware-Lösungen für Präsentationsumgebungen weiter. Der Anbieter Targus führt einen kabellosen Presenter mit Laserpointer für 56,95 US-Dollar im Sortiment, der auf Plug-and-Play-Basis arbeitet. Im professionellen Event-Bereich setzt Roland mit dem Video-Switcher V-1-4K neue Maßstäbe. Das Gerät, das ab Juni für 1.899,99 US-Dollar verfügbar ist, unterstützt 4K-Auflösungen mit 60p und bietet spezielle Modi für hybride Veranstaltungen.

Zudem verstärken Unternehmen wie Bitfocus ihre Präsenz im Enterprise-Segment. Auf der Branchenmesse ISE 2026 präsentierte das Unternehmen neue Funktionen für die Steuerung von Medieninhalten, darunter Single Sign-on und physische Sicherheitstokens. Diese Entwicklung wird durch eine Minderheitsbeteiligung von Corsair Gaming Inc. an Bitfocus gestützt, wobei Bitfocus operativ unabhängig bleibt und eine Expansion in Europa und Nordamerika anstrebt.