Öffentliche Verwaltungen in ganz Europa ersetzen Microsoft-Produkte durch die Open-Source-Suite. Das nördlichste Bundesland geht als Vorreiter voran.
Im Kampf um digitale Unabhängigkeit setzen Europas Behörden massiv auf Open-Source-Software. Die Produktivitäts-Suite LibreOffice entwickelt sich zum zentralen Baustein dieser Strategie. Getrieben vom Streben nach digitaler Souveränität, wollen Staaten so Abhängigkeiten von außereuropäischen Tech-Konzernen reduzieren, die Datensicherheit erhöhen und die Kontrolle über ihre digitale Infrastruktur zurückgewinnen. Aktuelle Großprojekte zeigen: Der Umbau hat begonnen.
Schleswig-Holstein: Vom Pilotprojekt zum Leuchtturm
Das nördlichste Bundesland macht Ernst. Bis Ende 2026 will die Landesregierung rund 30.000 Behörden-Rechner vollständig auf eine Open-Source-Umgebung umstellen. Microsoft Office wird dann durch LibreOffice ersetzt, Windows durch Linux. Dieses ambitionierte Vorhaben, bereits 2021 angekündigt, gilt europaweit als Großtest für gelebte digitale Souveränität.
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„Der Weg ist anspruchsvoll, aber wir sind auf Kurs“, so die Bilanz aus Kiel. Ein Meilenstein wurde Ende 2025 erreicht: Der Microsoft Exchange Server wurde abgeschaltet. Zwar laufen vereinzelt noch Windows-Systeme, doch das Ziel steht fest. Neben mehr Sicherheit verspricht sich das Land erhebliche Einsparungen bei Lizenzgebühren. Europa blickt gespannt auf diesen Praxistest.
Frankreich, Dänemark, Österreich: Der kontinentale Domino-Effekt
Die Bewegung beschränkt sich nicht auf Deutschland. In Frankreich verkündete die Regierung am 26. Januar 2026, bis 2027 die Videokonferenz-Plattform Visio flächendeckend einzuführen. Sie soll Microsoft Teams und Zoom für Hunderttausende Beamte ersetzen – ein klares Signal für abgesicherte Regierungskommunikation.
Auch andere Länder ziehen nach:
* Dänemark plant seit 2025 den Wechsel von Microsoft Office zu LibreOffice.
* Die Österreichischen Streitkräfte migrieren bereits unter besonderer Berücksichtigung von Schulungen.
* Italienische Ministerien nutzen LibreOffice, um die Hoheit über ihre digitalen Werkzeuge zurückzuerlangen.
Diese koordinierten Initiativen zeigen einen klaren strategischen Konsens: Digitale Souveränität ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit.
Die treibende Kraft: Mehr als nur Kostensenkung
Lizenzkosten zu sparen ist willkommen, doch der Hauptgrund für den Umbau liegt tiefer. Europäische Regierungen sorgen sich um die Abhängigkeit von US-Cloud-Diensten für kritische Infrastrukturen – von Ministerien über Kommunen bis hin zu Krankenhäusern. Vorfälle, bei denen ausländische politische Entscheidungen den Technologie-Zugang beeinflussen können, wirken als Weckruf.
Open-Source-Software wie LibreOffice gilt als Schlüssel zur Unabhängigkeit. Ihre transparente, überprüfbare Natur gibt Regierungen mehr Sicherheit und befreit sie vom Vendor-Lock-in, der Bindung an einen einzelnen Anbieter. Die EU-Kommission treibt den Trend von oben: Sie bereitet eine Strategie vor, um die kommerzielle Verbreitung europäischer Open-Source-Innovationen zu fördern.
Der Weg nach vorn: Herausforderungen und deutsche Lösungen
Ein vollständig souveräner digitaler Arbeitsplatz ist kein Selbstläufer. Großmigrationen wie in Schleswig-Holstein sind komplex. Sie erfordern minutiöse Planung, umfangreiche Mitarbeiterschulungen und brechen mit jahrzehntelanger Gewohnheit. Die Kompatibilität mit alten Microsoft-Office-Dokumenten bleibt eine Herausforderung, auch wenn LibreOffice hier große Fortschritte gemacht hat.
Doch die Dynamik ist unumkehrbar. Der politische Wille ist da, und Pioniere ebnen den Weg. Deutschland hat mit dem Zentrum für digitale Souveränität (ZenDiS) eine nationale Unterstützungsstelle geschaffen. Dessen eigene Open-Source-Kollaborationssuite openDesk nutzen bereits fast 100.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst.
Die Botschaft ist klar: Die Ära der unbefragten Abhängigkeit von proprietärer Software geht zu Ende. Europa baut sein digitales Fundament neu – und LibreOffice ist dabei der häufigste Grundstein.
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