Der US-Hersteller Light erweitert sein Sortiment um ein Klapphandy, das bewusst auf Internet und Apps verzichtet. Das Gerät kostet 299 Euro und zielt auf junge Nutzer ab, die dem Dauerbeschuss durch soziale Medien entkommen wollen.
Zurück zu den Wurzeln – mit moderner Technik
Das Light Flip setzt auf ein klassisches Klappdesign mit einem 2,8 Zoll großen monochromen OLED-Display – ohne Touchscreen. Statt Wischgesten steuern Nutzer das Gerät über eine altbewährte T9-Tastatur. Unter der Haube arbeitet ein MediaTek MT8873-Chip, unterstützt von 6 GB RAM und 128 GB Speicher.
Die Technik überrascht: Eine 50-Megapixel-Kamera auf der Rückseite liefert 12-Megapixel-Aufnahmen. Der Akku ist mit 1800 mAh austauschbar, es gibt einen 3,5-mm-Kopfhöreranschluss, USB-C und Stereo-Lautsprecher. Mit 160 Gramm ist das Gerät angenehm leicht und dank IP54-Zertifizierung gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Ein sekundäres Außendisplay sucht man vergeblich – stattdessen signalisiert eine einzelne LED eingehende Nachrichten.
LightOS: Ein Betriebssystem ohne Ablenkung
Die Software des Light Flip heißt LightOS und ist bewusst kastriert: Kein Browser, keine sozialen Netzwerke, kein App-Store. Stattdessen gibt es nur Telefonie, SMS, Wecker, Taschenrechner, Kalender und ein Adressbuch. Dazu kommen ein Musikspieler, Podcast-Funktionen, Wetterinfos, Notizen und ein Tool für Zwei-Faktor-Authentifizierung.
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Immerhin: Light hat ein Entwicklerprogramm mit SDK aufgelegt. Rund 2.000 Programmierer arbeiten bereits an Open-Source-Erweiterungen. Technisch ist das Gerät erstaunlich gut vernetzt: 5G, Wifi 6 und Bluetooth 5.0 sind an Bord, dazu nano-SIM und eSIM.
Netzbetrieb und Preise
Light fungiert als eigener Mobilfunkanbieter (MVNO) und nutzt die Infrastruktur von AT&T und T-Mobile. Kunden können das Gerät entweder für 299 Euro kaufen oder einen Zwei-Jahres-Vertrag für 39 Euro im Monat abschließen – inklusive unbegrenzter Telefonie und SMS sowie 1 GB Datenvolumen.
Der Markt für „Slow Tech“ wächst
Der Launch kommt nicht von ungefähr: Die Bewegung für digitalen Minimalismus gewinnt an Fahrt. Branchenbeobachter schätzen den Markt für ablenkungsfreie Geräte inzwischen auf einen zweistelligen Milliardenbetrag. Laut Marktforschung haben rund 52 Prozent der Millennials und der Generation Z schon einmal darüber nachgedacht, auf ein einfaches Handy umzusteigen – um dem „Doomscrolling“ und der ständigen Erreichbarkeit zu entkommen.
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Die Light-Gründer Kaiwei Tang und Joe Hollier zielen mit dem Flip bewusst auf die 18- bis 30-Jährigen. Der Schritt kommt zeitgleich mit einer Preiserhöhung des Flaggschiffs Light Phone III von 699 auf 899 Euro – Folge der anhaltenden chipkrise im Speichermarkt.
Verfügbarkeit
Das Light Flip ist in sechs Farben vorbestellbar. Die ersten Auslieferungen sollen im April 2027 beginnen. Ob das Gerät auch nach Deutschland kommt, ist noch offen – derzeit konzentriert sich Light auf den US-Markt.

