Das Open-Source-Projekt LineageOS baut die Unterstützung für bestehende Smartphones und Tablets deutlich aus. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, wurden 24 zusätzliche Geräte in die offizielle Kompatibilitätsliste aufgenommen. Die Erweiterung folgt auf den Wechsel zur Version LineageOS 24.0, die auf Android 17 aufsetzt und laut Changelog 32 von Autor Nolen Johnson schneller als erwartet fertiggestellt werden konnte.
Überarbeitete System-Apps und neue Werkzeuge
Gemeinsam mit der vergrößerten Hardware-Basis führt das Projekt diverse Verbesserungen im App-Ökosystem ein. Neu hinzugekommen ist der Bildeditor Canvas, der Werkzeuge zum Zuschneiden, für den Weißabgleich sowie verschiedene Filter bereitstellt. Die Anwendung ergänzt die bestehende Bildbearbeitung Glimpse und die Kamera-App Aperture.
Auch an weiteren Standardanwendungen wurden Anpassungen vorgenommen. Die Musik-App Twelve bietet kürzere Ladezeiten bei großen Mediatheken, während der hauseigene Browser Jelly nun Webanwendungen im Stil von Progressive Web Apps unterstützt. Der Android-TV-Launcher Catapult blendet auf mobilen Geräten künftig eine Batterieanzeige ein.
Im Systemkern ist zudem WebView in der Version 155.0.8059.30 enthalten. Für schnellere Systemaktualisierungen streamt der Updater Installationspakete standardmäßig, was die Installationszeit auf Geräten mit A/B-Partitionsstruktur spürbar reduziert.
Vereinfachte Installation und strengere Kernel-Richtlinien
Um den Installationsprozess zugänglicher zu gestalten, stellt das Projekt unter flash.lineageos.org webbasierte Installationswerkzeuge via WebUSB bereit. Diese decken Schnittstellen wie ADB und Fastboot sowie herstellerspezifische Protokolle wie Samsung Odin und Amlogic Burn ab. Die bisherigen Anleitungen im Wiki des Projekts bleiben parallel dazu der offizielle Standard.
24 zusätzliche Smartphones sind neu in der Kompatibilitätsliste aufgenommen — darunter Modelle, die vom Hersteller längst keine Updates mehr erhalten. Wer sein Gerät weiter nutzen will, findet hier die passende Anleitung und die wichtigsten Patch-Infos. Kostenlosen Leitfaden zur Installation anfordern
Gleichzeitig verschärft das Team die technischen Vorgaben für Entwickler. Geräte, die noch auf den Linux-Kernel-Versionen 4.4 oder 4.9 basieren, werden nur noch für Einreichungen auf Basis von LineageOS 22.2 zugelassen. Neuere Entwicklungszweige wie 23.2 und 24.0 setzen zwingend exakte eBPF-Rückportierungen voraus, die ohne den GCC-Compiler kompiliert werden müssen.
Pflege älterer Versionen und Sicherheitsstatus
Bei der Absicherung des Quellcodes wurden Sicherheitspatches aus dem Zeitraum von August 2025 bis Oktober 2026 in die Versionszweige 18.1 bis 24.0 integriert. Die explizite Anzeige des aktuellen Patch-Levels im System bleibt dabei LineageOS 21 auf Basis von Android 14 und neueren Versionen vorbehalten.
Ältere Zweige wie 15.1, 16.0 und 17.1 wurden bis November 2025 gepflegt; Sicherheitsbulletins von Dezember 2025 erwiesen sich dort teilweise als nicht rückportierbar.
Ohne aktuellen Patch-Level steigt das Risiko offener Sicherheitslücken — doch für viele ältere Geräte liefert der Hersteller keine Updates mehr. Der Leitfaden zeigt, welche Versionszweige noch versorgt werden und wie Sie den Patch-Stand prüfen. Patch-Level-Check jetzt starten
Für LineageOS 22.2 sind weiterhin monatliche Builds und Sicherheitsaktualisierungen vorgesehen, solange Google entsprechende Bulletins für Android 15 bereitstellt. Mit Blick auf die Barrierefreiheit hat das Team ein umfassendes Audit abgeschlossen und Schulungen für mehr als 40 Mitwirkende durchgeführt.
Während die Feature- und Stabilitätsparität mit Version 23.2 erreicht ist und erste Veröffentlichungen für ausgewählte Modelle vorbereitet werden, hat das Projekt noch keine spezifischen Termine genannt. Am 24. Dezember 2026 begeht LineageOS zudem sein zehnjähriges Bestehen.

