LinkedIn-Filter: Eine Million Nutzer melden KI-Spam in drei Wochen

LinkedIns Meldebutton gegen KI-Slop wird millionenfach genutzt. Parallel blockiert eine Gewerkschaft Googles Kauf von Spirit-Airlines-Daten.

Die Einführung neuer Filterfunktionen auf der Karriereplattform LinkedIn zeigt deutliche Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Newsfeeds. Wie aktuelle Daten belegen, wurde eine Ende Juli eingeführte Funktion zur Kennzeichnung minderwertiger, KI-generierter Inhalte innerhalb kürzester Zeit intensiv von der Nutzerschaft angenommen. Dies unterstreicht die wachsende Skepsis gegenüber automatisierten Texten in beruflichen Netzwerken.

Massive Resonanz auf „AI Slop“-Meldefunktion

Am 30. Juli 2026 führte LinkedIn den sogenannten „Seems like AI slop“-Button ein. Mit dieser Funktion können Anwender Beiträge markieren, die sie als minderwertigen, durch künstliche Intelligenz erzeugten „Abfall“ (Slop) identifizieren. Innerhalb von nur drei Wochen nach der Implementierung wurde dieser Button bereits über eine Million Mal angeklickt.

Die hohe Interaktionsrate verdeutlicht ein massives Aufkommen automatisierter Inhalte auf der Plattform. Analysen des Dienstleisters Pangram Labs stützen diesen Befund: Demnach werden aktuell rund 41 % der längeren Textbeiträge (Long-Form-Posts) auf LinkedIn als KI-generiert eingestuft.

Die Einführung des Melde-Werkzeugs hat für die Anwender bereits spürbare Folgen. Ersten Erhebungen zufolge sehen Nutzer nach der Einführung des Buttons etwa 40 % weniger dieser als „KI-Slop“ klassifizierten Inhalte in ihrem persönlichen Feed.

Datenschutzbedenken bei großflächiger Datenverwertung

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Während Plattformen wie LinkedIn versuchen, die Qualität von Inhalten durch Nutzer-Feedback zu sichern, steht die Verwertung großer Datenmengen für technologische Zwecke an anderer Stelle in der Kritik. Im Fokus steht dabei aktuell Google.

Das Unternehmen hat im Rahmen einer Insolvenzversteigerung für 10 Millionen US-Dollar den Zuschlag für die Geschäftsdaten der insolventen Fluggesellschaft Spirit Airlines erhalten. Spirit Airlines hatte den Flugbetrieb bereits im Mai 2026 eingestellt.

Das Datenpaket, das Google erwerben möchte, umfasst ein gewaltiges Volumen an interner Kommunikation, darunter über 100 Millionen E-Mails und rund 500 Millionen Nachrichten aus dem Kollaborations-Tool Microsoft Teams. Dieses Vorhaben stößt jedoch auf erheblichen Widerstand.

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Die zuständige Gewerkschaft der Flugbegleiter hat offiziellen Einspruch gegen den Datendeal eingelegt. Die Arbeitnehmervertreter begründen diesen Schritt mit massiven Datenschutzrisiken für die Mitarbeiter, deren interne Kommunikation nun in den Besitz des Technologiekonzerns übergehen könnte.

Gerichtliche Entscheidung steht noch aus

Die rechtliche Auseinandersetzung um die Übernahme der Spirit-Airlines-Daten durch Google verzögert sich unterdessen. Eine ursprünglich früher angesetzte Anhörung zu diesem Fall wurde nun auf den 9. September 2026 verschoben. Das Gericht muss prüfen, ob der Schutz der Mitarbeiterdaten gegenüber den Verwertungsinteressen aus der Insolvenzmasse ausreichend gewahrt bleibt.

Sowohl die Entwicklungen bei LinkedIn als auch der Fall Google verdeutlichen die zunehmenden Spannungen zwischen der rasanten Verbreitung und Nutzung von KI-Systemen einerseits und dem Bedürfnis nach Inhaltsqualität sowie dem Schutz privater Daten andererseits.

Während Nutzer auf sozialen Netzwerken aktiv gegen eine Flut automatisierter Beiträge vorgehen, fordern Gewerkschaften und Datenschützer strengere Kontrollen beim Handel mit sensiblen Kommunikationsdaten.