Der Linux-Kernel startet mit Version 6.19 fulminant ins Jahr 2026. Die heute von Linus Torvalds veröffentlichte Hauptversion setzt klare Schwerpunkte: Sie optimiert Handheld-Spielgeräte wie das Steam Deck, verpasst alten AMD-Grafikkarten einen unerwarteten Performance-Schub und bereitet den Weg für Intels nächste Prozessor-Generation. Für Linux-Gamer ist es ein Meilenstein.
Handheld-Gaming rückt in den Fokus
Der Erfolg von Valves Steam Deck hat einen ganzen Markt befeuert. Linux 6.19 adressiert diese Geräteklasse nun direkt mit mehreren Kern-Integrationen.
Native Temperatur-Überwachung für das Steam Deck war bisher nur mit Umwegen möglich. Jetzt meldet der Kernel die Temperatur der custom AMD-APU standardmäßig an System-Tools. Das sorgt für zuverlässigere Performance-Overlays – nicht nur auf SteamOS, sondern auf allen Linux-Distributionen.
ASUS Armoury-Treiber im Mainline-Kernel ist ein weiterer Coup. Besitzer von ASUS ROG-Laptops oder dem ROG Ally Handheld profitieren von direkter Kernel-Unterstützung für Hersteller-Features. Performance-Modi, RGB-Beleuchtung und Lüfterkurven lassen sich so ohne Drittanbieter-Tools steuern.
Viele Nutzer wissen nicht, dass ältere PCs, Notebooks und Handhelds oft mit einer Linux‑Distribution wieder deutlich schneller laufen. Das kostenlose Linux‑Startpaket liefert eine komplette Ubuntu‑Vollversion plus eine leicht verständliche Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung für den Parallel‑Umstieg — ohne Datenverlust und ohne Risiko. Gerade Linux‑Gamer und Steam‑Deck‑Besitzer profitieren von aktuellen Kernel‑Optimierungen. Probieren Sie es aus und machen Sie Ihre Hardware wieder zukunftsfähig. Kostenloses Linux‑Startpaket herunterladen
Grundstein für bessere HDR-Unterstützung wird mit der neuen DRM Color Pipeline API gelegt. Diese von Valve vorangetriebene Technologie ebnet den Weg für systemweites High Dynamic Range. Damit schließt Linux einen weiteren Rückstand zu Windows im Multimedia-Bereich.
Alter AMD-Grafikhardware erwacht zu neuem Leben
Die vielleicht überraschendste Nachricht betrifft Hardware, die über zehn Jahre alt ist. Ab sofort verwendet der Kernel für ältere AMD-Grafikkarten der GCN 1.0- und 1.1-Generation standardmäßig den modernen amdgpu-Treiber.
Bislang liefen Karten wie die Radeon HD 7000- oder R9 200/300-Serie auf dem veralteten radeon-Treiber. Der unterstützte jedoch kein Vulkan – essenziell für das Spielen von Windows-Titeln via Proton. Nutzer mussten den Wechsel manuell erzwingen.
Jetzt geschieht der Wechsel automatisch. Die Konsequenz ist enorm: Die alten Karten erhalten sofort Zugriff auf den modernen Mesa RADV Vulkan-Treiber. Erste Benchmarks zeigen Performance-Steigerungen von über 40 Prozent in einigen Spielszenarien.
Valves strategisches Engagement hier ist offensichtlich. Indem das Unternehmen ältere Hardware für Vulkan und Proton fit macht, erweitert es die potenzielle Nutzerbasis für SteamOS und Linux-Gaming. Millionen alter Grafikkarten werden so für Indie-Spiele und weniger anspruchsvolle Titel reaktiviert.
Intel: Von Lunar Lake bis zur nächsten Generation
Auch Intels Ökosystem profitiert umfassend von Linux 6.19 – von Display-Technologien bis zur Vorbereitung künftiger Chips.
Der Content Adaptive Sharpness Filter (CASF) für Intel-Grafik ist nun im Kernel. Diese erstmals mit Lunar Lake eingeführte Hardware-Funktion verbessert die Bildschärfe mit minimalem Performance-Overhead. Anders als Software-Lösungen nutzt CASF die Display-Engine selbst. Für den vollen Nutzen ist noch Unterstützung im Compositor nötig, doch der Grundstein ist gelegt.
Zukunftssicher mit Wildcat und Nova Lake: Die Kernel-Entwickler haben bereits Code für die künftigen Plattformen „Wildcat Lake“ und „Nova Lake“ integriert. Besonders bemerkenswert: Es gibt erste Treiber-Bausteine für die Xe3P-Grafikarchitektur der kommenden Nova-Lake-Prozessoren. So ist Linux vom ersten Tag an bereit, wenn die Chips auf den Markt kommen.
Sicherheit durch Linear Address Space Separation (LASS): Diese Sicherheitsfunktion neuerer Core Ultra- und Xeon-6-Prozessoren wird aktiviert. LASS verhindert bösartige Zugriffe über die Grenze zwischen Benutzer- und Kernel-Modus hinweg und erschwert spekulative Ausführungsangriffe erheblich.
Kernel-Interna: Scheduler, Rust und sauberer Code
Neben Hardware-Treibern bringt Linux 6.19 wichtige Updates für die Kern-Subsysteme.
Scheduler-Fixes und Metas Überraschung: Spät im Release-Zyklus wurden Performance-Probleme des EEVDF-Schedulers behoben. Die Patches stellen die Leistung in anspruchsvellen Multitasking-Umgebungen wieder her. Interessant: Wie auf der Linux Plumbers Conference bekannt wurde, setzt Meta (ehemals Facebook) die spezielle Scheduler-Konfiguration des Steam Decks nun auf seinen Servern ein. Eine Optimierung für Handhelds bringt also auch Effizienzgewinne in Rechenzentren.
Rust-Treiber erreichen Produktionsreife: Linux 6.19 ist ein Meilenstein für die Integration der Programmiersprache Rust. Es ist die erste Version, die funktionierende, vollständig in Rust geschriebene Treiber ausliefert – jenseits des Experimentier-Stadiums. Diese Reife soll langfristig speicherbezogene Sicherheitslücken in Treibern reduzieren.
Sauberer Code: In einer Bewegung zu inklusiverer Terminologie hat das Kernel-Team eine Funktion namens „genocide“ umbenannt. Die Routine, die alle Prozesse in einem bestimmten Namespace beendet, war bei ihrer Einführung auf Kritik gestoßen. Die Umbenennung folgt den inklusiven Sprachrichtlinien der Community.
Ausblick: Was bringt Linux 6.20?
Mit der Veröffentlichung von 6.19 öffnet sich nun das zwei-wöchige Merge-Fenster für Version 6.20. Beobachter erwarten einen Fokus auf die weitere Verfeinerung der neuen Xe3-Grafikarchitektur und möglicherweise weitere Rust-basierte Subsysteme.
Nutzer können den stabilen Linux-6.19-Kernel in den kommenden Tagen in Rolling-Release-Distributionen wie Arch Linux oder openSUSE Tumbleweed erwarten. Bei Fest-Versionen wie Ubuntu oder Fedora werden die Updates voraussichtlich in den Frühjahrs-Updates oder via Backport-Kernel einfließen.
Für die Linux-Gaming-Community ist dieses Release ein klarer Sieg. Es untermauert die Plattform als ernstzunehmendes Gaming-Betriebssystem, das alte Hardware revitalisieren und gleichzeitig modernste Geräte unterstützen kann.
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