Linux 7.1: Neuer NTFS-Treiber und Intels FRED-Technologie

Linus Torvalds bringt Linux 7.1 mit neuem NTFS-Treiber, Btrfs-Stabilität und Intels FRED-Unterstützung. Über 140.000 Zeilen Code entfernt.

Der neue Kernel, der am 14. Juni 2026 veröffentlicht wurde, bringt vor allem einen komplett neu geschriebenen NTFS-Treiber mit. Vier Jahre Arbeit stecken in der Entwicklung, die Namjae Jeon vorangetrieben hat. Der Treiber nutzt die modernen iomap- und folio-Infrastrukturen und bietet erstmals vollständige Schreibunterstützung inklusive verzögerter Speicherzuweisung. Das bisherige ntfs3 bleibt vorerst Standard – doch die neue Lösung positioniert sich als echte Alternative für alle, die Windows-formattierte Laufwerke unter Linux nutzen.

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Mehr Stabilität für Btrfs und exFAT

Neben NTFS hat das Entwicklerteam auch bei anderen Dateisystemen nachgebessert. Btrfs bekommt stabilere Shutdown-Prozeduren, exFAT erhält mit dem fallocate()-Systemaufruf eine Cluster-Vorzuweisung, die Fragmentierung reduziert. Für Netzwerkspeicher gibt es ebenfalls Neuerungen: Die CIFS-Implementierung unterstützt jetzt O_TMPFILE, und der kernelbasierte SMB-Server ksmbd meldet Attribute nun präziser.

Intels FRED-Technologie bringt Tempo

Ein architektonisches Highlight ist die standardmäßige Unterstützung von Intels Flexible Return and Event Delivery (FRED). Die Technologie soll bei I/O-intensiven Aufgaben zwischen vier und sieben Prozent mehr Leistung bringen – besonders auf den kommenden Panther-Lake-Prozessoren. Auch Intels Xe Arc Battlemage-Grafik und die QuickAssist-Technologie (QAT) für Zstd-Kompression profitieren von Optimierungen.

AMD-Nutzer dürfen sich über die Integration von Dynamic Energy Performance Preference (EPP) im amd-pstate-Treiber freuen – allerdings als optionales Feature. Dazu kommen SMU-15.0.8- und DCN-4.2-Unterstützung für die AMDGPU-Treiber.

Steam Deck, Apple Silicon und Handhelds

Mobilgeräte und Handhelds sind ebenfalls bedacht worden. Der Kernel behebt Audio-Probleme auf dem Steam Deck OLED und führt eine Batterieanzeige für Apple-Silicon-MacBooks ein – dank eines neuen Treibers von Hector Martin. Neue SoCs von Qualcomm, Rockchip und NXP werden unterstützt, ebenso wie die Controller des Lenovo Legion Go S.

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Aufräumarbeiten: Über 140.000 Zeilen weniger Code

Version 7.1 ist auch eine große Bereinigung. Mehr als 140.000 Zeilen veralteten Codes wurden entfernt. Schluss ist für die i486-Subarchitekturen (M486, M486SX, ELAN), ISDN, PCMCIA und das UDP-Lite-Protokoll. Wer Rust-Komponenten bauen will, braucht jetzt Rust 1.85 und bindgen 0.71.1. Und eine wichtige Änderung für Netzwerker: IPv6 lässt sich nicht mehr als separates Modul kompilieren – es muss fest im Kernel verankert sein.

Strengere Sicherheitsvorgaben

Die Sicherheitsabteilung hat ebenfalls zugelegt. Der Zugriff auf den Prozessspeicher über /proc/PID/mem unterliegt jetzt strengeren Standardberechtigungen. Das Landlock-Sicherheitsmodul wurde um einen neuen Hook erweitert, der speziell UNIX-Domain-Sockets schützt.

Ausblick: Linux 7.2 im August

Der stabile Kernel 7.1 liegt ab sofort auf kernel.org bereit. Der Entwicklungszyklus für den Nachfolger läuft bereits: Der erste Release Candidate für Linux 7.2 wird für den 28. Juni 2026 erwartet, die stabile Version soll Ende August 2026 erscheinen. Ein Schwerpunkt wird die Offenlegung von Case-Folding-Verhalten in Dateisystemen sein – um die Interoperabilität mit Windows-Netzwerkclients zu verbessern.