Linux 7.3: Valve belebt alte AMD-Grafikkarten neu

Linux-Kernel 7.2 RC5 und Mesa 26.1.6 bringen Updates für alte AMD-GPUs, Intel Arc und experimentelles DLSS für NVIDIA.

Die Open-Source-Welt rüstet auf: Sowohl der Linux-Kernel als auch die Grafikbibliothek Mesa erhalten massive Updates, die alte AMD-Grafikkarten wiederbeleben und gleichzeitig den Weg für Intels und NVIDIAs neueste Hardware ebnen.

Valve-Ingenieur haucht alter AMD-Hardware neues Leben ein

Ein entscheidender Schritt für Besitzer älterer AMD-Grafikkarten zeichnet sich ab. Alexander Deucher reichte am 29. Juli 2026 einen Pull-Request für den kommenden Linux-Kernel 7.3 ein. Dieser bringt DRM-Format-Modifier für die älteren AMD-Architekturen GFX6, GFX7 und GFX8 – eine Reihe, die von der Radeon HD 7000-Serie bis hin zu Polaris und Fiji reicht.

Entwickelt wurde die Funktion von Valve-Ingenieur Timur Kristóf. Die Neuerung verspricht spürbare Leistungssteigerungen, insbesondere für Vulkan-Wayland-Compositor und die Zink-OpenGL-auf-Vulkan-Übersetzungsschicht. Indem die Art und Weise modernisiert wird, wie diese teils über ein Jahrzehnt alten GPUs Datenpuffer verarbeiten, verlängert sich ihre Nutzungsdauer durch reine Software-Optimierung erheblich.

Linux 7.2 RC5: Netzwerk-Dominanz und Intel-Medien-Beschleunigung

Während die Arbeiten an Version 7.3 laufen, veröffentlichte Linus Torvalds am 30. Juli 2026 den fünften Release Candidate von Linux 7.2. Dieser wird von Netzwerk-Updates dominiert, die mehr als ein Drittel des Patches ausmachen. Hinzu kommen umfangreiche USB-Treiber-Verfeinerungen. Der Kernel ist mittlerweile auf knapp 43,9 Millionen Codezeilen angewachsen. Die stabile Version von 7.2 wird für Ende August 2026 erwartet.

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Parallel dazu wurden am selben Tag neue Patches für die Medienbeschleunigung von Intels Alchemist-GPUs (DG2) eingereicht. Entwickler Daniil Seliverstov arbeitet daran, die HuC-Medienunterstützung im Xe-Kernel-Treiber zu aktivieren. Dies ermöglicht GPU-beschleunigte H.265/HEVC-Videocodierung für die Intel Arc A-Serie – eine Funktion, die unter der neuen Treiberarchitektur bislang fehlte.

Mesa 26.1.6: Fehlerbehebungen für Doom und Horizon

Die Grafikbibliothek Mesa erhielt am 29. Juli 2026 das Update auf Version 26.1.6. Dieses Punkt-Release konzentriert sich auf Stabilität und spezifische Spiele-Fixes. Dazu gehören die Behebung von Seitenfehlern bei der AMD RX 9070 in Doom Eternal sowie die Korrektur von Beleuchtungsproblemen in Horizon Forbidden West.

Das Update enthält zudem Verfeinerungen des Intel ANV-Treibers für die kommende Panther-Lake-Architektur und Vulkan-Video-Codec-Fixes für AV1 und H.265.

NVK-Treiber: Experimentelles DLSS für NVIDIA-Grafikkarten

Ein Blick in die Zukunft zeigt: Der quelloffene NVK-Vulkan-Treiber für NVIDIA-Hardware erhält experimentelle DLSS-Unterstützung. Diese Funktion, die für das Mesa-26.2-Release im August 2026 geplant ist, nutzt die VK_NVX_binary_import-Erweiterung, um NVIDIA-CuBIN-Binärdateien zu laden. Während der experimentellen Phase müssen Anwender die Unterstützung manuell aktivieren.

Steam Deck: 31,8 Prozent mehr Leistung durch EPP-Boost

Gaming-Optimierungen für das Linux-basierte Steam Deck bleiben ein Schwerpunkt. Ein am 29. Juli 2026 veröffentlichter Test der „epp_boost“-Funktion des AMD-P-State-Treibers – entwickelt von Metas David Vernet – zeigte beeindruckende Ergebnisse: Die 1-Prozent-Niedrig-Frameraten des Steam Decks konnten um bis zu 31,8 Prozent gesteigert werden.

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Obwohl der Patch noch nicht formell von AMD geprüft wurde, implementiert er eine pro-Kern-Energieeffizienz-Präferenz (EPP) zur Verbesserung des Frame-Pacings. Das könnte für die flüssige Darstellung in anspruchsvollen Spielszenen entscheidend sein.

Valve finanziert RADV-Portierung auf Windows

Valve treibt zudem die Portierung des Linux-nativen AMD-RADV-Vulkan-Treibers auf Windows voran. Das von Collabora durchgeführte Projekt wird von Valve finanziert. Berichten vom 30. Juli 2026 zufolge konnte das Proof-of-Concept Counter-Strike 2 unter Windows ausführen – und das ohne das Windows-Subsystem für Linux (WSL).

Die größte Herausforderung: die proprietäre Natur von AMDs Windows-Kernel-Mode-Treiber. Die Entwickler müssen undurchsichtige Schnittstellen durch Reverse Engineering entschlüsseln, um die Kompatibilität zu gewährleisten.

NVIDIA GeForce 610.88: Offizielle Unterstützung für neue Spiele

Auch außerhalb der Open-Source-Welt tut sich etwas. NVIDIA veröffentlichte am 29. Juli 2026 den GeForce 610.88 WHQL-Treiber. Dieser bietet offizielle Unterstützung für Assassin’s Creed Shadows und die Gears of War: E-Day-Beta.

Benchmarks mit einer RTX 5080 und Ryzen 7 9800X3D zeigten Leistungssteigerungen von rund 6,8 Prozent in Assassin’s Creed Shadows im Vergleich zu früheren Treiberversionen.

Der Treiber behebt zudem mehrere Stabilitätsprobleme, darunter Abstürze in Halo: Campaign Evolved auf RTX-50-Serie-Hardware und lange Pausen in Path of Exile 2 bei Nutzung der DirectX-12-API. Erste Nutzerberichte zu Forza Horizon 6 zeichnen jedoch ein gemischtes Bild: Während die durchschnittlichen Bildraten leicht stiegen, beobachteten einige Tester eine geringere Gleichmäßigkeit des Frame-Pacings.