Linus Torvalds hat die Veröffentlichung des stabilen Linux-Kernels 7.3 bekanntgegeben. Wie Branchenberichte vom 18. Oktober 2026 festhalten, bringt die neue Version weitreichende Aktualisierungen für Netzwerktreiber sowie Verbesserungen der allgemeinen Systemleistung mit sich.
Das Linux-Kernel-Projekt verzeichnete für diesen Entwicklungszyklus neue Höchststände: Mit 18.765 Non-Merge-Commits von 3.021 Entwicklern, darunter 807 Erstbeiträge, wurden in allen drei Bereichen historische Rekordwerte aufgestellt.
Dateisysteme, Speicher und Systemarchitektur
Der Kernel integriert mit FailFS ein neues virtuelles Dateisystem, das für Sandboxing-Zwecke Dateioperationen gezielt mit dem Fehlercode EOPNOTSUPP abbrechen lässt. Zudem implementiert das Projekt den neuen Systemaufruf fchroot(), stattet OverlayFS mit id-mapped Mounts aus und erweitert BPF um globale Per-CPU-Daten. Bei der Prozessverwaltung wurde die Gruppenscheduling-Mechanik überarbeitet und der sched_ext-Subscheduler fertiggestellt.
Im Bereich der Speichersysteme entfernte das Projekt bei Btrfs den veralteten Free-Space-Cache v1. Bei ext4 sind nun parallele Direct-I/O-Schreibvorgänge in nicht überlappenden Dateibereichen möglich, während F2FS paralleles Flashen auf mehrere Geräte unterstützt.
Der NTFS3-Treiber bietet erstmals eine Unterstützung für Windows Alternate Data Streams sowie das Auslesen der Windows-Systemkomprimierung. Der In-Kernel-SMB-Server ksmbd wurde um Kompatibilität zu Apple Time Machine und per-Share-Verschlüsselung für SMB3 erweitert, während FUSE nun Zero-Copy-I/O über io_uring erlaubt.
Gezielte Leistungsverbesserungen brachten Unternehmen ein: Ein Fix von ZTE für den KSM-Lock reduzierte die Latenz im Worst-Case-Szenario eines Stresstests von 705 Millisekunden auf unter 2 Millisekunden. Eine Optimierung von Xiaomi in zsmalloc steigerte die Leistung um das bis zu 1,83-Fache auf einem Raspberry Pi 4B und um das 1,4-Fache auf einem Intel-System mit 20 Kernen.
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Neuerungen bei Gaming und Grafikhardware
Einen spürbaren Fortschritt für Spieler erzielte die Valve-Ingenieurin Natalie Vock mit einem ersten Teil neuer VRAM-Patches, deren ansatz im April 2026 entdeckt und nach monatelanger Prüfung übernommen wurde. Bei vollem Videospeicher lagert der Kernel weniger prioritäre Daten in den System-RAM aus.
Unter Einsatz des vollständigen Patch-Sets ließ sich das Spiel Indiana Jones and the Great Circle mit einer Anforderung von 9 Gigabyte auf einer Grafikkarte mit 8 Gigabyte Speicher betreiben; weitere Verbesserungen sind für künftige Kernel geplant.
Darüber hinaus umfasst Linux 7.3 den ersten integrierten Treiber für den Steam Controller 2026 sowie Unterstützung für das MSI-Claw-Gamepad. Ältere Radeon-Grafikkarten von der HD-7000-Serie über Polaris bis Fiji profitieren von verbesserter Kompatibilität und verlässlicherer Wiederherstellung nach Abstürzen ohne Neustart.
Die Grafikunterstützung für Intel Nova Lake ist standardmäßig aktiviert, und der Nouveau-Treiber schafft Grundlagen für Vulkan-Video-Hardwaredekodierung.
Hardware-Plattformen, Netzwerke und Ausblick
Im Hardware-Bereich bereitet der Kernel den laut Quellen für Januar 2027 erwarteten Start von AMD Zen 6 vor, indem der HSMP-Treiber das Protokoll v7 für Zen 6 Family 1Ah Model 80H unterstützt. Hinzu kommen Treiber für Ryzen-AI-Halo-Mini-PCs, dynamisches EPP pro Kern im powersave-Governor von amd-pstate sowie erste Anpassungen für Intels Starfire-Architektur. Zudem gibt es initiale Boot-Unterstützung für Apple M3 Pro, Max und Ultra ohne Grafikeinheit sowie elf neue ISA-Erweiterungen für RISC-V.
Im Netzwerksegment wurden BIG TCP für VXLAN- und Geneve-UDP-Tunnel sowie Optimierungen für MPTCP unter extremer Speicherlast integriert. Netzwerk-Maintainer Jakub Kicinski erfasste 632 Patches im Bereich net und 648 in net-next. Er schätzte, dass etwa ein Drittel bis die Hälfte der net-next-Beiträge aus gering priorisierten, KI-generierten Aufräumarbeiten oder Klarstellungen bestand, und bezeichnete das Arbeitspensum für Maintainer als überwältigend.
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Der Quellcode steht über Git und kernel.org bereit, während Linux-Distributionen ihre Ausrollung selbst organisieren; als einfacher Bezugsweg wurde Ubuntu 26.10 hervorgehoben. Das Merge-Fenster für Linux 7.4 öffnet unmittelbar nach der Veröffentlichung.
Da Torvalds zeitweise im Familienurlaub weilt, fällt der Zeitplan ungewöhnlich aus und könnte sich um eine Woche verlängern. Kernel 7.4 könnte noch vor Jahresende erscheinen und als diesjährige LTS-Version dienen, alternativ kommt Version 7.3 dafür infrage.

