Asahi-Linux-Entwickler Sven Peter hat die Pull Requests für die Apple-SoC-Device-Tree-Änderungen des kommenden Linux-7.4-Merge-Windows eingereicht, das später im Oktober 2026 beginnt.
Kern der Änderungen sind erstmals Device Trees für Apple-Systeme mit dem Basis-M4-SoC (Codename t8132) sowie für das MacBook Neo mit A18-Pro-SoC (t8140, interne Kennung j700).
Umfang der Device-Tree-Änderungen
Der DTS-Pull-Request umfasst 49 Dateien mit 3595 Insertions und 552 Deletions und baut auf Linux 7.3-rc1 vom 30. August 2026 auf. An den Änderungen waren Janne Grunau mit 16 Commits, Sven Peter mit 6 Commits und Yureka Lilian mit 15 Commits beteiligt. Zusätzlich enthält der Pull Request Korrekturen für dt-check-Style-Probleme bei bestehenden M1-, M2- und M3-Device-Trees.
Die initialen Device Trees für die M4-Macs decken laut Berichten sechs Modelle ab: das 14-Zoll-MacBook Pro aus dem Jahr 2024 (j604), den 24-Zoll-iMac mit zwei beziehungsweise vier USB-C-Anschlüssen aus demselben Jahr (j623/j624), das 13- und 15-Zoll-MacBook Air aus 2025 (j713/j715) sowie den Mac mini aus 2024 (j773g).
Diese Device Trees beschreiben CPU-Kerne, Interrupt-Controller, Power-States, Watchdog, serielle Schnittstellen, Pin-Controller, I2C sowie den Boot-Framebuffer. Die GPU-Unterstützung fehlt bislang.
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Für das MacBook Neo mit A18-Pro-Chip fällt der Umfang schmaler aus: Er beschränkt sich auf CPU, Interrupt-Controller, Watchdog, serielle Schnittstelle und Framebuffer. Das MacBook Neo gilt als günstigstes Apple-Laptop und startet laut Berichten ab 699 Euro in Italien.
Treiberseitige Ergänzungen
Parallel zu den Device-Tree-Änderungen reichte Peter einen eigenen Git-Pull für Apple-SoC-Treiberänderungen ein, ebenfalls auf Basis von Linux 7.3-rc1. Dieser bringt Unterstützung für gemeinsam genutzte GPIO-Leitungen unter ARCH_APPLE mit, etwa für Speaker-Codecs, die sich eine GPIO-Leitung teilen. Hinzu kommt Unterstützung für RTKit-Crashlogs bei älteren 32-Bit-Co-Prozessoren, wie sie in früheren iPhone- und iPad-Modellen verbaut waren.
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Dieser Treiber-Pull-Request fällt mit zwei Dateien, 120 Insertions und 22 Deletions deutlich kleiner aus als die Device-Tree-Änderungen. Als Autoren werden James Calligeros mit einem und Nick Chan mit zwei Commits genannt.
Was die Änderungen für Nutzer bedeuten
Die Aufnahme der Device Trees in den Kernel ist ein notwendiger Zwischenschritt, bedeutet aber noch keine unmittelbare Nutzbarkeit für Endanwender. M4- und M5-Macs sind bislang nicht im Asahi-Installer enthalten, und ein Zeitplan für deren Aufnahme existiert nicht.
Zum Vergleich: Die Boot-Unterstützung für M3-Macs landete bereits in Linux 7.2. Bis Nutzer die neuen M4-Modelle oder das MacBook Neo tatsächlich mit Linux booten können, dürfte es demnach noch dauern – die aktuellen Einreichungen schaffen jedoch die Grundlage im Upstream-Kernel, auf der weitere Arbeiten, etwa an der GPU-Unterstützung, aufbauen können.

