Linux Kernel 7.2-rc3: RISC-V-Support und KI-gestützte Entwicklung

Linux 7.2-rc3 bringt RISC-V-Support und KI-getriebene Entwicklung. COSMIC 1.2 präsentiert sich als reiner Rust-Desktop mit Glas-Effekten.

Mit der Veröffentlichung von Kernel 7.2-rc3 und dem COSMIC-Desktop 1.2 stehen gleich mehrere Meilensteine an – darunter verbesserte Hardware-Unterstützung und eine optische Modernisierung, die auch deutsche Anwender interessieren dürfte.

Linux 7.2-rc3: RISC-V-Unterstützung und KI-gestützte Entwicklung

Linus Torvalds hat am 12. Juli die dritte Release-Candidate-Version des Linux-Kernels 7.2 veröffentlicht. Der finale Release wird für August erwartet. Torvalds selbst wies auf eine neue Normalität hin: Die Zahl der Code-Änderungen pro Zyklus steigt – ein Trend, den er auf den zunehmenden Einsatz von KI-Tools in der Entwicklung zurückführt.

Das Highlight dieser Version: die Integration von UltraRISC RISC-V-Hardware. Konkret wurde der ARCH_ULTRARISC Kconfig-Eintrag aufgenommen, der die UR-DP1000-Plattform mit acht C100-Kernen unterstützt. Der Code wurde erst kurz vor dem 7.2-rc3-Release eingepflegt.

Daneben gibt es zahlreiche Treiber-Anpassungen. Darunter Korrekturen für die SEGA Dreamcast sowie verbesserte Display-Erkennung für Systeme mit mehreren Grafikkarten. Nach dem stabilen Release im August wird Kernel 7.2 voraussichtlich in Ubuntu 26.10 zum Einsatz kommen. Fedora-Nutzer müssen rund zwei Monate länger warten.

COSMIC 1.2: Rust-Desktop mit Stil

System76, der US-Hardware-Hersteller hinter Pop!_OS, hat Version 1.2 seiner COSMIC-Desktop-Umgebung veröffentlicht – und die setzt voll auf Rust. Seit der Version 1.1 Anfang des Jahres wurde sämtlicher verbliebener C-Code entfernt. COSMIC positioniert sich damit als moderne, vollständig in Rust implementierte Alternative zu GNOME und KDE.

Die neue Version bringt modulare Funktionen wie On-Demand-Tiling und ein Fenster-Stapelsystem (Tabbing). Einen Tag später, am 12. Juli, folgte ein optisches Highlight: der Frosted-Glass-Effekt. Transluzente Panels, Menüs und Systemoberflächen verleihen dem Desktop eine moderne Ästhetik. Nutzer können Stärke und Opazität des Glaseffekts in den Systemeinstellungen anpassen.

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Aktuell ist das Feature exklusiv für Pop!_OS 24.04 LTS verfügbar. Ein Rollout für andere Distributionen wird bereits für den 14. Juli erwartet. Entwickler von COSMIC-Apps wurden aufgefordert, ihre Software auf Alpha-Transparenz zu testen und die Kompatibilität mit Wayland sicherzustellen.

Distributionen im Update-Fieber

Auch die großen Distributionen haben in den vergangenen Tagen nachgelegt:

Debian 13.6 (Trixie) wurde am 12. Juli veröffentlicht und enthält über 100 Sicherheitsupdates. Ein zentraler Fix betrifft ein abgelaufenes Secure-Boot-Zertifikat, das über das Tool fwupd 2.0.20 erneuert wird. Zudem wurde die GeoIP-Datenbank auf eine Version von 2019 zurückgesetzt – Grund sind Lizenzprobleme. Patches gibt es auch für curl, apache2 und qemu.

Manjaro 26.1 (Bian-May) hat seinen ersten Release Candidate erreicht. Die auf Kernel 7.1.3 basierende Version integriert GNOME 50 und Plasma 6.6.6. Wichtige Neuerung: Das Projekt stellt auf eine Community-getragene Non-Profit-Struktur um. Zudem wird die Unterstützung für NVIDIAs Pascal-GPUs offiziell eingestellt.

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Linux Mint 23 mit Cinnamon 6.8 wird für Ende 2026 erwartet. Der Fokus liegt auf vollständiger Wayland-Unterstützung – inklusive verbesserter Hardware-Beschleunigung, HiDPI-Skalierung und nativer NVIDIA-EGL-GBM-Unterstützung. Neue Werkzeuge wie cinnamon-list-windows sollen die Bedienung zusätzlich erleichtern.

Die Entwicklungsdynamik zeigt: Linux bleibt nicht stehen. Während der Kernel die Hardware von morgen unterstützt, modernisieren Desktops wie COSMIC das Nutzererlebnis – und die Distributionen ziehen mit Sicherheitsupdates und neuen Funktionen nach.