In der Linux-Welt nimmt die Zahl an Initiativen deutlich zu, die das Bedienkonzept und die visuelle Gestaltung von Apples Betriebssystem nachbilden. Wie Branchenberichte Anfang November dokumentieren, verzeichnete die Open-Source-Szene im Jahr 2025 zunächst einen Neustart eines solchen Systems, bevor im Oktober 2026 zwei neue Distributionen und im November 2026 vier weitere Projekte mit Apple-Anleihen folgten.
Diese Entwicklung fällt zeitlich mit Veränderungen in der Hardware-Landschaft zusammen: Apple lässt Intel-basierte Rechner der Modelljahre 2006 bis 2020 schrittweise aus der offiziellen Unterstützung herausfallen.
Lediglich vier Intel-Geräte erhielten noch das System macOS 26 mit dem Codenamen „Tahoe“, das die letzte große Hauptversion für diese Prozessorarchitektur markiert. Während OpenCore Legacy Patcher in der Fassung 3.0-rc5 dieses System noch für ältere Geräte zugänglich macht, suchen viele Anwender nach Alternativen auf Linux-Basis.
Neue Distributionen und experimentelle Oberflächen
Unter den neu aufgetauchten Entwicklungen befindet sich LordOS, ein Debian-basiertes Vorhaben aus Argentinien, das sich optisch an macOS anlehnt. Das Projekt veröffentlichte innerhalb von drei Wochen neun Testversionen und verzichtet im Quellcode-Repository auf Hinweise zu verwendeten KI-Sprachmodellen.
Bei praktischen Prüfungen startet das System zwar fehlerfrei, weist jedoch noch Lücken wie fehlende Tastaturkürzel und doppelte Menüeinträge auf. Ein vergleichbares Verhalten bezüglich der Tastatursteuerung zeigte sich auch beim Projekt ZacOS-9.
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Parallel dazu meldete sich das System Cutefish mit Version 1.0 zurück, die für Architekturen unter x86-64 sowie Arm64 bereitsteht und um die Kompatibilitätsschicht Reef für Mac-Binärdateien ergänzt wurde. Aus der Ukraine stammt das aktualisierte Desert OS in Version 5.5, das ebenfalls auf die vertraute Ästhetik setzt.
Einen ungewöhnlichen technischen Pfad beschreitet ClokeOS: Die Umgebung setzt die Desktop-Oberfläche Xfce direkt auf Apples eigenem XNU-Kernel auf. Auf dieser Basis läuft Linux nativ, während Mac-Programme über die Übersetzungsschicht Darling und Windows-Anwendungen über Wine eingebunden werden.
Themes und Desktop-Skins bleiben populär
Neben vollständigen Distributionen entstehen fortlaufend Skins und Layouts für etablierte Linux-Desktops. Bereits im Jahr 2025 erschien PearOS Linux als KDE-Plasma-Erweiterung, die unter anderem Schnittstellen für eine Siri-ähnliche Spracherkennung bereitstellt.
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Für den ressourcenschonenden Desktop Xfce imitieren Themes wie Small Sur, Ventura-Xfce oder das ältere osXFCE aus dem Jahr 2017 das Vorbild aus Cupertino. Eine neuere Variante namens Cupertino wurde zudem unter Zuhilfenahme des KI-Modells Claude erstellt.
Die Bemühungen, Open-Source-Oberflächen wie macOS aussehen zu lassen, besitzen in der Szene eine lange Tradition. Frühere Anleitungen, wie etwa Anpassungen für Ubuntu 14.04 mit Unity-Tweak-Tools, speziellen Symbolpaketen und Fensterthemen, zeigen das dauerhafte Interesse der Nutzerschaft.
Die jüngste Welle eigenständiger Betriebssysteme und Themes zeigt, dass der Wunsch nach der gewohnten Optik abseits proprietärer Apple-Hardware weiterhin ungebrochen ist.

