Der bekannte Tech-YouTuber Jon Prosser hat die Anschuldigungen zurückgewiesen, er habe gemeinsam mit einem Informanten Betriebsgeheimnisse von Apple gestohlen. In einer formellen Stellungnahme, die am 2. Juli 2026 beim zuständigen Gericht in Nordkalifornien eingereicht wurde, bestreitet er die Vorwürfe einer kriminellen Verschwörung.
Was genau wird Prosser vorgeworfen?
Im Zentrum des Rechtsstreits stehen undichte Informationen über künftige Versionen von Apples mobilem Betriebssystem sowie über Hardware-Designs. Apple hatte Klage eingereicht, nachdem Details zu angeblichen Neuerungen wie dem „Liquid Glass“-Redesign an die Öffentlichkeit gelangt waren.
Prosser räumt in seiner Erwiderung zwar ein, mit einer Quelle namens Ramacciotti Kontakt gehabt zu haben. Er bestreitet jedoch, dass es sich um eine kriminelle Absprache handelte. Der YouTuber gab zu, an einem FaceTime-Gespräch mit Ramacciotti teilgenommen zu haben, bei dem Funktionen der iOS-Software gezeigt wurden. Allerdings habe er nichts davon gewusst, dass es sich um gestohlene Geschäftsgeheimnisse handelte – oder dass das verwendete Gerät einer dritten Person namens Lipnik gehörte.
Die Verteidigung argumentiert, dass es keine vorherige Vereinbarung zur Beschaffung von Diebesgut gegeben habe. Vielmehr sei Ramacciotti allein für den unrechtmäßigen Erwerb der Apple-Technologie verantwortlich gewesen. Prosser habe den Kontakt abgebrochen, sobald er von den Umständen des angeblichen Diebstahls erfuhr.
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Zahlungen und die Frage nach dem Journalismus
Ein zentraler Punkt des Rechtsstreits sind die finanziellen Transaktionen zwischen den Beteiligten. Apples Klage deutet an, dass finanzielle Anreize hinter dem Leck steckten. Prossers Anwälte halten dagegen: Sämtliche Zahlungen oder Umsatzbeteiligungen mit Ramacciotti seien erst nach der Veröffentlichung der Informationen erfolgt.
Die Verteidigung stellt Prossers Handeln als journalistische Arbeit dar. Indem sie die Lecks als Teil eines Nachrichtenbeschaffungsprozesses einordnet, will sie eine klare Grenze zur illegalen Aneignung von Geschäftsgeheimnissen ziehen. Der YouTuber beantragt nun die Abweisung der Klage mit Rechtskraft und hat ein Geschworenenverfahren beantragt.
Ein Präzedenzfall für Tech-Journalismus?
Der Rechtsstreit um die iOS-26-Lecks könnte weitreichende Folgen haben. Es geht um die grundsätzliche Frage: Wo hört investigativer Journalismus auf, wo beginnt Geheimnisverrat? Das Verfahren könnte neue Maßstäbe für die Berichterstattung über unveröffentlichte Technologieprodukte setzen.
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Prosser ist nicht der einzige Content-Creator, der sich mit Apple vor Gericht sieht. Erst am selben Tag reichte Apple auch in einem separaten Verfahren eine Erwiderung ein – dort geht es um eine DMCA-Klage gegen mehrere andere YouTube-Kanäle. Apple argumentiert, die betreffenden Videos seien öffentlich zugänglich gewesen und das Unternehmen habe sich an die Plattformrichtlinien gehalten.
Das Verfahren vor dem Bundesgericht in Nordkalifornien wird sich nun mit den Details des „Liquid Glass“-Lecks und der Kommunikation zwischen Prosser und seinen Quellen befassen. Für die Tech-Szene ist der Fall brisant: Er zeigt, welches Risiko prominente Leaker eingehen, wenn sie mit internen Prototypen oder unveröffentlichter Software hantieren.

