LLMJacking: Gestohlene KI-Schlüssel verursachen über 100.000 Dollar am Tag

Mandiant und Google berichten von missbrauchten KI-Zugängen, hohen Abrechnungen und Angriffen auf Entwicklerplattformen.

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Sicherheitsforscher von Mandiant und der Google Threat Intelligence Group warnen vor einer wachsenden Welle von Angriffen unter dem Begriff LLMJacking.

Cyberkriminelle entwenden dabei systematisch Zugangsdaten zu Sprachmodellen von Unternehmen, um diese auf Schattenmärkten weiterzuverkaufen oder eigene rechenintensive Anwendungen auf Kosten der Opfer auszuführen. Für die betroffenen Organisationen führt dieser Missbrauch innerhalb kürzester Zeit zu massiven finanziellen Schäden.

Enorme Schäden durch unbefugte Schnittstellennutzung

Wie aus Berichten der Sicherheitsanalysten hervorgeht, registrierten einzelne Unternehmen unbefugte Kosten von über 100.000 US-Dollar an nur einem einzigen Tag. In einem Fall summierten sich die Ausgaben kumuliert auf rund 1 Million US-Dollar. Demnach gelang es einem Angreifer, mit einem einzigen gestohlenen API-Schlüssel in weniger als acht Stunden über 500.000 Aufrufe von Schnittstellen großer Sprachmodelle zu generieren.

Die Google Threat Intelligence Group betonte, dass derartige Angriffe binnen weniger Minuten sechsstellige Cloud-Kosten verursachen können. So erzeugte die Gruppierung UNC6993 nach der Erlangung entsprechender Zugangsdaten eine Abrechnung von über 100.000 US-Dollar im Cloud-Projekt eines Opfers.

Nach Erkenntnissen der Analysten zielen Angreifer neben API-Schlüsseln auch auf Cloud-Zugangsdaten, Identitäts-Token, Dienstkonto-Schlüssel sowie GitHub-Token ab, um eigene Rechenlasten zu betreiben, Anfragen über fremde Konten umzuleiten oder die Schlüssel weiterzuverkaufen.

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Schattenmärkte bündeln gestohlene Zugänge

Die entwendeten Zugänge fließen häufig direkt in kriminelle Vertriebsstrukturen. Als exemplarisches Beispiel gilt der Relay-Dienst „Jet Night“, der unbegrenzten Zugang zu modernen KI-Modellen für monatlich 60 US-Dollar anbot. Eine Auswertung ergab, dass dadurch Nutzungskosten von rund 1 Million US-Dollar an die geschädigten Unternehmen weitergereicht wurden.

Zudem betreiben Akteure sogenannte LLM-Mixer, die gestohlene Zugangsdaten bündeln und über zentrale Gateways verteilen. Die Google Threat Intelligence Group rechnet damit, dass Angreifer derartige Methoden künftig noch stärker priorisieren werden.

Die Angriffe betreffen Unternehmen aus den Bereichen Finanzen, Einzelhandel, Technologie und Transport in Nord- und Südamerika sowie im asiatisch-pazifischen Raum.

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Nach Untersuchungen des Sicherheitsdienstleisters Wiz bildeten solche Broker-Infrastrukturen auch die Ursache für eine Serie von Zwischenfällen, bei der über einen Monat hinweg mindestens zwölf KI-Entwicklerplattformen angegriffen wurden.

Zu den Zielen zählten unter anderem CommandCode, Northflank, Trigger.dev sowie Chainstack und WorkOS, wobei mehrere Angreifer dieselben kompromittierten Schlüssel nutzten.

Im Rahmen dieser Angriffswelle verzeichnete Chainstack am 26. Oktober 2026 einen Vorfall über eine Drittanbieter-Komponente, bei dem Angreifer Zugriff auf die Entwicklungs- sowie Teile der Produktionsumgebung erhielten. Dabei wurden Organisationsnamen, Kontoinhaber, E-Mail-Adressen, Passwort-Hashes und möglicherweise Node-Zugangsdaten exponiert.

Am 30. Oktober 2026 wurde zudem eine interne Vertriebsanwendung von WorkOS kompromittiert, was den unbefugten Zugriff auf Geschäftskontaktdaten und Zusammenfassungen von Kundenkommunikationen zur Folge hatte.

Empfehlungen für Unternehmen

Angesichts der steigenden Bedrohung raten Mandiant und Google den Verantwortlichen zu konkreten Schutzmaßnahmen. Unternehmen sollten unautorisierte Schatten-Modelle in ihren Systemen aufspüren und die Berechtigungen für Schnittstellen strikt segmentieren.

Neben Mechanismen zur automatischen Erkennung exponierter Anmeldedaten empfehlen die Experten die Einrichtung verbindlicher Nutzungslimits und Budgetwarnungen bei Cloud-Diensten sowie die flächendeckende Durchsetzung einer Mehrfaktor-Authentifizierung.