Die Betriebsführung großer Sprachmodelle (LLMOps) wird erwachsen. Unternehmen stellen ihre KI-Projekte von Experimenten auf geschäftskritischen Betrieb um – und brauchen dafür völlig neue Kontrollsysteme. Mitte Februar 2026 markieren milliardenschwere Investitionen und neue Industriestandards diesen fundamentalen Wandel.
KI-Observability wird zum Industriestandard
Generative KI und autonome Workflows dringen tief in Unternehmens-IT ein. Die größte Hürde ist ihre Nichtdeterminiertheit: Gleiche Eingaben können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Am 19. Februar 2026 wurde Openlayer als repräsentativer Anbieter im neuen Gartner-Marktführer für KI-Evaluierungs- und Observability-Plattformen gelistet.
Diese Anerkennung unterstreicht einen Branchenkonsens: Evaluation und Überwachung sind keine isolierten Aufgaben mehr. Sie werden zur zentralen Governance-Fähigkeit über den gesamten KI-Lebenszyklus hinweg. Laut Gartner werden bis 2028 sechzig Prozent aller Softwareteams solche Plattformen nutzen, um Vertrauen aufzubauen – ein gewaltiger Sprung von nur achtzehn Prozent im Jahr 2025.
„Unsere Strategie einer umfassenden Steuerungsebene wird bestätigt“, so Openlayer-CEO Gabriel Bayomi. Seine Plattform vereint Entwicklung und Produktion. Für stark regulierte Branchen wie Finanzen, Gesundheitswesen oder Telekommunikation bedeutet das: Sie können das bisherige Rätselraten bei KI-Einführungen beenden und jederzeit auditfähige Berichte vorlegen.
Millionen-Investitionen fließen in KI-Kontrollinfrastruktur
Der Kapitalmarkt reagiert auf den dringenden Bedarf an robuster LLMOps-Infrastruktur. Ebenfalls am 19. Februar 2026 sammelte das Startup Portkey 15 Millionen Euro in einer Finanzierungsrunde ein. Angeführt wurde sie von Elevation Capital, mit Beteiligung von Lightspeed.
Portkey bietet ein KI-Gateway, das direkt im Datenfluss sitzt. Es hilft Unternehmen, die Zuverlässigkeit zu managen, Governance durchzusetzen und die explodierenden Kosten von Sprachmodell-Anwendungen zu kontrollieren. „KI ist inzwischen tragende Infrastruktur für viele Unternehmen“, erklärt Gründer Rohit Agarwal.
Das Startup verarbeitet bereits über 500 Milliarden Tokens täglich – bei 125 Millionen Anfragen. Es verwaltet hunderttausende Euro an täglichen KI-Ausgaben für seine Nutzer. Das neue Kapital soll die Steuerungsebene ausbauen und den Vertrieb skalieren. Solche Tools sind essenziell, um in Hochlast-Umgebungen Budget-Überschreitungen zu verhindern.
Jobmarkt verlangt nach KI-Operations-Experten
Die schnelle Verbreitung dieser Tools verändert den IT-Arbeitsmarkt grundlegend. Laut Analysen vom 20. Februar 2026 hat sich die Nachfrage nach KI-Kompetenzen dramatisch verschoben. Waren früher Modelltraining und Hyperparameter-Optimierung gefragt, priorisiert der Markt heute betriebliche und Governance-Expertise.
Gesucht sind jetzt Fähigkeiten in LLMOps, KI-Strategie, Prompt-Flow-Management und automatisierter Feature-Entwicklung. IT-Verantwortliche suchen zunehmend Profis, die verstehen, wie man KI sicher im Live-Betrieb betreibt – und nicht nur, wie man Modelle baut. Dieser Shift spiegelt die Realität wider: Unternehmen brauchen Ingenieure, die Modell-Halluzinationen kontrollieren, Token-Kostenexplosionen managen und die Einhaltung strenger Datenschutzvorgaben wie der EU-KI-Verordnung sicherstellen.
Die EU‑KI‑Verordnung bringt klare Pflichten für Entwickler, Betreiber und Anwender von KI‑Systemen – von Risikoklassen bis zu detaillierter Dokumentation. Wenn Ihre Teams LLMOps in Produktion betreiben, brauchen Sie einen pragmatischen Umsetzungsplan, der Kennzeichnungspflichten, Nachvollziehbarkeit und Audits abdeckt. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt Schritt für Schritt, welche Pflichten jetzt gelten und wie Sie Ihr System rechtssicher klassifizieren und dokumentieren. Jetzt kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen
Guardrails: Die neuen Schutzschirme für Unternehmens-KI
Die Konvergenz aus neuen Observability-Plattformen und Investitionen in KI-Gateways führt zu einem zentralen Konzept des Jahres 2026: Guardrails (Schutzschirme). Diese strengen Richtlinien und automatisierten Checks halten KI-Systeme in definierten Grenzen. Sie legen fest, worüber ein Modell sprechen darf, welche proprietären Daten es schützen muss und welche autonomen Aktionen es ausführen kann.
Ohne umfassende LLMOps-Tools sind solche Guardrails kaum umsetzbar. Observability-Plattformen schaffen hier strukturierte Transparenz über jede Lebenszyklus-Phase. Sie erfassen Eingaben und Ausgaben, verfolgen Entscheidungspfade in agentenbasierten Systemen und überwachen den Zugriff auf externe Datenquellen. Für die Einhaltung der EU-KI-Verordnung ist diese lückenlose Nachverfolgbarkeit keine Option, sondern eine gesetzliche Pflicht.
Ausblick: 2026 wird zum Jahr der KI-Transparenz
Die Branche richtet sich komplett auf diese betrieblichen Notwendigkeiten aus. Spezialisierte Events, wie ein Treffen für KI-Teams von Braintrust Ende Februar 2026 in San Francisco, fokussieren sich ganz auf Evaluierung und Observability. Große Infrastrukturanbieter wie Datadog rücken KI-Überwachung und Sicherheitsintegrationen in den Mittelpunkt ihrer Roadmaps.
Die Botschaft ist klar: Teilweise Sichtbarkeit wird nicht mehr akzeptiert. Die Unternehmen, die KI 2026 und darüber hinaus erfolgreich skalieren, werden jene sein, die rigorose Messung, Erklärbarkeit und Kontrolle mit modernen LLMOps-Tools in jede Schicht ihrer Technologie-Architektur einbetten.





