LMU München: Cyberangriff kopiert Daten von 52.000 Studierenden

Unbekannte kopierten an der LMU München persönliche und finanzielle Angaben. Ermittler prüfen den Angriff, während die IT schrittweise zurückkehrt.

Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ist Ziel eines schwerwiegenden Cyberangriffs geworden, bei dem Unbekannte umfassende Datensätze der Studierendenschaft kopiert haben.

Der Vorfall wurde am 16. September 2026 bemerkt, nachdem sich Angreifer Zugriff auf die Immatrikulations-Stammdaten verschafft hatten. Wie die Universität mitteilte, reagierte die IT-Abteilung unmittelbar nach der Entdeckung mit einer vollständigen Abschaltung und Isolierung der betroffenen Systeme, um weiteren Datenabfluss zu verhindern.

Umfangreicher Diebstahl sensibler Informationen

Nach aktuellem Kenntnisstand umfasst das entwendete Datenmaterial eine Vielzahl persönlicher und finanzieller Informationen. Zu den kopierten Stammdaten gehören neben Namen, Geburtsdaten und Geburtsorten auch Geschlecht, Anschriften sowie Telefonnummern und E-Mail-Adressen der Betroffenen.

Besonders sensibel ist der Zugriff auf Bankdaten: Die Angreifer erlangten Informationen zu IBAN-Nummern und Kontoinhabern. Zudem sind potenziell Krankenversicherungs- und BAföG-Nummern sowie Angaben zu Schulabschlüssen betroffen.

Die genaue Zahl der Opfer ist derzeit noch nicht abschließend geklärt. Als Orientierungspunkt dienen die Einschreibezahlen des Wintersemesters 2025/26, in dem nach unterschiedlichen Angaben zwischen 52.000 und 53.000 Studierende an der Münchener Exzellenzuniversität immatrikuliert waren.

Eine positive Nachricht für die Betroffenen ist hingegen, dass Prüfungsdaten sowie spezifische Studieninhalte laut Angaben der Universität nicht von dem Angriff betroffen waren.

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Ermittlungen und technische Gegenmaßnahmen

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls haben das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) sowie spezialisierte IT-Forensiker die Ermittlungen aufgenommen. Ziel der Untersuchungen ist es, den Ursprung des Angriffs zu identifizieren und das genaue Ausmaß der Sicherheitslücke zu analysieren.

Bislang gibt es nach offiziellen Angaben keine Hinweise darauf, dass die gestohlenen Daten bereits im Darknet veröffentlicht oder für kriminelle Zwecke zum Verkauf angeboten wurden.

Die IT-Infrastruktur der LMU wurde infolge des Angriffs heruntergefahren, was erhebliche Auswirkungen auf den universitären Betrieb hat. Die Wiederaufnahme der regulären Immatrikulationsprozesse für das kommende Wintersemester ist für den 12. Oktober geplant. Um den betroffenen Studierenden und Bewerbern entgegenzukommen, hat die Hochschulleitung bereits eine Verlängerung der entsprechenden Fristen angekündigt.

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Kritik an der Informationspolitik

Trotz der schnellen technischen Reaktion sieht sich die Universitätsleitung Vorwürfen hinsichtlich ihrer Kommunikation ausgesetzt. Zwar wurde der Angriff bereits an einem Mittwoch bemerkt, die offizielle Veröffentlichung der Informationen erfolgte jedoch erst am darauffolgenden Samstag.

Der SPD-Digitalexperte von Brunn kritisierte diese Verzögerung bei der Information der Betroffenen. Eine frühzeitige Transparenz sei bei Vorfällen dieser Größenordnung essenziell, um den potenziellen Missbrauch von Bankdaten oder Identitätsmerkmalen zu erschweren.

Der Vorfall an der LMU München reiht sich in eine Serie von Cyberattacken auf Bildungseinrichtungen ein und verdeutlicht die anhaltende Verwundbarkeit öffentlicher IT-Infrastrukturen gegenüber professionell agierenden Angreifern. Die Ermittlungen des LKA dauern an, während die Universität parallel an der schrittweisen Wiederherstellung ihrer digitalen Dienste arbeitet.

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