Logistik-Automatisierung: 64.000 Belege in sechs Monaten verarbeitet

Automatisierung prägt moderne Logistik: KI-gestützte Systeme optimieren Warenannahme, Lagerung und Versand. Unternehmen setzen auf Robotik und smarte Softwarelösungen.

Die fortschreitende Integration von künstlicher Intelligenz und Robotik verändert die Abläufe in modernen Logistikzentren grundlegend. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass Unternehmen verstärkt auf vollautomatisierte Lösungen setzen, um die Effizienz bei der Warenannahme, der Bestandsverwaltung und dem Versand zu steigern. Dabei stehen insbesondere die nahtlose Erfassung von Daten und die Reduzierung manueller Eingriffe im Fokus der betrieblichen Optimierung.

Automatisierte Erfassung und robotergestützte Abwicklung

Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die Inbetriebnahme einer automatisierten Warenannahme am Standort von Lineage in Decatur, Alabama. Dort kommen Kameratürme des Anbieters Kargo zum Einsatz, welche SKU- und Chargendaten eigenständig erfassen.

In einem Zeitraum von sechs Monaten wurden laut Berichten vom August 2026 bereits über 64.000 Belege automatisiert verarbeitet. Das System bewältigt dabei ein tägliches Aufkommen von mehr als 500 Paletten. Elliott Wolf von Lineage und Sam Lurye von Kargo verwiesen in diesem Zusammenhang auf die Vorteile der automatisierten Datenprüfung für den Standort.

Parallel dazu nutzt die Baumarktkette Bauhaus in ihrem Zentrallager in Krefeld Systeme von XYZ Robotics, namentlich die Modelle RockyOne und RockyOne SE. Diese Roboter übernehmen die Entladung von Containern sowie die anschließende Sortierung und Palettierung der Waren.

Das System ist für den Betrieb rund um die Uhr ausgelegt und erfordert keine manuellen Eingriffe. Angesichts von über 290 Filialen in 19 Ländern und täglich tausenden Eingangssendungen mit mehr als 10.000 SKUs stellt die Automatisierung für Bauhaus ein zentrales Element zur Bewältigung der Volumen dar.

Strategische Integration und internationale Expansion

Im Bereich des Einzelhandels hat die Dosenbach-Ochsner AG ihre E-Commerce-Logistik in ein zentrales Distributionszentrum in der Schweiz integriert. Zur Unterstützung der Omnichannel-Plattform und zur Bewältigung von Auftragsspitzen, etwa am Black Friday, wurde ein System von Exotec implementiert. Dieses umfasst 101 Roboter sowie acht fahrerlose Transportsysteme (AGVs) und wird durch das Lagerverwaltungssystem PSIwms gesteuert. Die Planung und Umsetzung dieses Projekts erfolgte mit Unterstützung von Beratern des Unternehmens Miebach.

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Auf internationaler Ebene erweitern Unicommerce und Urban Company ihre Zusammenarbeit. Die bestehende SaaS-Partnerschaft wurde auf die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien ausgedehnt. Dabei kommt das Uniware Warehouse Management System (WMS) zum Einsatz, um die Bestandsverfolgung und eine lokalisierte Auftragsabwicklung sicherzustellen.

Das System umfasst regionale Anpassungen wie arabische Versandetiketten, konforme Rechnungsstellung und die Integration lokaler Steuervorgaben. Urban Company nutzt diese Technologie bereits für seine Aktivitäten in Indien.

Marktkonzentration und Effizienzsteigerung durch Software

Der Logistikmarkt verzeichnet zudem strategische Konsolidierungen. Das Unternehmen Stord übernahm zum 1. Januar 2026 Shipwire von CEVA Logistics. Durch diesen Schritt erweiterte Stord sein Netzwerk um zwölf Standorte und verstärkte seine Präsenz in der Europäischen Union sowie im Vereinigten Königreich.

Die Shipwire-Technologie, die über mehr als 200 Integrationen verfügt, wird in das Order Management System (OMS) von Stord überführt. CEO Sean Henry hob dabei die Bedeutung einer KI-gesteuerten Logistik hervor.

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Analysen des Anbieters Shipium verdeutlichen das Einsparpotenzial durch spezialisierte Carrier-Entscheidungsplattformen. Bei einem Verarbeitungsvolumen von über 200 Millionen Sendungen und einer Finanzierung durch Venture Capital in Höhe von 45 Millionen US-Dollar ermöglicht die Plattform Kostensenkungen von 8 bis 14 Prozent bei den Versandkosten.

Weitere Einsparungen zwischen 1,2 und 2,8 Prozent lassen sich durch automatisierte Reklamationsprozesse erzielen. Die Preisgestaltung für die Nutzung liegt zwischen 0,04 und 0,11 US-Dollar pro Versandetikett, wobei die Implementierung in der Regel vier bis acht Wochen in Anspruch nimmt.

Im Bereich der Industriedistribution zeigen Berichte von Tecsys, dass einfache Warenwirtschaftssysteme zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Durch den Einsatz spezialisierter Lösungen erreichte ein Kunde eine Genauigkeit von 99,9 Prozent beim Drahtschneiden, während ein anderer Anwender seine Arbeitsproduktivität um 15 Prozent steigern konnte. Tecsys selbst wurde im Gartner Magic Quadrant 2026 in der Kategorie der Herausforderer gelistet.

Regulatorische Anforderungen und neue Technologien

Die Vorbereitung auf künftige Compliance-Richtlinien wie FSMA 204, deren Einhaltung bis Juli 2028 gefordert ist, treibt die Entwicklung im Bereich Track-and-Trace voran. Nulogy hat hierfür ein Modul gestartet, das kritische Ereignisse (CTEs) erfasst und Rückverfolgbarkeitscodes generiert.

Einer Umfrage zufolge bewerten derzeit zwei Drittel der Unternehmen die Anforderungen, während 37 Prozent planen, ihre bestehenden ERP-, WMS- oder QMS-Systeme zu erweitern.

Zudem wurden neue Lösungen für den intermodalen Güterverkehr vorgestellt. Logic Robotics präsentierte mit Logic Pallet ein intelligentes Transloading-System. Dieses verfügt über autonome Mobilität und ein Digital Twin OS zur Echtzeit-Visualisierung, um den Transfer von Gütern zwischen Schiene und Straße zu optimieren.