Loongson 9A1000: Erste GPGPU mit 40 TOPS startet 2027

Loongson will die 9A1000 im ersten Halbjahr 2027 verkaufen. Preis und Windows-Unterstützung sind noch offen, während Nachfolger geplant werden.

Der chinesische Chiphersteller Loongson Technology hat auf seinem Halbjahres-Investoren-Call den Verkaufsstart seiner ersten GPGPU namens 9A1000 für das erste Halbjahr 2027 angekündigt. Chairman Hu Weiwu erklärte, das Tape-out des Chips sei bereits abgeschlossen, wie das Portal ithome.com berichtete.

Einstiegs-GPU mit KI-Fähigkeiten

Die 9A1000 ist als diskrete Einstiegs-GPU konzipiert. Laut einem Bericht von boardor.com liegt ihre Grafikleistung in etwa auf dem Niveau der AMD RX 550, während die KI-Leistung im zweistelligen TOPS-Bereich beziehungsweise bei 40 TOPS angesiedelt ist. Der Chip vereint dabei laut mysteel.com die Funktionen einer klassischen Grafikkarte mit denen einer KI-Beschleunigerkarte.

Als GPU soll sie sich vor allem im Markt für autonome Systeme behaupten und dort offen mit der RX 550 konkurrieren, als KI-Karte richtet sie sich an Anwendungen im Bereich verkörperter KI. Bereits jetzt sollen Nutzer eigene Agenten auf Basis der 9A1000 entwickeln.

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Zu den technischen Spezifikationen zählen laut boardor.com PCIe 4.0, ein 128-Bit-LPDDR4X-Speicherinterface sowie Unterstützung für OpenGL 4.0, OpenCL 3.0 und OpenGL ES 3.2. Der Chip beherrscht Videodecodierung nach H.264/H.265 und bietet Anschlüsse für HDMI 2.1, DisplayPort 1.4 und VGA. In Zahlen: 16 GP/s Pixel-Füllrate, 32 GT/s Textur-Füllrate, 1 TFlops bei FP32, 64 GFlops bei FP64 und 32 TFlops bei INT8.

Im Vergleich zum Vorgängermodell 2K3000 verdoppeln sich die Grafikpipelines, der Takt steigt um 25 Prozent, während die Fläche der Stream-Prozessoren um 20 Prozent sinkt. Der Stromverbrauch unter Leichtlast fällt laut technetbooks.com um 70 Prozent geringer aus, die Gesamtleistung steigt auf das Fünffache.

Preis hängt von Speicherkosten ab

Der endgültige Verkaufspreis der 9A1000 steht laut 163.com noch nicht fest, da er maßgeblich von den Kosten für LPDDR4-Speicher abhängt.

Softwareunterstützung und offene Fragen

Treiber für Linux, OpenHarmony und eingebettete Systeme stehen bereits zur Verfügung, zudem werden die KI-Frameworks Onnx Runtime und Ollama unterstützt. Ein Windows-Treiber befindet sich laut boardor.com noch in Entwicklung – diese Anpassung gilt als entscheidend dafür, ob die 9A1000 im offenen Wettbewerb gegen die RX 550 bestehen kann, das Ergebnis ist derzeit noch ungewiss.

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Roadmap sieht Nachfolger vor

Für die Zeit zwischen 2026 und 2027 plant Loongson bereits den Nachfolger 9A2000, der laut 163.com die vierfache Grafikleistung und die achtfache KI-Inferenzleistung der 9A1000 erreichen soll. Ein weiteres Folgemodell, die 9A3000, befindet sich ebenfalls in Planung.

Als Jahresziel für 2026 nennt Loongson laut gelonghui.com die initiale Lauffähigkeit eines Gesamtsystems aus 3B6600-Prozessor, 7A3000-Chipsatz und der 9A1000-GPGPU. Voraussetzung dafür ist, dass das Tape-out des 3B6600 rechtzeitig zurückkommt; Entwickler benötigten danach zusätzlich drei bis sechs Monate.

Parallel: CPU-Entwicklung und Kapitalerhöhung

Parallel zur GPU-Strategie treibt Loongson die CPU-Entwicklung voran: Ein sechster Hochleistungskern befindet sich in Arbeit und soll in die nächste Generation der 7000er-Serie einfließen.

In dieser Serie ist laut eastmoney.com zunächst die Server-CPU 3D7000 mit Tape-out vor der ersten Jahreshälfte 2028 vorgesehen, während die Stückzahlen der 3C6000 2026 gegenüber den rund 1.000 Einheiten des Jahres 2025 deutlich steigen sollen.

Finanziell verzeichnete Loongson für den Zeitraum Januar bis September 2025 einen Umsatz von 351 Millionen Yuan, ein Plus von 13,94 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, getragen unter anderem von der Desktop-CPU 3A6000. Wie digitimes.com berichtete, kündigte das Unternehmen zudem eine Kapitalerhöhung über 2,3 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 342,7 Millionen US-Dollar) an. Die Mittel sollen vor allem in IT-Chips sowie in die Weiterentwicklung von Kern-CPU- und GPU-Technologien fließen.