Low-Code-Markt: 41 Milliarden Euro 2026, bis 2029 auf 54 Mrd.

Der Low-Code-Markt wächst rasant auf 41 Milliarden Euro. Unternehmen nutzen No-Code-Tools und KI, um Anwendungen schneller zu erstellen.

Immer mehr Unternehmen setzen auf Low-Code- und No-Code-Plattformen, um Anwendungen schneller und kostengünstiger zu entwickeln. Statt zeilenweise Code zu schreiben, reichen inzwischen Drag-and-Drop-Oberflächen aus.

Markt explodiert: Milliarden für vereinfachte Entwicklung

Die Marktforscher von Gartner prognostizieren dem globalen Low-Code-Markt für 2026 ein Volumen von umgerechnet rund 41 Milliarden Euro. Bis 2029 könnte dieser Wert auf knapp 54 Milliarden Euro steigen. Die Analysten erwarten, dass dann rund 75 Prozent aller neuen Unternehmensanwendungen mit Low-Code-Plattformen erstellt werden.

Der Grund für diesen Boom liegt auf der Hand: Die Tools werden immer zugänglicher. Selbst Mitarbeiter ohne technischen Hintergrund können heute aus Rohdaten funktionale Dashboards erstellen. Verkaufszahlen oder Kundenzufriedenheitsdaten lassen sich mit wenigen Klicks in aussagekräftige Berichte verwandeln – ohne tiefgehende Datenwissenschaftskenntnisse.

„Citizen Developer“ erobern die Unternehmen

Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend in den Personal- und Weiterbildungsabteilungen. Dort nutzen interne Teams No-Code-Plattformen, um maßgeschneiderte Onboarding-Tools, Tests und Dashboards zu bauen. Die Abhängigkeit von der zentralen IT-Abteilung sinkt dadurch drastisch. In einigen Unternehmen konnte die Entwicklungszeit um 50 bis 90 Prozent reduziert werden.

Doch dieser Demokratisierungsprozess hat eine Kehrseite. Experten warnen vor Kontrollverlust. Ohne klare Richtlinien drohen Sicherheitslücken und Datenchaos. Erfolgreiche Unternehmen setzen daher auf rollenbasierte Zugriffskontrollen, strenge Datenschutzauflagen und formelle Genehmigungsprozesse. Nur so lassen sich die selbst gebauten Tools auf Unternehmensniveau bringen.

KI und neue Plattformen treiben die Entwicklung voran

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Die technische Entwicklung schreitet rasant voran. Microsoft hat mit Fabric Apps ein neues Framework in der Vorschau vorgestellt. Es nutzt TypeScript-Decorators, um automatisch APIs, Datenbanken und Authentifizierungsprotokolle zu generieren. Entwickelt für interne Tools und KI-Agenten, benötigt das System allerdings spezielle administrative Freigaben.

Auch die KI-Integration in Standardtools wird ausgebaut. Lizenznehmer von Microsoft 365 Copilot können inzwischen Chat-Fenster in Umfrage-Tools nutzen, um Fragen zu entwerfen und Antworten zu analysieren. Neue Funktionen zur Berechnung des Return on Investment (ROI) für KI-Agenten befinden sich seit Anfang Juli 2026 in der privaten Vorschau. Administratoren können damit Aufgabenabschlussraten und Kosteneffizienz überwachen.

Microsofts Strategiewechsel: Weniger Abhängigkeit von OpenAI

Der Trend zu Low-Code und KI-gestützter Entwicklung geht mit tiefgreifenden Veränderungen bei den Technologiekonzernen einher. Microsoft hat begonnen, für bestimmte Aufgaben in Excel und Outlook externe KI-Modelle von OpenAI und Anthropic durch eigene MAI-Modelle zu ersetzen. Ziel ist es, die Betriebskosten zu senken.

Das Modell MAI-Thinking-1 basiert auf einer spärlichen Mixture-of-Experts-Architektur (MoE) mit einer Billion Parametern. Während der Inferenz sind jedoch nur 35 Milliarden aktiv. Der Wechsel folgt auf eine Neuverhandlung der Verträge mit OpenAI im April 2026, die eine exklusive Lizenz für geistiges Eigentum beendete.

Am 6. Juli 2026 strich Microsoft zudem rund 4.800 Stellen – etwa 2,1 Prozent der Belegschaft. Die freiwerdenden Mittel sollen in die internen KI-Initiativen fließen.

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Markt konsolidiert sich: Übernahmen und Spezialisierung

Der Markt für Low-Code-Lösungen zeigt erste Konsolidierungstendenzen. Das Londoner Unternehmen Circeus hat am heutigen Mittwoch den Zukauf von Encodian bekannt gegeben. Encodian ist ein britischer Anbieter für Dokumentenautomatisierung auf der Microsoft Power Platform. Es ist bereits die 18. Übernahme von Circeus innerhalb von vier Jahren. Das Unternehmen erreicht damit mehr als 200.000 Geschäftskunden.

Der Deal zeigt: Die Nachfrage nach automatisierter Dokumentenverarbeitung im Low-Code-Ökosystem wächst rasant. Unternehmen suchen nach Komplettlösungen aus einer Hand – und die Branche reagiert mit Zusammenschlüssen.