LPCAMM2-Standard: Laptops bekommen austauschbaren Speicher zurück

Neuer LPCAMM2-Standard erlaubt Austausch von Laptop-Arbeitsspeicher. Erste Geräte und Module von Lenovo und Micron verfügbar.

Der lang ersehnte Durchbruch für mehr Nachhaltigkeit bei Notebooks ist da: Ab sofort können Nutzer den Arbeitsspeicher ihrer Laptops wieder selbst austauschen und aufrüsten.

Am 8. Juli 2026 feierte der neue LPCAMM2-Standard offiziell Marktstart. Die Technologie vereint die Energieeffizienz von verlöteten LPDDR-Chips mit der Flexibilität herkömmlicher Steckmodule. Erste kompatible Geräte und Hochleistungsmodule namhafter Hersteller sind ab sofort verfügbar.

Das Ende der verlöteten Speicherchips

Jahrelang mussten sich Laptop-Käufer damit abfinden, dass der Arbeitsspeicher fest verlötet ist. Das sparte zwar Platz und Strom, machte Aufrüstungen oder Reparaturen aber praktisch unmöglich. Der neue LPCAMM2-Standard beendet dieses Dilemma.

Die Technologie basiert auf Dells ursprünglichem CAMM-Design (Compression Attached Memory Module), das von der Industrieorganisation JEDEC zum offenen Standard weiterentwickelt wurde. Experten von iFixit loben die neue Bauform: Sie erlaube es, die effizienten LPDDR5X-Chips zu nutzen, ohne auf Austauschbarkeit verzichten zu müssen.

Das erste Notebook mit der neuen Technik ist das Lenovo ThinkPad P1 Gen 7. Es kommt mit Modulen des Speicherherstellers Micron in den Größen 32 und 64 Gigabyte.

Hersteller präsentieren erste Hochleistungsmodule

Zum Start des Standards zeigten mehrere Speicherhersteller ihre ersten Produkte. Team Group brachte gleich mehrere Varianten auf den Markt:

  • Die T-Force Vulcan DDR5 CAMM2 erreicht Geschwindigkeiten von DDR5-8000
  • Das T-Force Delta CAMM2 bietet erstmals ARGB-Beleuchtung im neuen Formfaktor
  • Für Notebooks gibt es die T-Create Expert AI LPCAMM2
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Auch die Branchengrößen Samsung und ADATA haben ihre Unterstützung für den Standard angekündigt. Den Anfang machen jedoch die Partnerschaft zwischen Micron und Lenovo.

Dramatische Preisspirale am Speichermarkt

Der Start des neuen Standards fällt in eine turbulente Zeit für die Computerbranche. Im zweiten Quartal 2026 sanken die weltweiten PC-Auslieferungen um 4,9 Prozent auf 68,2 Millionen Geräte. Damit endete eine neun Quartale andauernde Wachstumsphase.

Hauptgrund ist eine massive DRAM-Knappheit. Die enorme Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM) für Künstliche Intelligenz hat die Produktionskapazitäten für Standard-Speicher verknappt. Die Preise für LPDDR5X-Chips – genau jene, die in den neuen LPCAMM2-Modulen stecken – schossen im zweiten Quartal 2026 um 89 Prozent nach oben.

Samsung, der weltgrößte Speicherhersteller, meldete für denselben Zeitraum einen Rekordgewinn von umgerechnet rund 62 Milliarden Euro. Analysten rechnen nicht vor Anfang 2028 mit einer Entspannung, da neue Fertigungskapazitäten erst 2027 ans Netz gehen. Die durchschnittlichen PC-Preise sollen 2026 um 17 bis 18 Prozent steigen.

Integration bleibt Trumpf – zumindest in Nischen

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Die DRAM-Preise sind in 2026 um 89 Prozent gestiegen – ein Neukauf wird immer teurer. Mit dem LPCAMM2-Standard können Sie Ihren Laptop günstig aufrüsten. Unser Leitfaden hilft Ihnen, die richtigen Module zu finden und den Einbau selbst durchzuführen. Aufrüst-Guide jetzt sichern

Während LPCAMM2 auf Modularität setzt, treiben andere Bereiche die Integration weiter voran. AMD stellte am 8. Juli seine Versal Premium Gen 2-Systeme vor. Sie nutzen Memory-on-Package (MoP)-Technologie, um bis zu 32 Gigabyte LPDDR5X direkt auf dem Chip zu integrieren. Das spart bis zu 60 Prozent Platz – gedacht für Spezialanwendungen in der Luftfahrt und Netzwerktechnik.

Im Consumer-Bereich setzt sich derweil der Trend zu hohen Speicherkapazitäten fort. Lenovo brachte am 7. Juli den Yoga AI Mini PC in China auf den Markt – mit 64 Gigabyte LPDDR5X. Einen Tag später folgte GMKtecs EVO-X1 Pro Mini-PC, ebenfalls mit 64 Gigabyte für lokale KI-Anwendungen.