Lucid hat am 29. September 2026 das neue Infotainment-System Air UX 3.0 per Over-the-Air-Update für seine Elektrolimousine Air ausgerollt. Für viele Besitzer älterer Modelljahre bleibt die Freude darüber jedoch getrübt: Sie müssen für den Zugang zur neuen Software zunächst ein kostenpflichtiges Hardware-Upgrade im Servicecenter durchführen lassen – in den USA zu einem Preis von 950 Dollar inklusive Installation, exklusive Steuern.
Kostenlos nur für neuere Modelle
Die Softwareversion 2.11.0 steht Lucid-Air-Fahrzeugen ab Modelljahr 2025 kostenlos per OTA-Update zur Verfügung. Betroffen von der Zusatzgebühr sind dagegen Fahrzeuge der Jahrgänge 2022 und 2023 sowie einige Modelle aus 2024. Diese Autos können die neue Software mit ihrer bisherigen Recheneinheit nicht ausführen und benötigen für das Air UX 3.0 einen Austausch des Infotainment-Prozessors im Lucid-Servicecenter.
Laut einem Lucid-Sprecher vollzog der Hersteller Mitte 2024 den Wechsel auf die zweite Generation des Infotainment-Prozessors. Davon betroffen sind entsprechend nur jene 2024er-Airs, die vor diesem Zeitpunkt gebaut wurden. Für Märkte außerhalb der USA hat Lucid die Preise für das Upgrade zunächst offengelassen.
Zu den Betroffenen zählen auch frühe Käufer der Dream Edition, die für ihr Fahrzeug 169.000 Dollar bezahlt hatten und nun trotz des hohen Kaufpreises für das neue Interface zusätzlich zur Kasse gebeten werden.
Wer das Upgrade nicht bucht, muss deshalb nicht auf jegliche Software-Pflege verzichten: Lucid versorgt ältere Airs auch ohne die 950-Dollar-Aktualisierung weiterhin mit Bugfixes und Sicherheitsupdates, ein festes Enddatum dafür wurde nicht genannt.
Was sich beim OTA-Update ändert
Beim regulären Over-the-Air-Update bleiben Nutzerprofile, Phone- und Mobile-Key-Pairings sowie gespeicherte Ziele erhalten. Treten nach dem Update Startprobleme mit CarPlay oder Android Auto auf, kann laut Lucid ein erneutes Pairing nötig werden.
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Das neue Interface basiert auf der Gravity-Bedienoberfläche, die 2024 mit dem Gold iF Design Award ausgezeichnet wurde. Zu den Neuerungen zählen swipebare Karten auf dem Cockpit-Panel, per Wisch nach unten aufrufbare Schnellzugriffe sowie getrennte Inhalte auf Cockpit- und Pilot-Display. Hinzu kommen ein verbessertes EV-Routing mit Berücksichtigung von Lade-Netzwerken, Adapter-Kompatibilität und Mindestrestreichweite, eine Darstellung von CarPlay und Android Auto über die volle rechte Displayseite, eine sechsstellige PIN-Absicherung sowie schnellere Profilwechsel.
Ergänzt wird dies durch einen PIN-geschützten Ausstieg aus dem Gastprofil, die Funktion „Easy Entry & Exit“ und eine geringere Latenz zwischen den Displays.
Technisch läuft die neue Oberfläche auf dem 34-Zoll-Curved-Display des Air: Das linke Cockpit-Panel zeigt Karten für Fahrzeugfunktionen, Anrufe, gespeicherte Routen und Ladestationen, während temporäre Karten im rechten Cockpit-Panel erscheinen und per Wisch auf das vertikale Pilot-Panel in der Mittelkonsole geöffnet werden können. Die Profilsicherheit erfolgt künftig per PIN statt per Gesichtserkennung.
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Marc Solsona Palomar, Vice President Software bei Lucid, bekräftigte das Bekenntnis des Unternehmens zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Software. Ab Modelljahr 2027 wird Air UX 3.0 bei neu produzierten Fahrzeugen serienmäßig ab Werk installiert sein.
Vergleichbarer Fall bei Tesla
Ähnliche Fälle gab es bereits in der Branche: Tesla verlangte 2020 für die Nachrüstung der Media-Unit bei Model S und Model X zunächst 2.500 Dollar, später senkte der Hersteller den Preis auf 1.500 Dollar. Lucids Vorgehen reiht sich damit in eine Praxis ein, bei der Hersteller älteren Elektrofahrzeugen neue Software-Generationen nur gegen Hardware-Nachrüstung zugänglich machen.

