Lufthansa-Flug LH 1170: Powerbank-Brand führt zu Notlandung in Lyon

Ein Akkudefekt löste Rauch im Flugzeug aus; Lufthansa untersagt Powerbank-Nutzung und Laden an Bord bereits seit Januar 2026.

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Nach einem schwerwiegenden Zwischenfall an Bord einer Lufthansa-Maschine am 26. September 2026 rücken die Sicherheitsbestimmungen für den Transport von Lithium-Ionen-Akkus erneut in den Fokus der Luftfahrtbranche. Ein technischer Defekt an einer Powerbank führte während des Fluges zu einer massiven Rauchentwicklung, die bis in das Cockpit vordrang und die Piloten zur Einleitung einer Luftnotlage zwang.

Notlandung in Lyon nach Akkubrand

Auf dem Lufthansa-Flug LH 1170 von Frankfurt nach Lissabon geriet am 26. September 2026 die Powerbank eines Passagiers im Sitzbereich in Brand. Das betroffene Flugzeug, ein 27 Jahre alter Airbus A321-200 mit der Registrierung D-AISB, war um 20:47 Uhr gestartet.

Als sich der Brandgeruch bis in das Cockpit ausbreitete, erklärten die Piloten eine Luftnotlage, um eine priorisierte Landung einzuleiten. Die Crew sicherte das brennende Gerät in einem speziellen Lithium Safe Bag.

Die Maschine landete um 21:55 Uhr außerplanmäßig in Lyon. An Bord befanden sich 198 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder, von denen niemand verletzt wurde. Nach der Landung gab die Feuerwehr Entwarnung, und die Fluggäste konnten das Flugzeug regulär verlassen. Aufgrund nächtlicher Betriebsbeschränkungen am Flughafen Lyon wurden die Passagiere in Hotels untergebracht und am Folgetag auf alternative Flüge umgebucht.

Dieser Vorfall blieb an jenem Wochenende nicht das einzige Ereignis bei der Lufthansa. Eine weitere Maschine auf dem Weg von Frankfurt nach Toronto musste mit 371 Passagieren über Schottland umkehren und in Manchester landen, nachdem ebenfalls ein auffälliger Geruch in der Kabine gemeldet worden war.

Verschärfte Regularien für mobile Energiespeicher

Die Lufthansa Group hat bereits am 15. Januar 2026 auf die steigenden Risiken reagiert und die Nutzung sowie das Laden von Powerbanks an Bord ihrer Flugzeuge untersagt. Ausnahmen gelten lediglich für genehmigte medizinische Geräte. Passagiere dürfen maximal zwei Powerbanks im Handgepäck mitführen, wobei Geräte mit einer Kapazität von mehr als 100 Wattstunden (Wh) vorab angemeldet werden müssen.

Zudem gelten strikte Lagerungsvorschriften: Die Energiespeicher dürfen nicht im Aufgabegepäck transportiert werden. In der Kabine ist die Aufbewahrung in den Gepäckfächern über den Sitzen untersagt; sie müssen stattdessen in der Sitztasche des Vordersitzes, direkt am Körper oder im Handgepäck unter dem Vordersitz verstaut werden.

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Diese Richtlinien gelten laut ADAC einheitlich für die gesamte Konzerngruppe, einschließlich Eurowings, Discover, Swiss, Austrian, Brussels Airlines und ITA.

Auch international werden die Regeln strenger. In Großbritannien gelten seit dem 27. März 2026 Vorschriften der UK Civil Aviation Authority, die das Aufladen von Powerbanks an Bord sowie deren Nutzung zum Laden anderer Geräte verbieten.

Airlines wie Ryanair erlauben zwar bis zu 20 Ersatzbatterien pro Person bis jeweils 100 Wh, untersagen jedoch die Nutzung während Roll-, Start- und Landephasen. Wizzair begrenzt die Mitnahme auf lediglich eine Powerbank pro Person.

Technische Grenzwerte und Hersteller-Herausforderungen

Die Grenze für den genehmigungsfreien Transport liegt international meist bei 100 Wh. Zur Berechnung dieses Wertes dient die Formel: Amperestunden multipliziert mit der Spannung. Eine typische Powerbank mit 10.000 mAh und einer Spannung von 3,7 Volt erreicht somit 37 Wh und liegt deutlich innerhalb der Grenzwerte.

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Eine neue Herausforderung stellt das iPhone 18 Pro Max dar. Mit einer Akku-Kapazität von bis zu 21,6 Wattstunden überschreitet es erstmals die internationale Gefahrgutgrenze von 20 Wh für einzelne Lithium-Ionen-Zellen im Lufttransport.

Während das iPhone 18 Pro unter dieser Grenze bleibt, bietet Apple für das Max-Modell eine Software-Funktion an, die den Akku für den Versand unter 20 Wh entlädt. Ob diese Lösung von Transportbehörden dauerhaft anerkannt wird, bleibt offen.

Warnzeichen und Prävention

Fachleute des TÜV Süd und des TÜV-Verbands raten Passagieren zur erhöhten Aufmerksamkeit. Ein CE-Kennzeichen gilt als Mindestanforderung, während das GS-Zeichen zusätzliche geprüfte Sicherheit signalisiert.

Warnzeichen für einen defekten Akku sind ungewöhnliche Hitzeentwicklung im Betrieb, Verformungen, Verfärbungen an den Anschlüssen oder vorangegangene Stürze. Dr. Hermann Dinkler vom TÜV erläuterte dazu, dass beschädigte Akkuzellen interne Kurzschlüsse verursachen können, die zu extrem hohen Temperaturen führen.

Die Dringlichkeit dieser Maßnahmen verdeutlichen frühere Zwischenfälle: Anfang September 2026 musste ein KLM-Flug über dem Atlantik wegen einer brennenden Powerbank umkehren. Ende Juli 2026 zwang ein rauchendes Kopfhörer-Ladecase eine Swiss-Maschine zur Notlandung in Kanada. Den schwersten dokumentierten Fall gab es im Januar 2025 bei Air Busan in Korea, wo ein brand zur Evakuierung und zu sieben Verletzten führte.

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