Ein Zwischenfall mit einer brennenden Powerbank hat am 26. September 2026 zu einer außerplanmäßigen Landung eines Lufthansa-Fluges geführt. Auf der Verbindung LH1170 von Frankfurt nach Lissabon fing ein mobiler Zusatzakku eines Passagiers im Sitzbereich eines Airbus A321-200 Feuer. Nach einer erklärten Luftnotlage leitete die Besatzung das Flugzeug nach Lyon um, wo die Maschine um 21:55 Uhr sicher aufsetzte.
An Bord der Maschine befanden sich 198 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder. Nach Angaben der Fluggesellschaft wurde niemand verletzt. Die Kabinenbesatzung reagierte umgehend und sicherte das betroffene Gerät in einer speziellen Lithium-Batterie-Schutztasche, einem sogenannten Lithium Safe Bag.
Die Reisenden übernachteten in Hotels und wurden für den 27. September auf alternative Flüge an ihr Ziel nach Lissabon umgebucht. Am selben Wochenende kam es bei der Fluggesellschaft zu einer weiteren Unregelmäßigkeit: Ein Flug von Frankfurt nach Toronto mit 371 Passagieren musste wegen Kabinengeruchs in Manchester landen.
Strenge Vorgaben für Akkus im Handgepäck
Der Zwischenfall rückt die Sicherheitsbestimmungen für elektronische Begleiter auf Reisen erneut in den Fokus. Bei Lufthansa dürfen Powerbanks grundsätzlich nicht im Aufgabegepäck transportiert werden. Zudem ist es untersagt, die Akkus in den oberen Gepäckfächern der Kabine zu verstauen.
Stattdessen müssen sie griffbereit im direkten Zugriffsbereich der Fluggäste verbleiben, damit eine mögliche Rauchentwicklung sofort bemerkt und bekämpft werden kann. Diese Vorschriften gelten laut einem Bericht von RTL einheitlich für die gesamte Lufthansa-Gruppe, zu der auch Eurowings, Discover, Swiss, Austrian, Brussels Airlines und ITA gehören.
Auch andere Fluggesellschaften regulieren die Mitnahme strikt. KLM erlaubt pro Person maximal zwei Powerbanks sowie bis zu 15 sonstige elektronische Geräte. Bei der niederländischen Fluggesellschaft war es erst in der Vorwoche zu einem ähnlichen Vorfall gekommen, als eine Maschine auf dem Weg nach Curaçao wegen einer brennenden Powerbank umkehren musste.
Häufung von Zwischenfällen im internationalen Flugverkehr
Akku-Brände an Bord von Verkehrsflugzeugen treten immer wieder auf. Bei der Schweizer Fluggesellschaft Swiss führte am 9. August 2026 eine rauchende Powerbank dazu, dass ein Flug von Zürich nach Boston in Dublin zwischenlanden musste; 206 Passagiere wurden anschließend in Hotels untergebracht.
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Bereits am 27. Juli 2026 landete eine weitere Swiss-Maschine auf dem Weg von Zürich nach New York außerplanmäßig im US-amerikanischen Bangor, nachdem eine zwischen Sitzen eingeklemmte und beschädigte Ladebox für Kopfhörer Rauch erzeugt hatte.
In den USA fing auf dem Flug 2398 von American Airlines von Atlanta nach Dallas die Batterie eines Laptops Feuer. Wie aus einem Bericht vom 27. September 2026 hervorgeht, meldete der Pilot einen Kabinenbrand, woraufhin die Maschine sicher am Dallas-Fort Worth International Airport landete.
Nach Angaben der US-Luftfahrtbehörde FAA erlitten schätzungsweise vier bis fünf Passagiere Verbrennungen, eine Person musste am Flughafen medizinisch versorgt werden. Laut der FAA gab es im Jahr 2026 bislang 58 bestätigte Vorfälle mit Lithium-Batterien an Bord; über einen Zeitraum von 20 Jahren wurden 84 Zwischenfälle mit Laptops registriert.
Behörden verschärfen Kontrollen und Rückrufe
Die Risiken durch unsachgemäß transportierte oder defekte Energiespeicher beschäftigen auch die Sicherheitsbehörden am Boden. Daten der Korea Airports Corporation und der Incheon International Airport Corporation verdeutlichen das Ausmaß: Von März 2025 bis August 2026 entdeckte das Kontrollpersonal an den Flughäfen 608.370 regelwidrige oder nicht zugelassene Powerbanks.
Davon entfielen 267.983 Funde auf die Monate Januar bis August 2026, was einem täglichen Schnitt von über 1.000 Geräten entspricht. An den Standorten der Korea Airports Corporation wurden die Airlines von Januar bis August 2026 insgesamt 653.447-mal wegen Gefahrgut-Funden gerufen; innerhalb von drei Jahren summierte sich dies auf über 2,73 Millionen Fälle.
Gleichzeitig erfolgten im August 2026 am Flughafen Incheon 63 Prozent der Abfertigungen kontaktlos. Der Abgeordnete Lee Yong-seon forderte angesichts der Fundzahlen strengere Aufsichtsmaßnahmen und Sanktionen.
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Gleichzeitig greifen Produktsicherheitsbehörden bei gefährlichen Geräten durch. Die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC veranlasste am 24. September 2026 den Rückruf von rund 21.380 Einheiten der NEWDERY-Powerbank des Modells ZHX-PB22, da deren Lithium-Ionen-Akkus explodieren oder in Brand geraten können.
Der Behörde wurden neun Fälle von Explosionen oder Bränden, eine Brandverletzung und ein Sachschaden von rund zwei Millionen US-Dollar gemeldet. In China widerrief die Marktregulierungsbehörde zudem mehrere 3C-Zertifizierungen von Powerbank- und Zellenherstellern oder setzte diese aus.
Mehr zum Thema bei FAZ: „Lufthansa-Flug wegen brennender Powerbank umgeleitet“

