Sicherheitsforscher des Unternehmens Bitdefender warnen aktuell vor einer neuen Cyberkriminalitäts-Kampagne, bei der die Schadsoftware Lumma Stealer über manipulierte Mediendateien verbreitet wird. Als Köder nutzen die Hintermänner gefälschte Kopien des Werkes „The Odyssey“. Die Malware tarnt sich dabei als hochauflösende Video-Dateien (HD-Rips), zielt jedoch auf den Diebstahl sensibler Nutzerdaten ab.
Funktionsweise und Diebstahl von Zugangsdaten
Nach Erkenntnissen von Bitdefender ist der Lumma Stealer darauf programmiert, eine Vielzahl privater Informationen zu entwenden. Dazu gehören insbesondere Zugangsdaten für Krypto-Wallets, gespeicherte Passwörter sowie Browser-Cookies.
Eine besondere Gefahr stellt laut den Sicherheitsforschern die Fähigkeit der Schadsoftware dar, Mechanismen der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) zu umgehen. Dies ermöglicht es Angreifern, trotz zusätzlicher Sicherheitsbarrieren auf geschützte Konten zuzugreifen.
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Neben Identitätsdaten stehen auch Zahlungsinformationen und Session-Cookies im Fokus der Angreifer. Durch den Diebstahl von Session-Cookies können Kriminelle aktive Sitzungen übernehmen, ohne das Passwort des Opfers kennen zu müssen.
Infrastruktur und Parallelen zu früheren Kampagnen
Im Zuge der Analyse konnten bereits mehrere Command-and-Control-Domains (C2), die zur Steuerung der Malware dienen, identifiziert und blockiert werden. Namentlich handelt es sich dabei um die Adressen auditva[.]cyou, logmabx[.]click sowie myroayy[.]cyou.
Die aktuelle Kampagne weist laut Bitdefender starke Ähnlichkeiten zu einer großangelegten Operation aus dem Jahr 2025 auf. Damals nutzten die Angreifer den Film „Mission: Impossible“ als Lockmittel. Im Rahmen dieser früheren Angriffswelle wurden etwa 2.300 Domains abgeschaltet. Die jetzigen Aktivitäten verdeutlichen jedoch, dass die Malware nach diesen massiven Takedowns erneut aktiv ist und die Infrastruktur wieder aufgebaut wurde.
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Wie effektiv die Verbreitung über soziale Medien funktionieren kann, zeigte ein Vorfall auf der Plattform X. Dort wurde ein Bootleg-Film verbreitet, der 2,1 Millionen Aufrufe erreichte, bevor die Plattform den Inhalt entfernte. Solche Reichweiten unterstreichen das Potenzial für eine schnelle Infektion zahlreicher Endgeräte.
Empfehlungen zur Prävention
Angesichts der Bedrohungslage geben Sicherheitsforscher konkrete Handlungsempfehlungen für Verbraucher ab. Um das Risiko einer Infektion zu minimieren, sollten ausschließlich offizielle Streaming-Dienste und legale Bezugsquellen für Medieninhalte genutzt werden.
Zudem raten Experten dazu, in den Betriebssystem-Einstellungen die Anzeige von Dateiendungen dauerhaft zu aktivieren. Dies hilft dabei, getarnte ausführbare Dateien zu erkennen, die sich beispielsweise als harmlose Videodateien ausgeben.
Für den Fall einer bereits erfolgten Infektion mahnen die Fachleute zur Vorsicht: Infizierte Geräte müssen als vollständig kompromittiert betrachtet werden. In einem solchen Szenario ist davon auszugehen, dass alle auf dem System gespeicherten oder eingegebenen Daten bereits in die Hände der Angreifer gelangt sein könnten.

