Lumma Stealer: Malware tarnt sich als „The Odyssey“-Film

Bitdefender warnt vor Schadsoftware, die über manipulierte Videodateien verbreitet wird und Zugangsdaten sowie Krypto-Wallets ausspäht.

Sicherheitsforscher des Unternehmens Bitdefender warnen aktuell vor einer neuen Cyberkriminalitäts-Kampagne, bei der die Schadsoftware Lumma Stealer über manipulierte Mediendateien verbreitet wird. Als Köder nutzen die Hintermänner gefälschte Kopien des Werkes „The Odyssey“. Die Malware tarnt sich dabei als hochauflösende Video-Dateien (HD-Rips), zielt jedoch auf den Diebstahl sensibler Nutzerdaten ab.

Funktionsweise und Diebstahl von Zugangsdaten

Nach Erkenntnissen von Bitdefender ist der Lumma Stealer darauf programmiert, eine Vielzahl privater Informationen zu entwenden. Dazu gehören insbesondere Zugangsdaten für Krypto-Wallets, gespeicherte Passwörter sowie Browser-Cookies.

Eine besondere Gefahr stellt laut den Sicherheitsforschern die Fähigkeit der Schadsoftware dar, Mechanismen der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) zu umgehen. Dies ermöglicht es Angreifern, trotz zusätzlicher Sicherheitsbarrieren auf geschützte Konten zuzugreifen.

Anzeige

Angesichts der Millionen gehackten Konten jedes Quartal wird deutlich, wie riskant die alleinige Nutzung herkömmlicher Passwörter heute ist. Ein kostenloser Report zeigt Ihnen, wie Sie mit der neuen Passkey-Technologie Ihre Konten bei Amazon, WhatsApp und Co. endlich effektiv absichern. Sichere Alternative zu Passwörtern jetzt gratis nachlesen

Neben Identitätsdaten stehen auch Zahlungsinformationen und Session-Cookies im Fokus der Angreifer. Durch den Diebstahl von Session-Cookies können Kriminelle aktive Sitzungen übernehmen, ohne das Passwort des Opfers kennen zu müssen.

Infrastruktur und Parallelen zu früheren Kampagnen

Im Zuge der Analyse konnten bereits mehrere Command-and-Control-Domains (C2), die zur Steuerung der Malware dienen, identifiziert und blockiert werden. Namentlich handelt es sich dabei um die Adressen auditva[.]cyou, logmabx[.]click sowie myroayy[.]cyou.

Die aktuelle Kampagne weist laut Bitdefender starke Ähnlichkeiten zu einer großangelegten Operation aus dem Jahr 2025 auf. Damals nutzten die Angreifer den Film „Mission: Impossible“ als Lockmittel. Im Rahmen dieser früheren Angriffswelle wurden etwa 2.300 Domains abgeschaltet. Die jetzigen Aktivitäten verdeutlichen jedoch, dass die Malware nach diesen massiven Takedowns erneut aktiv ist und die Infrastruktur wieder aufgebaut wurde.

Anzeige

Wer im Internet surft und Online-Dienste nutzt, sollte sich nicht allein auf einfache Sicherheitsmaßnahmen verlassen, um Datendiebstahl zu verhindern. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Experten-Bericht, wie Sie Passkeys als modernen Schutzmechanismus einsetzen und Hackern keine Chance mehr lassen. Kostenlosen PDF-Report für maximale Konten-Sicherheit anfordern

Wie effektiv die Verbreitung über soziale Medien funktionieren kann, zeigte ein Vorfall auf der Plattform X. Dort wurde ein Bootleg-Film verbreitet, der 2,1 Millionen Aufrufe erreichte, bevor die Plattform den Inhalt entfernte. Solche Reichweiten unterstreichen das Potenzial für eine schnelle Infektion zahlreicher Endgeräte.

Empfehlungen zur Prävention

Angesichts der Bedrohungslage geben Sicherheitsforscher konkrete Handlungsempfehlungen für Verbraucher ab. Um das Risiko einer Infektion zu minimieren, sollten ausschließlich offizielle Streaming-Dienste und legale Bezugsquellen für Medieninhalte genutzt werden.

Zudem raten Experten dazu, in den Betriebssystem-Einstellungen die Anzeige von Dateiendungen dauerhaft zu aktivieren. Dies hilft dabei, getarnte ausführbare Dateien zu erkennen, die sich beispielsweise als harmlose Videodateien ausgeben.

Für den Fall einer bereits erfolgten Infektion mahnen die Fachleute zur Vorsicht: Infizierte Geräte müssen als vollständig kompromittiert betrachtet werden. In einem solchen Szenario ist davon auszugehen, dass alle auf dem System gespeicherten oder eingegebenen Daten bereits in die Hände der Angreifer gelangt sein könnten.