M5-Chip geknackt: Erster Kernel-Exploit gegen Apples Sicherheitsfestung

Forscher umgehen mit KI-Unterstützung die M5-Sicherheitsfunktion MIE und erlangen Root-Zugriff auf macOS.

Forscher haben den ersten öffentlichen Kernel-Exploit gegen Apples M5-Chip vorgeführt – und dabei eine KI genutzt, um die milliardenschwere Sicherheitsarchitektur zu überwinden.

Das Team des Sicherheitsunternehmens Calif reiste persönlich nach Cupertino, um Apple einen 55-seitigen technischen Bericht zu übergeben. Der Exploit zielt auf macOS 26.4.1 und umgeht Memory Integrity Enforcement (MIE) – eine hardwaregestützte Verteidigung, die Apple als nahezu undurchdringlich beworben hatte.

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Wie der M5-Knack funktioniert

MIE basiert auf der ARM Memory Tagging Extension (MTE). Das System vergibt 4-Bit-Tags für 16-Byte-Speicherabschnitte und stellt sicher, dass kein Schreib- oder Lesezugriff auf unerlaubte Kernel-Bereiche erfolgt. Apple investierte angeblich mehrere Milliarden Dollar und fünf Jahre Entwicklungszeit in diese Technologie.

Die Forscher Bruce Dang, Dion Blazakis und Josh Maine entwickelten einen lokalen Privilegien-Exploit: Ausgehend von einem normalen Benutzerkonto gelangten sie zur vollen Root-Shell. Der Trick: Sie manipulierten Kernel-Berechtigungsstrukturen und umgingen MIE durch geschickte Timing- und Speicherzuweisungsmanöver. Der gesamte Exploit nutzt ausschließlich Standard-Systemaufrufe – keine obskuren Funktionen.

KI-Modell „Mythos Preview“ beschleunigt Entwicklung

Besonders brisant: Das Team nutzte ein unveröffentlichtes KI-Modell von Anthropic namens Mythos Preview. Was menschliche Experten Wochen oder Monate gekostet hätte, erledigte die KI in fünf Tagen.

Der Zeitplan spricht Bände:
25. April: Erste Fehler identifiziert
27. April: Team beginnt mit der Entwicklung
1. Mai: Funktionierender Exploit läuft

Mythos Preview erkannte Angriffsmuster über ganze Schwachstellenklassen hinweg. Menschliche Expertise blieb zwar nötig, um MIE zu umgehen – doch die KI senkte die Einstiegshürde drastisch.

Wachsende Bedrohungslage für macOS

Der M5-Exploit kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt für Apple. Erst im Frühjahr deckten Sicherheitsforscher eine Großkampagne gegen schätzungsweise 100 Millionen Mac-Geräte auf. Angreifer hatten Entwicklerkonten gekapert, um Signaturschlüssel zu stehlen und Malware als vertrauenswürdige Software zu tarnen.

Zudem verbreitet sich die Spionagesoftware LightSpy auf macOS. Sie nutzt ein Plugin-System, um Browserverlauf, Schlüsselbunddaten und Audioaufnahmen zu stehlen – und greift auf historische WebKit-Schwachstellen zurück.

Erst am 12. Mai veröffentlichte Apple macOS Tahoe 26.5 mit fast 80 Sicherheitsupdates. Darunter: Patches für Sandbox-Escapes, Privilegieneskalation und Gatekeeper-Umgehungen. Doch der M5-Exploit zeigt: Selbst die neueste Hardware-Absicherung ist nicht immun gegen KI-gestützte Angriffe.

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System Integrity Protection: Nächste Sicherheitsebene geknackt

Der M5-Exploit setzt eine Reihe von Erfolgen gegen Apples System Integrity Protection (SIP) fort. SIP soll selbst Root-Benutzer daran hindern, geschützte Systembereiche zu verändern. Doch Forscher fanden immer wieder Konfigurationslücken.

Erst kürzlich deckte Microsofts Threat Intelligence die Schwachstelle CVE-2024-44243 auf: Angreifer konnten SIP durch das Laden von Drittanbieter-Kernel-Erweiterungen umgehen. Sicherheitsexperten warnen: Ist SIP erst einmal geknackt, ist das gesamte Betriebssystem kompromittiert – inklusive persistenter Rootkits.

Ausblick: Neue Ära der KI-Exploits

Apple hat den Bericht bestätigt und arbeitet an einem Patch. Der vollständige 55-Seiten-Bericht bleibt vertraulich, bis die Lücke geschlossen ist.

Die Branche bereitet sich auf eine neue Realität vor: KI-Modelle wie Mythos Preview und GPT-5.5-Cyber verkürzen die Zeit zwischen Fehlerentdeckung und funktionierendem Exploit drastisch. OpenAIs neue Cybersicherheitsinitiative Daybreak setzt daher auf präventive Sicherheit statt auf reine Nachbesserung.

Für Unternehmen bedeutet das: Hardware-Schutz allein reicht nicht mehr. Experten empfehlen eine mehrschichtige Verteidigungsstrategie mit proaktivem Monitoring privilegierter Prozesse und strengen Richtlinien für Kernel-Erweiterungen. macOS wird im Unternehmensumfeld immer beliebter – und damit zum lohnenden Ziel für KI-beschleunigte Angriffe, die die Grenzen traditioneller Betriebssystemsicherheit sprengen.