M5 MacBook Air: Apple kämpft mit massiver Speicherknappheit

Apples M5 MacBook Air ist wegen der globalen Speicherkrise knapp. Preise stiegen mehrfach, Lieferzeiten verlängern sich und CEO Tim Cook kündigt Wechsel an.

Berichten von Bloomberg zufolge sieht sich der Technologiekonzern Apple mit einer schweren Knappheit bei den Beständen des M5 MacBook Air konfrontiert. Ursächlich für die eingeschränkte Warenverfügbarkeit sei die anhaltende globale Krise auf dem Markt für Speicherkomponenten. Die Engpässe haben bereits zu spürbaren Verzögerungen in der Lieferkette und deutlichen Preisanpassungen geführt.

Angespannte Versorgungslage und verlängerte Lieferzeiten

Die Verfügbarkeit des M5 MacBook Air im Einzelhandel ist derzeit stark eingeschränkt. In den Apple-eigenen Ladengeschäften sind viele Konfigurationen kaum vorrätig; einige Modelle werden voraussichtlich erst im September wieder lieferbar sein. Für Online-Bestellungen der Basiskonfigurationen werden aktuell Lieferzeiten bis Ende August oder Anfang September angegeben.

In einer Stellungnahme bezeichnete Apple-CEO Tim Cook die gegenwärtige Speicherknappheit als eine Jahrhundertflut. Er ordnete die aktuelle Versorgungslage als die schwierigste Situation ein, die er in seinen 40 Jahren Branchenerfahrung erlebt habe. Diese Entwicklung beeinträchtigt auch das Marketing: Die traditionelle Back-to-School-Kampagne, die ursprünglich im Juni starten sollte, wurde verschoben und enthält in der Werbung nun ungewöhnliche Hinweise auf die begrenzte Verfügbarkeit der Geräte.

Strategische Preisanpassungen und Produktionsfokus

Um auf die steigenden Kosten für Komponenten zu reagieren, hat Apple die Preise für das 13-Zoll MacBook Air in den vergangenen Monaten mehrfach angehoben. Nachdem der Preis im März von 999 auf 1.099 US-Dollar stieg, folgte im Juni eine weitere Erhöhung auf 1.299 US-Dollar. Parallel dazu wurde der Basisspeicher von 256 GB auf 512 GB verdoppelt. Auch andere Produktlinien wie das MacBook Neo, das MacBook Pro, der Mac Studio sowie die iPad-Modelle Air und Pro erfuhren Preissteigerungen zwischen 100 und 500 US-Dollar.

Anzeige

Wer sich in Zeiten steigender Hardware-Preise für einen neuen Apple-Computer entscheidet, möchte das Gerät von Beginn an optimal nutzen. Dieser kostenlose Ratgeber unterstützt Sie dabei, die wichtigsten Einstellungen für einen perfekten Start vorzunehmen. Kostenloses Apple Mac Starterpaket jetzt sichern

Das Unternehmen warnt zudem vor weiteren Erhöhungen, sollten die Engpässe anhalten. Um Ressourcen effizient zu nutzen, priorisiert Apple derzeit die Produktion und den Verkauf des Einstiegsmodells des 14-Zoll MacBook Pro. Dies geschieht auch im Hinblick auf die für den Herbst erwartete M6-Aktualisierung, die exklusiv für das 14-Zoll-Modell erscheinen soll, während leistungsstärkere Varianten erst für 2027 geplant sind.

Ursachen der Krise und Marktausblick

Analysten von TrendForce führen die Speicherknappheit primär auf die massive Nachfrage von KI-Rechenzentren nach HBM-Speicher zurück. In der Folge steigen die Preise für DDR5-Speicher und SSDs bereits seit Anfang des Jahres kontinuierlich an. Laut Marktdaten stiegen die DRAM-Vertragspreise im ersten Quartal 2026 um 90 bis 95 Prozent gegenüber dem Vorquartal, gefolgt von einem Anstieg um 58 bis 63 Prozent im zweiten Quartal.

Branchenteilnehmer wie Samsung und SK Hynix prognostizieren eine Fortdauer der angespannten Lage. Der Finanzvorstand von Samsung rechnet damit, dass sich die Knappheit 2027 weiter verschärfen und bis 2028 anhalten wird. Apple prüft unterdessen den Einsatz von Speicherchips der chinesischen Zulieferer CXMT und YMTC, um zumindest die Versorgung im chinesischen Markt abzusichern.

Anzeige

Um die tägliche Arbeit an einem hochwertigen Gerät noch effizienter zu gestalten, hilft die Kenntnis der richtigen Tastenkombinationen. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie durch 19 gezielte Handgriffe deutlich schneller an Ihrem Rechner navigieren. Die 19 besten Mac-Shortcuts kostenlos herunterladen

Finanzielle Auswirkungen und personeller Wechsel

Die Unsicherheiten in der Lieferkette spiegeln sich auch an den Finanzmärkten wider. Die Apple-Aktie verzeichnete Ende Juli einen Rückgang um 7,4 Prozent auf 308,91 US-Dollar. Zwar stieg der Mac-Umsatz im dritten Quartal um 29 Prozent auf 10,4 Milliarden US-Dollar, doch die Prognose für das vierte Quartal liegt mit einem erwarteten Umsatzwachstum von 9 bis 11 Prozent unter den Erwartungen der Analysten.

Inmitten dieser Herausforderungen steht ein Führungswechsel bevor: Tim Cook wird zum 1. September die Rolle des CEO an John Ternus übergeben und in die Position des Executive Chairman wechseln. In einem aktuellen Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC warnte das Unternehmen bereits, dass Engpässe bei Rechenkapazitäten und Speichermodulen künftige Produkteinführungen verzögern könnten.