Keine neuen Macs, kein Apple TV: Apples Entwicklerkonferenz endet ohne Hardware-Überraschungen.
Die am 8. Juni eröffnete Worldwide Developers Conference (WWDC) 2026 ist zu Ende – und hinterlässt bei Hardware-Fans gemischte Gefühle. Statt neuer Macs oder smarter Lautsprecher standen ausschließlich Software-Neuerungen im Mittelpunkt. Grund dafür ist eine verschobene Release-Strategie für mehrere Schlüsselprodukte.
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Lieferengpässe bremsen Mac mini und Mac Studio
Die eigentlich erwarteten Updates für den Mac mini und das Mac Studio kommen erst im Herbst. Branchenkreisen zufolge sollen die neuen Modelle im Oktober oder November erscheinen. Hauptverantwortlich für die Verzögerung ist eine weltweite Knappheit bei RAM und NAND-Flash-Speicher. Auch die Integration neuer KI-Funktionen habe den Zeitplan durcheinandergebracht.
Der kommende Mac mini soll mit den Chips M5 und M5 Pro antreten. Die Basisversion bekäme eine 10-Kern-CPU und -GPU, 16 Gigabyte RAM und eine 512-Gigabyte-SSD. Die M5-Pro-Variante würde mit 18 CPU-Kernen, 24 Gigabyte RAM und einer Terabyte-SSD daherkommen. Der Preis dürfte um umgerechnet rund 90 Euro steigen.
Neben den Desktop-Rechnern hat Apple auch die Erneuerung von Apple TV und HomePod nach hinten geschoben. Das neue Apple TV soll vom A15- auf den A17-Pro-Chip wechseln – für bessere Grafik und eine verbesserte Siri-KI.
M5 Pro: Benchmark-Zahlen versprechen Leistungssprung
Auch wenn auf der WWDC keine Hardware gezeigt wurde: Erste Leistungsdaten zum M5-Pro-Chip liegen bereits vor. In Tests vom 13. Juni erreichte der Prozessor 4.258 Punkte im Single-Core und 26.427 Punkte im Multi-Core. Das ist ein deutlicher Sprung nach oben: Die Multi-Core-Leistung liegt rund 31 Prozent über der des M3 Max.
Die Speicherbandbreite des M5 Pro beträgt 307 Gigabyte pro Sekunde. Allerdings verbaut Apple offenbar nur eine Media Engine – bei früheren Profi-Chips waren es zwei. In der Pipeline befindet sich zudem ein M5 Ultra mit 36 CPU-Kernen und einer Speicherbandbreite von 1.000 Gigabyte pro Sekunde.
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KI-Offensive mit Google-Unterstützung
Der Fokus der WWDC-Keynote lag auf Apples KI-Strategie. Mit „Apple Intelligence“ und einer grundlegend überarbeiteten Siri will der Konzern aufholen. Die neue Siri bekommt eine eigene App, kann den Bildschirminhalt erkennen und mehrstufige Anfragen mit persönlichem Kontext bearbeiten.
Um diese Funktionen zu ermöglichen, hat Apple eine Partnerschaft mit Google geschlossen. Die Nutzung der Gemini-Modelle kostet den iPhone-Konzern rund eine Milliarde Euro pro Jahr – inklusive Zugriff auf Googles Rechenzentren mit Nvidia-B200-Prozessoren.
Einen Haken gibt es: Wegen des Digital Markets Act (DMA) wird Siri AI auf iPhones und iPads in der EU zunächst nicht verfügbar sein. Auf dem Mac soll die Funktion aber starten. Zudem benötigt das neue Sprachsystem mindestens ein iPhone 15 Pro.
Ausblick: iPhone 18, Foldable und Abschied von Tim Cook
Für die zweite Jahreshälfte 2026 hat Apple ein volles Programm. Erwartet werden das iPhone 18 Pro und Pro Max mit dem A20-Chip sowie ein faltbares „iPhone Ultra“ mit 7,7-Zoll-Innendisplay. Auch AirPods Pro mit Mini-Kameras für KI-Anwendungen sind in der Testphase. Die AR-Brille „N50“ verschiebt sich dagegen auf Ende 2027 – als leichtes, kamerabasiertes Modell.
Die diesjährige WWDC hatte zudem eine historische Note: Es war die letzte unter der Leitung von Tim Cook. Sein Nachfolger John Ternus übernimmt im September – pünktlich zum Start der nächsten iPhone- und Apple-Watch-Generation.

