M6 wird zum Lückenfüller
Apple fährt die aktuelle Prozessor-Generation massiv zurück. Statt der üblichen vier Varianten – Basis, Pro, Max und Ultra – soll es vom M6 nur noch eine einzige Version geben. Branchenkreisen zufolge hat der Konzern die Pläne für die leistungsstärkeren Ableger komplett gestrichen.
Das Basismodell des M6 kommt voraussichtlich Ende 2026 auf den Markt. Es bietet bis zu 12 GPU-Kerne und eine Speicherbandbreite von 200 GB/s – ein deutlicher Sprung gegenüber den 153 GB/s der Vorgänger. Doch das ist nur die Durchgangsstation.
M7 und M8: Apples Antwort auf Nvidia
Die eigentliche Wucht kommt mit der nächsten Generation. Der M7 soll bereits in der ersten Jahreshälfte 2027 erscheinen – deutlich früher als ursprünglich geplant. Seine Speicherbandbreite steigt auf 240 GB/s.
Das Flaggschiff wird der M7 Ultra im Jahr 2028. Er ist als direkter Konkurrent zu Nvidias Blackwell-Architektur konzipiert. Die Spezifikationen lesen sich beeindruckend: Bis zu 1,5 Terabyte Arbeitsspeicher – doppelt so viel wie beim geplanten M5 Ultra. Der Preis pro Chip liegt schätzungsweise bei rund 30.000 Euro.
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Noch einen Schritt weiter geht der M8, intern „Soko“ genannt. Er soll auf TSMCs 1,4-Nanometer-Technologie setzen. Die Produktion könnte ebenfalls 2028 anlaufen.
Das Server-Problem: Apple hinkt hinterher
Warum der ganze Aufwand? Apples aktuelle Server-Infrastruktur stößt an ihre Grenzen. Interne Tests ergaben, dass die M2-Ultra-Server nicht ausreichen, um große KI-Modelle wie Google Gemini zu verarbeiten. Die Folge: Apple muss für schwere KI-Aufgaben der neuen Siri auf Nvidia-GPUs in der Google Cloud zurückgreifen – ein unhaltbarer Zustand für einen Konzern, der sonst alles selbst macht.
Eine Zwischenlösung mit dem M5 Ultra ist in Planung. Der eigentliche Server-Chip mit dem Codenamen „Baltra“ verzögert sich jedoch – er kommt frühestens 2029. Eine angepasste Version des M7 Ultra für KI-Server wird ebenfalls nicht vor diesem Zeitpunkt erwartet.
Um die Lücke zu schließen, kauft Apple aggressiv zu. Erst im Januar 2026 übernahm der Konzern das KI-Chip-Startup Q.ai für umgerechnet rund zwei Milliarden Euro.
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Milliarden für die Unabhängigkeit
Diese Offensive fällt mit einem Führungswechsel zusammen. John Ternus übernimmt im September 2026 den Chefposten von Tim Cook. Und Finanzvorstand Kevan Parekh hat die jahrzehntealte Politik der „Nettobarmittelneutralität“ aufgegeben – ein klares Signal für größere Investitionen und Übernahmen. Aktuell verfügt Apple über liquide Mittel von rund 45,6 Milliarden Euro.
Die neue Strategie zeigt sich auch in der Lieferkette: Eine kürzlich verlängerte Partnerschaft mit Broadcom im Wert von 30 Milliarden Euro sichert die Chip-Versorgung bis 2031.
Zehn Milliarden aus dem Autoprojekt
Die KI-Offensive profitiert auch von früheren Fehlschlägen. Analysten verweisen auf das eingestellte Projekt Titan – Apples gescheitertes Elektroauto. Die zehnjährige Entwicklung kostete schätzungsweise zehn Milliarden Euro. Doch die dabei gewonnenen Erkenntnisse flossen direkt in die Entwicklung des Neural Engine ein, der heute in jedem iPhone und Mac steckt. Kein Wunder also, dass Apple jetzt alles auf eine Karte setzt.

