Apple hat zum 1. Mai 2026 den Einstiegspreis des Mac Mini von 599 auf 799 Euro angehoben. Grund ist die weltweite Knappheit bei Speicherchips und Halbleitern, ausgelöst durch den anhaltenden KI-Boom. Der Schritt betrifft auch andere Mac-Modelle und verschiebt die Markteinführung des nächsten Profi-Rechners.
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Preissprung wegen Speichermangel
Die Basisversion mit 256 Gigabyte Speicher wurde eingestellt. Der neue Mac Mini startet nun mit dem M4-Chip, 16 Gigabyte RAM und 512 Gigabyte Speicher. Schon Ende April hatte Apple keine Bestellungen mehr für die günstigere Konfiguration angenommen – das Modell war zuvor wochenlang ausverkauft.
Apple-Chef Tim Cook machte in der Telefonkonferenz zum zweiten Quartal keinen Hehl aus der Lage: Die Nachfrage nach Mac Mini und Mac Studio übersteige die Produktionskapazitäten deutlich. Grund sei eine globale „Verknappung“ bei Speicherbauteilen und modernen Halbleiterfertigungen. Besonders KI-Entwickler, die das OpenClaw-Framework nutzen, hätten die Nachfrage unerwartet in die Höhe getrieben.
Die Preiserhöhung bleibt nicht auf den Desktop beschränkt. Auch MacBook Air und MacBook Pro sind in den vergangenen Wochen teurer geworden. Apple rechnet für das laufende Quartal mit „deutlich höheren“ Speicherkosten – der Hauptgrund für die Streichung der kleineren Speichervarianten.
M5 Mac Studio kommt später als erwartet
Wer auf den nächsten Profi-Rechner hofft, muss sich gedulden. Branchenkreisen zufolge verschiebt sich die Markteinführung des M5 Mac Studio von Juni auf Oktober 2026. Eigentlich sollte das Gerät auf der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni vorgestellt werden.
Der Grund ist derselbe wie beim Mac Mini: Die weltweit knappen Hochleistungsspeicher bremsen die Produktion aus. Der M5 Mac Studio soll mit dem M5 Ultra-Chip kommen – einer Fusion aus zwei M5-Max-Dies. Technische Daten aus dem Mai deuten auf eine 80-Kern-GPU und bis zu 256 Gigabyte Arbeitsspeicher hin. Das Gehäuse bleibt weitgehend unverändert, eine neue Farbe „Space Black“ ist jedoch im Gespräch.
Möglicherweise zeigt Apple die Maschine am 8. Juni auf der WWDC trotzdem – gemeinsam mit macOS 27. In den Läden wird sie aber frühestens im vierten Quartal stehen. Der Engpass zeigt, wie sehr Hardware-Hersteller mit den KI-Server-Betreibern um dieselben Fertigungskapazitäten konkurrieren.
MacBook Neo als günstiger Einstieg
Mit dem teureren Mac Mini rückt das MacBook Neo in den Fokus: Für 599 Euro ist das 13-Zoll-Notebook mit A18-Pro-Chip, Liquid-Retina-Display und Aluminiumgehäuse der neue günstigste Einstieg ins Apple-Universum. Seit dem Start im März 2026 verzeichnet es Rekordverkäufe – vor allem bei Ersteinsteigern.
Tim Cook sprach vom erfolgreichsten Launch für neue Mac-Käufer in der Unternehmensgeschichte. Allerdings kämpft auch das Neo mit Lieferengpässen. Anfang Mai lagen die Lieferzeiten im Apple Store bei mehreren Wochen. Bei Drittanbietern wie Amazon waren einzelne Konfigurationen ab dem 4. Mai verfügbar.
Das MacBook Neo verzichtet zugunsten des Preises auf einige Premium-Features der Pro-Linie – etwa eine Tastaturbeleuchtung oder die Unterstützung mehrerer externer Monitore. In den USA gibt es zudem einen Bildungspreis von umgerechnet rund 460 Euro.
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Tandem-OLED: Der neue Standard bei Monitoren
Während Apple mit Lieferproblemen kämpft, treiben andere Hersteller die Display-Technik voran. LG, MSI und AOC haben Anfang Mai neue Gaming- und Profi-Monitore mit „Tandem-OLED“ vorgestellt. Die Technik schichtet mehrere OLED-Panels übereinander, um Helligkeit und Lebensdauer zu erhöhen.
LG Japan nimmt ab sofort Vorbestellungen für den UltraGear 32GX870B entgegen. Der 32-Zöller kommt mit einem Tandem-WOLED-Panel der vierten Generation, 4K-Auflösung und 240 Hertz. Die Spitzenhelligkeit liegt bei 1.500 Nits – ein deutlicher Sprung gegenüber den 1.300 Nits des Vorgängers. Parallel bringt LG einen 27-Zoll-5K-Monitor mit Hyper-Mini-LED-Technik und 2.304 lokalen Dimming-Zonen.
MSI zieht nach: Der MPG 322UR QD-OLED X24 erscheint am 7. Mai in Japan mit einem fünflagigen Tandem-QD-OLED-Panel, das Schwarztöne um 40 Prozent verbessern soll. Während die Kernkomponenten knapp sind, boomen die Peripheriegeräte.
Die „Ultra“-Strategie: Noch eine Stufe über Pro
Die aktuellen Preisanpassungen und Leaks zeichnen ein klares Bild: Apple treibt die Segmentierung voran. Für 2027 wird eine neue „Ultra“-Klasse erwartet. Ein „MacBook Ultra“ mit OLED-Touchscreen, dünnerem Design und 5G soll in der Entwicklung sein.
Die „Ultra“-Marke positioniert sich oberhalb der Pro-Linie – für KI-Entwickler und Kreative, die spezialisierte Hardware brauchen. Die Verzögerung des M5 Mac Studio passt ins Bild: Apple will sicherstellen, dass die Spitzenmodelle die nötigen Komponenten bekommen, um ihren Premium-Preis zu rechtfertigen.
Die Zahlen untermauern den Kurs: Im zweiten Quartal 2026 setzte Apple umgerechnet rund 102 Milliarden Euro um – ein Plus von 17 Prozent. Die Servicesparte erzielte mit 28,4 Milliarden Euro einen Rekord und eine Marge von 76,7 Prozent. Desktop-Macs steuerten 7,7 Milliarden Euro bei – ein Wert, den Apple mit entspannteren Lieferketten weiter steigern will.
Ausblick: WWDC als nächster Meilenstein
Der Fokus der Branche liegt nun auf der WWDC im Juni. Neben möglichen Hardware-Vorstellungen wird Apple voraussichtlich macOS 27 präsentieren. Gerüchten zufolge soll das System eine eigenständige Siri-App mit Gesprächsverlauf und tieferer Google-Gemini-Integration erhalten.
Für Verbraucher bleibt der Mai eine Phase der Konsolidierung. Außer iOS 26.5 mit verschlüsselten RCS-Nachrichten und aktualisierten Karten sind keine großen Hardware-Launches zu erwarten. Analysten rechnen damit, dass sich die Lage bei Mac Mini und Mac Studio erst in Monaten entspannt. Lieferzeiten von vier bis fünf Monaten für High-End-Konfigurationen könnten vorerst Normalität bleiben.
Der erwartete „iPhone Ultra“ als Foldable im September und der verschobene M5 Mac Studio im Oktober werden zeigen, ob die Hersteller die volatile Komponentenlage in den Griff bekommen. Der Übergang zu M6-Chips und 2-Nanometer-Fertigung, für Ende 2026 oder Anfang 2027 geplant, dürfte unter ähnlichen Vorzeichen stehen. Die Nachfrage nach KI-fähiger Hardware zeigt keine Anzeichen einer Abkühlung.

