Mac Pro: Apple beendet Profi-Workstation nach 20 Jahren

Apple stellt die Mac-Pro-Serie nach zwei Jahrzehnten ein. Der Mac Studio übernimmt die Rolle als Profi-Desktop, während Komponentenkrise und KI-Boom die Entscheidung prägten.

Der Mac Pro ist Geschichte – nach 20 Jahren stellt Apple die Profi-Workstation endgültig ein. Ein Rückblick auf eine Ära voller Höhen und Tiefen.

Am 7. August 2026 jährt sich die Einführung des Mac Pro zum 20. Mal – ein symbolträchtiges Jubiläum, das Apple nicht mehr feiern wird. Schon Ende März hatte der Konzern das Aus der Workstation offiziell verkündet. Was als revolutionärer Rechner für Kreativprofis begann, endete leise im Schatten einer neuen Ära.

Vom PowerPC-Wechsel zur Intel-Dominanz

Steve Jobs präsentierte den ersten Mac Pro am 7. August 2006 auf der Worldwide Developers Conference (WWDC). Der Rechner markierte den Schlusspunkt von Apples Übergang von PowerPC-Prozessoren hin zur Intel-Architektur. Als Nachfolger des Power Mac G5 versprach das Gerät bis zu doppelte Leistung im Vergleich zum Vorgänger.

Das Basismodell startete damals bei umgerechnet rund 2.000 Euro und setzte auf zwei Dual-Core-64-Bit-Intel-Xeon-Prozessoren mit bis zu 3,0 GHz Takt. Für anspruchsvolle Profi-Workflows bot die Maschine vier interne Festplatteneinschübe, fünf USB-2.0-Ports, vier FireWire-Anschlüsse und vier PCIe-Steckplätze. Branchenbeobachter sprachen von Millionen möglicher Konfigurationen – der Mac Pro wurde zum Herzstück von Apples Profi-Desktop-Linie.

Designwechsel und thermische Probleme

Die 20-jährige Geschichte des Mac Pro war geprägt von radikalen Design-Entscheidungen. 2013 überraschte Apple mit einem zylindrischen Modell, das Kritiker schnell als „Mülleimer-Design“ verspotteten. Optisch gewagt, aber technisch problematisch: Die thermischen Limits verhinderten regelmäßige Hardware-Updates. Die Workstation blieb sechs Jahre lang ohne nennenswerte Auffrischung.

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Mit dem Tower-Modell von 2019 lenkte Apple ein. Der Fokus lag nun auf Modularität – acht PCIe-Steckplätze boten Platz für professionelle Erweiterungskarten. Doch der Wechsel zu Apple Silicon veränderte das Wertversprechen des dedizierten Towers grundlegend. Die letzte Mac-Pro-Generation erschien 2023 mit dem M2-Ultra-Chip und einem Einstiegspreis von rund 6.400 Euro.

Das Aus und der Aufstieg des Mac Studio

Ende März 2026 bestätigte Apple das Ende der Mac-Pro-Linie. Die Gründe: ein schrumpfender Nischenmarkt und eine massive Komponentenkrise, angeheizt durch die weltweite Nachfrage nach KI-Rechenzentren. Hätte Apple die Serie fortgeführt, wären die Herstellungskosten so stark gestiegen, dass der Basispreis um etwa ein Drittel auf rund 8.500 Euro hätte angehoben werden müssen.

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Apple-CEO Tim Cook bezeichnete das wirtschaftliche Umfeld als „Jahrhundertflut“ und die Komponentenknappheit als unhaltbar. Die Folge: Preisanpassungen bei 14 Produkten bereits im ersten Halbjahr 2026. Der Mac Studio mit M3 Ultra verteuerte sich um 1.300 Euro auf 5.299 Euro, das MacBook Pro stieg um 300 Euro auf 1.999 Euro.

Der Mac Studio hat den Mac Pro als Flaggschiff-Desktop für Profis faktisch abgelöst. Was einst nur die große Workstation konnte, bietet nun das kompakte Studio-Gerät – mit vergleichbarer Leistung auf deutlich kleinerem Raum. Künftige Updates sollen auf M5-Max- und M5-Ultra-Chips setzen und damit die Linie fortsetzen, die der Mac Pro einst begründete.