Mac Studio M3 Ultra: Apple halbiert RAM-Optionen auf 96 GB

Apple entfernt die 256-GB-Konfiguration des Mac Studio mit M3 Ultra. Lange Lieferzeiten und branchenweite DRAM-Knappheit belasten Profi-Anwender.

Nur noch 96 statt 256 Gigabyte Arbeitsspeicher – Apple hat die Bestelloptionen für den Mac Studio mit M3 Ultra-Chip massiv beschnitten. Seit Juni 2026 ist die Top-Konfiguration mit 256 GB Unified Memory aus dem Online-Store verschwunden. Käufer haben nur noch die Wahl zwischen der 96-GB-Version – oder müssen warten.

Lieferzeiten bis in den Herbst

Wer heute einen Mac Studio mit M3 Ultra bestellt, braucht Geduld. Die Lieferzeit für die verbliebene 96-GB-Variante liegt bei 13 bis 14 Wochen. Das bedeutet: Neukunden erhalten ihre Hardware frühestens im Oktober 2026.

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Der Engpass zeigt sich auch im Handel. Drittanbieter wie Adorama und B&H melden leere Lager für die High-End-Modelle. Auf Amazon ist die 256-GB-Version mit 4-Terabyte-SSD derzeit gar nicht verfügbar.

KI-Forschung treibt Nachfrage

Der Grund für die Knappheit: Lokale KI-Entwicklung boomt. Der M3 Ultra kann Modelle mit über 600 Milliarden Parametern ausführen – darunter DeepSeek R1 mit 671 Milliarden Parametern – und verbraucht dabei weniger als 200 Watt. Diese Effizienz macht den Mac Studio zur attraktiven Alternative für stromhungrige Server-Lösungen.

Doch genau diese Nachfrage nach hochdichten Speicherchips führt zu Engpässen. Apple verweist auf Produktionsgrenzen bei TSMC und den globalen KI-Boom als Ursachen.

Speicherkrise erfasst gesamte Branche

Die Probleme beim Mac Studio sind nur die Spitze des Eisbergs. Bereits Anfang Juni hatte Apple-Chef Tim Cook Preiserhöhungen angekündigt. Bei MacBooks wurden Aufschläge von bis zu 370 Euro fällig.

Die Krise betrifft die gesamte Speicherindustrie. Vertragspreise für ältere DDR2-Standards stiegen im zweiten Quartal 2026 um 55 bis 60 Prozent – weitere zweistellige Zuwächse werden erwartet. Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron priorisieren High-Bandwidth-Memory und Server-DRAM. Für Consumer- und Workstation-Kunden bleibt nur der Kampf um die Restbestände.

Selbst Valve berichtet von schwierigen Verhandlungen mit RAM-Lieferanten, die Preise und Mengen monatlich diktieren. Im Storage-Segment treiben KI-Anwendungen die Nachfrage nach Hochkapazitäts-Festplatten – die Produktion kann kaum mithalten.

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Ausblick: M5 und M6 in Sicht

Trotz der aktuellen Misere plant Apple offenbar die Weiterentwicklung seiner Desktop-Reihe. Ein Mac Studio mit M5 Max und M5 Ultra soll Ende 2026 oder 2027 kommen. Zudem sichert sich Apple bereits große Kapazitäten bei TSMCs 2-Nanometer-Fertigung für die kommende M6-Serie.

Die M6-Chips versprechen 15 Prozent mehr Leistung und 30 Prozent bessere Effizienz. Doch Branchenkenner warnen: Die anhaltende DRAM-Knappheit könnte High-End-Produkte bis ins Frühjahr 2027 verzögern. Für Profis, die mehr als 96 GB Arbeitsspeicher benötigen, bleiben bis dahin nur der Gebrauchtmarkt oder vorhandene Lagerbestände.