Die rasant steigenden Preise für Speicherbausteine setzen den US-Technologiekonzern Apple spürbar unter Druck. In der Telefonkonferenz zum September-Quartal stufte Apple-Chef John Ternus die Kostenentwicklung im Speichersegment als beispiellos ein.
Die Preise dürften demnach im Dezember-Quartal und darüber hinaus weiter zulegen. Zwar dämpften die Preisanpassungen bei Mac und iPad von Ende Juni sowie beim iPhone vom September die Belastungen teilweise ab, weitere Preiserhöhungen schloss die Unternehmensführung jedoch nicht aus.
Extreme Preissteigerungen bei Flash-Speicher verschärfen die Lage
Hintergrund der Entwicklung ist eine massive Verteuerung im Halbleitermarkt. Die Preise für Flash-Speicher haben sich im letzten Jahr annähernd verfünffacht. Während ein Gigabyte im Tief des Jahres 2023 noch bei 5 Cent lag, kostet diese Einheit inzwischen über 30 Cent.
Ursächlich hierfür ist auch die veränderte Nachfragestruktur: Große Cloud- und KI-Anbieter wie Microsoft, Amazon, Meta und Google erwerben inzwischen rund doppelt so viel Flash-Speicher wie Apple.
Noch vor zwei Jahren bezog Apple fast doppelt so viel wie alle vier Konkurrenten zusammen. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit Ausgaben von rund 25 Milliarden US-Dollar allein für Flash-Komponenten.
Schätzungen vom 2. November 2026 zufolge kletterten die Speicher- und Speicherkosten für das iPhone 18 Pro auf fast 200 US-Dollar pro Gerät, verglichen mit rund 52 US-Dollar bei der vorherigen Modellgeneration. Zuvor war das iPhone 17 bereits um 100 US-Dollar teurer geworden, während die Preise für Laptops und iPads über den Sommer um bis zu 25 Prozent angehoben wurden.
Margendruck und Lieferengpässe dämpfen die Aussichten
Für das wichtige Dezember-Quartal prognostizierte Finanzchef Kevan Parekh einen Rückgang der Bruttomarge auf 45 bis 46 Prozent, nachdem im September-Quartal noch 47,9 Prozent erzielt worden waren. Neben den Speicherkosten belasten zusätzliche Cloud-Kosten für die Einführung von Siri-KI und eine verzögerte Umsatzrealisierung das Ergebnis.
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Im September-Quartal lag die Produktmarge bei 37,2 Prozent nach 40,1 Prozent im Vorquartal. Ohne Tarifrückerstattungen, die sich mit etwa einem Prozentpunkt positiv auswirkten, wäre die Marge primär wegen der höheren Speicherausgaben um rund einen Zähler gefallen.
Gleichzeitig belasten die Engpässe die Verfügbarkeit. Betriebschef Sabih Khan stellte fest, dass die Speicherknappheit im Dezember-Quartal als Angebotsbremse für Macs und iPads wirken werde. Eine darüber hinausgehende Prognose gab er nicht ab; auf Fragen von Analysten nach weiteren Preiserhöhungen ging er nicht ein.
Die Wartezeiten auf bestimmte Geräte haben sich bereits spürbar verlängert. Für einen Mac Studio M5 Ultra lag die Lieferzeit Ende Oktober bei sieben bis acht Wochen, bei einer Ausstattung mit 512 Gigabyte Arbeitsspeicher sogar bei zehn bis zwölf Wochen.
Rekordumsatz trotz Komponentenkrise
Trotz der Kostenbelastungen übertraf Apple im abgelaufenen September-Quartal die Markterwartungen. Der Gesamtumsatz erreichte einen Rekordwert von 114,5 Milliarden US-Dollar, während der Gewinn je Aktie bei 2,10 US-Dollar lag. Das iPhone steuerte 57,58 Milliarden US-Dollar bei, der Mac 10,79 Milliarden US-Dollar und die Services-Sparte 31,57 Milliarden US-Dollar. Die Erlöse bei iPads mit 6,23 Milliarden US-Dollar und Wearables mit 8,30 Milliarden US-Dollar verfehlten die Schätzungen hingegen.
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Um sich gegen weitere Engpässe abzusichern, hat Apple seine Vorräte ausgebaut: Der Lagerbestand wuchs auf 14,54 Milliarden US-Dollar an. Die Kaufverpflichtungen im Fertigungsbereich kletterten von Juni bis September um 33 Milliarden US-Dollar.
Ternus wies darauf hin, dass US-amerikanische Fertigungsprogramme dem Konzern zwar helfen, dies jedoch nicht für Arbeitsspeicher und Flash-Komponenten gelte. Für das laufende Quartal rechnet Apple mit einem verlangsamten Umsatzwachstum von 7 bis 10 Prozent.

