Die weltweiten Engpässe bei Speicherkomponenten treffen den Technologiekonzern Apple spürbar. Wie das Unternehmen in seiner Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des vierten Geschäftsquartals bestätigte, werden die Lieferschwierigkeiten bei Mac- und iPad-Modellen mindestens bis Ende 2026 und damit durch das gesamte Weihnachtsgeschäft anhalten. Bei mehreren Konfigurationen des MacBook Pro und weiteren Rechnern kommt es bereits zu spürbaren Verzögerungen bei den Auslieferungen.
Angespannte Verfügbarkeit und lange Lieferzeiten
Apples Chief Operating Officer Sabih Khan erklärte, dass die begrenzte Verfügbarkeit von Speicherbausteinen das Angebot an Macs und iPads im Dezember-Quartal limitiere, während die Nachfrage über den Erwartungen liege.
Kunden müssen sich auf erhebliche Wartezeiten einstellen: Für Neubestellungen des Mac Studio M5 Ultra beläuft sich die Lieferzeit auf sieben bis acht Wochen, bei Modellen mit 512 Gigabyte Arbeitsspeicher sogar auf zehn bis zwölf Wochen. Auch für das 14-Zoll MacBook Pro ohne Touch-Leiste mit Nano-Textur-Glas fallen teils zehn Werktage Lieferzeit an.
Zwar bemüht sich der Konzern über Initiativen wie das American Manufacturing Program um eine Stärkung der US-Produktion, diese deckt jedoch keine RAM- oder Flash-Speicher ab. Frühere Engpässe im dritten Quartal, die bei iPhone, Mac und iPad auf Engpässe in Chip-Fertigungsprozessen zurückgingen, entspannen sich hingegen mit der Umstellung auf 2-Nanometer-Verfahren.
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Kostendruck durch beispiellose Speicherpreise
Apples Chief Executive Officer John Ternus stufte das aktuelle Niveau der Speicherpreise als beispiellos ein und stellte für das laufende Dezember-Quartal und darüber hinaus weitere Kostensteigerungen in Aussicht. Während im September-Quartal bestehende Carry-in-Lagerbestände und günstigere Nicht-Speicher-Komponenten die höheren Einkaufspreise noch abfedern konnten, nimmt dieser Vorteil nun ab.
Das Marktforschungsunternehmen TrendForce prognostizierte für das vierte Quartal 2026 einen weiteren Preisanstieg bei DRAM von 10 bis 15 Prozent sowie bei NAND-Flash von 15 bis 20 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.
Um den steigenden Komponentenpreisen zu begegnen, hatte Apple bereits Ende Juni Preiserhöhungen für Macs und iPads sowie im September für das iPhone vorgenommen.
Bei den Anpassungen vom 25. Juni stiegen die Preise im Schnitt um 17 bis 25 Prozent: Das MacBook Neo verteuerte sich von 599 auf 699 US-Dollar, das MacBook Air mit 512 Gigabyte von 1.099 auf 1.299 US-Dollar und das MacBook Pro mit 1 Terabyte von 1.699 auf 1.999 US-Dollar.
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Bei den Tablets stieg das iPad Air mit 128 Gigabyte von 599 auf 749 US-Dollar, während das iPad Pro mit 256 Gigabyte von 999 auf 1.199 US-Dollar angehoben wurde. Auf die Frage von Analysten am 2. November 2026 nach möglichen weiteren Preiserhöhungen gab Sabih Khan keine direkte Antwort.
Margenprognose sinkt trotz robustem Gesamtumsatz
Chief Financial Officer Kevan Parekh betonte, dass Apple Preiserhöhungen nur widerwillig vorgenommen habe. Laut Parekh verursachten die Speicherkosten seit März einen Margenrückgang um rund 280 Basispunkte, davon 120 Basispunkte zwischen März und Juni sowie weitere 160 Basispunkte bis Mitte September.
Die fertigungsbezogenen Kaufverpflichtungen wuchsen von Juni auf September um 33 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig baute Apple seine Vorräte aus: Der Lagerbestand kletterte im Jahresvergleich um 154,3 Prozent von 5,72 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal 2025 auf 14,54 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum Vorquartal mit 11,09 Milliarden US-Dollar bedeutet dies ein Plus von 31,1 Prozent.
Für das Dezember-Quartal rechnet Parekh mit einer Bruttomarge von 45 bis 46 Prozent – nach 47,9 Prozent im September-Quartal. Dieser Rückgang wird primär auf die höheren Speicherpreise sowie auf Aufwendungen für Siri-KI zurückgeführt. Das Umsatzwachstum soll im Jahresvergleich zwischen 7 und 10 Prozent liegen.
Im abgelaufenen Quartal erzielte Apple einen Gesamtumsatz von 114,5 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das iPhone trug 57,6 Milliarden US-Dollar bei (plus 17 Prozent), während der Mac-Umsatz um 24 Prozent auf 10,8 Milliarden US-Dollar stieg.
Einzig das iPad verzeichnete einen Rückgang um 10 Prozent auf 6,2 Milliarden US-Dollar und verfehlte damit die Markterwartung von 6,7 Milliarden US-Dollar. Im nachbörslichen Handel gab die Apple-Aktie zeitweise um 4 Prozent nach und notierte später mit einem Minus von 2 Prozent.

