Mac Studio mit weniger Speicher: Apple reagiert auf KI-Boom

Apple reduziert Mac Studio Speicheroptionen, während ASUS ein teures KI-Notebook launcht. AMD warnt vor steigenden Kosten und sinkenden PC-Auslieferungen.

Künstliche Intelligenz treibt die Nachfrage, doch Lieferengpässe zwingen Hersteller zu ungewöhnlichen Schritten. Apple hat bereits reagiert – und die Konsequenzen dürften auch deutsche Unternehmen treffen.

Apple kürzt Mac-Konfigurationen

Am 6. Mai 2026 strich Apple überraschend die 128-Gigabyte-Speicheroption aus dem Mac Studio. Damit steht Profi-Anwendern im kompakten Desktop maximal noch 96 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung. Bereits vor zwei Monaten war das günstigste Einstiegsmodell mit 512 Gigabyte Speicherplatz aus dem Programm gefallen.

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Hintergrund ist ein regelrechter „lokaler KI-Wahn“, wie Branchenkenner berichten. Die Kombination aus rasant steigender Nachfrage nach KI-Chips und anhaltenden Lieferkettenproblemen zwingt Apple zu einer Neujustierung. Statt breiter Modellpaletten konzentriert sich der Konzern auf die gefragtesten Konfigurationen.

Paradox: Während Apple beim Mac Studio spart, legt der Konzern beim kommenden MacBook Neo massiv zu. Die Produktionsaufträge wurden auf rund zehn Millionen Einheiten verdoppelt. Grund ist die unerwartet hohe Nachfrage, die einen zusätzlichen Produktionslauf des A18-Pro-Chips bei Apples Partner TSMC erforderlich macht.

ASUS bringt KI-Flaggschiff für 3.400 Euro

Während Apple die Speicheroptionen zusammenstreicht, bringt ASUS ein neues Premium-Gerät auf den Markt. Der ExpertBook Ultra (B9406CAA) ist ab sofort verfügbar – zum stolzen Preis von rund 3.400 Euro. Das Gerät setzt voll auf KI: Ein Intel Core Ultra Series 3 Prozessor und eine Neural Processing Unit (NPU) mit 50 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) sollen lokale KI-Anwendungen ermöglichen.

Die technischen Daten können sich sehen lassen: Ein 14-Zoll-3K-OLED-Display mit 1400 Nits Helligkeit bei nur 1,1 Kilogramm Gewicht. Dazu kommt Post-Quanten-Kryptografie für höchste Sicherheitsansprüche. Weitere Konfigurationen sollen im dritten Quartal 2026 folgen.

Auch andere Hersteller sind aktiv. Huawei brachte das MatePad Pro Max auf den Markt – ein Tablet für höchste Produktivitätsansprüche, nur 4,7 Millimeter dünn und unter 500 Gramm leicht. Und reMarkable launchte am 6. Mai das Paper Pure, ein monochromes E-Ink-Tablet für 380 Euro inklusive Stift. Der Fokus liegt auf Ablenkungsfreiheit und verbesserter Reaktionszeit.

Speicher und Datenraten erreichen neue Dimensionen

Die Infrastruktur für professionelles Computing macht ebenfalls einen Sprung nach vorne. Micron Technology liefert ab sofort die 6600 ION SSD aus – mit 245 Terabyte die derzeit größte Kapazität für kommerzielle Rechenzentren. Zielgruppe sind KI-, Cloud- und Unternehmensanwendungen, die enorme Datenmengen für das Training großer Modelle benötigen.

Parallel dazu treibt die PCI-SIG die nächste Schnittstellengeneration voran. Am 6. Mai veröffentlichte das Gremium den Entwurf 0.5 für PCIe 8.0. Ziel ist eine bidirektionale Bandbreite von einem Terabyte pro Sekunde für x16-Konfigurationen. Die endgültige Verabschiedung wird allerdings erst 2028 erwartet. Zum Vergleich: PCIe-6.0-SSDs kommen erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 in die Massenproduktion.

AMD warnt vor steigenden Kosten

Trotz aller Innovationen trübt sich der Ausblick für die PC-Branche ein. AMD meldete für das erste Quartal 2026 zwar einen Umsatz von 9,8 Milliarden Euro – ein Plus von 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch der Chip-Hersteller warnte bereits für die zweite Jahreshälfte: Steigende Speicherkosten werden die PC-Auslieferungen belasten.

Besonders betroffen ist das Gaming-Segment, wo AMD einen Rückgang von 20 Prozent in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Die Marktforscher von Gartner prognostizieren für 2026 sogar einen Rückgang der gesamten PC-Auslieferungen um zehn Prozent.

Haupttreiber sind die explodierenden Kosten für DRAM und NAND-Flash-Speicher. Hinzu kommt der teure High-Bandwidth Memory (HBM), der für KI-Beschleuniger unverzichtbar ist. AMDs eigener Instinct MI350P PCIe-Beschleuniger zeigt die Dimensionen: 144 Gigabyte HBM3E und eine um 40 Prozent höhere theoretische Rechenleistung als die Konkurrenz.

Zweigeteilter Markt für Profis

Für die zweite Jahreshälfte 2026 zeichnet sich eine Spaltung des PC-Marktes ab. Während die Verbrauchernachfrage aufgrund steigender Komponentenpreise sinken dürfte, boomen die Unternehmens- und KI-Segmente. Organisationen investieren massiv in Hardware, die lokale KI-Modelle ausführen kann.

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Die Kürzungen bei Apples Mac Studio und der hohe Einstiegspreis des ASUS ExpertBook Ultra zeigen: Profi-Anwender müssen sich auf höhere Preise und sich ständig ändernde Spezifikationen einstellen. Gleichzeitig deuten Berichte über Gespräche zwischen SoftBank, Nvidia und Foxconn zum Bau eigener KI-Server in Japan auf eine Regionalisierung der Produktion hin.

Klar ist: Der Kampf um die knappen Halbleiter und die rasante Entwicklung von Speicher- und Verbindungsstandards werden den Markt noch länger prägen. Wer professionelle Hardware braucht, sollte die Entwicklungen genau im Auge behalten – und mit steigenden Preisen rechnen.