MacBook Air M5: Apples neues Flaggschiff für die Mitte

Der neue MacBook Air mit M5-Chip startet mit höheren Preisen und einer deutlich aufgewerteten Basisausstattung. Apple positioniert das Gerät neu als Premium-Allrounder in einem dreigeteilten Portfolio.

Apples neuer MacBook Air mit M5-Chip ist da – und startet mit höherem Preis in eine neue Liga. Der beliebte Laptop hat sich vom Einsteigergerät zum Premium-Allrounder gewandelt.

Leistungssprung mit KI-Fokus

Der M5-Chip ist das Herzstück der Neuauflage. Er verfügt über eine 10-Kern-CPU, eine bis zu 10-Kern-Grafikeinheit und einen speziellen 16-Kern-Neural-Engine. Apple gibt an, die KI-Leistung sei im Vergleich zur M4-Generation bis zu viermal höher. Das soll komplexe Aufgaben direkt auf dem Gerät ermöglichen, ohne Cloud-Anbindung.

Gleichzeitig reagiert Apple auf lange geäußerte Kritik: Die Basisausstattung wurde deutlich aufgewertet. Standard sind nun 16 GB Arbeitsspeicher und eine 512 GB SSD. Die vorherige Einstiegsvariante mit 256 GB entfällt. Die neuen Speicherchips sollen zudem doppelt so schnelle Lese- und Schreibgeschwindigkeiten bieten. Für Konnektivität sorgt der hauseigene N1-Chip mit Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.

Bewährtes Design, professionelle Power

Äußerlich bleibt der MacBook Air seinem ikonischen, flachen Design aus Aluminium treu. Erhältlich ist er in den Bildschirmgrößen 13,6 und 15,3 Zoll sowie in den Farben Sky Blue, Midnight, Starlight und Silver.

Erste Benchmarks zeigen die Kraft des neuen Systems. Multi-Core-Werte im Geekbench 6-Test erreichen 16.000 bis 17.000 Punkte – eine Leistung, die mit Desktop-PCs vor wenigen Jahren mithalten kann. Alltagstasks wie das parallele Bearbeiten von Fotos, Videokonferenzen und das Arbeiten mit Dutzenden Browser-Tabs sollen mühelos von der Hand gehen.

Die Grenzen zeigt nach wie vor das passive Kühlsystem ohne Lüfter. Bei langandauernden Extremlasten wie aufwendigem 3D-Rendering muss die Leistung gedrosselt werden, um die Temperatur zu kontrollieren. Für solche Dauerlast empfehlen Experten weiterhin die aktiv gekühlten MacBook Pro-Modelle.

Neue Preisstrategie verändert die Wahl

Die größte Diskussion löst die neue Marktpositionierung aus. Der 13-Zoll-MacBook Air M5 startet bei 1.099 Euro, der 15-Zoll-Model bei 1.299 Euro. Das sind 100 Euro mehr als beim Vorgänger.

Diese Verschiebung ist direkt mit der Einführung des MacBook Neo verbunden. Dieses neue Einsteigermodell mit A18 Pro-Chip kostet nur 599 Euro. Apple segmentiert sein Portfolio damit klar in Budget (Neo), Mainstream (Air) und Profi (Pro). Für Käufer wird die Entscheidung komplexer: Soll man 500 Euro sparen, in die deutlich leistungsstärkere Air-Klasse investieren oder gleich zum Pro-Modell greifen?

Überarbeit für die Zukunft – aber für wen?

Technikexperten sind sich einig: Der MacBook Air M5 ist ein herausragendes Gerät, das für seine klassische Zielgruppe fast überdimensioniert wirkt. Alltagsaufgaben nutzen die volle Power kaum aus. Besitzer von M3- oder M4-Modellen haben daher kaum einen zwingenden Grund zum Upgrade.

Marktbeobachter deuten den Schritt als strategische Neuausrichtung. Apple will mit der klaren Dreiteilung verschiedene Preis- und Leistungssegmente bedienen und dabei die Margen in der mittleren Klasse hochhalten. Die Aufwertung der Basisausstattung spiegelt zudem die wachsenden Anforderungen moderner Software wider, besonders im Hinblick auf die tief in macOS Tahoe integrierten Apple-Intelligence-Features.

Die robuste Grundausstattung macht den neuen Air zu einem gut zukunftssicheren Gerät, das voraussichtlich fünf bis sieben Jahre lang gute Dienste leisten wird. Ob die neue Preisstrategie aufgeht, hängt maßgeblich vom Erfolg des günstigen MacBook Neo ab. Gelingt der Einstieg, kann der Air dauerhaft seine neue Rolle als Premium-Allrounder für anspruchsvolle Alltagsnutzer und kreative Leichtarbeiten festigen.