MacBook Air M5: Lieferengpässe bis September – Apple verliert Billionen

Apples Aktie verliert 7,4 Prozent wegen explodierender Speicherpreise. Die Lieferengpässe belasten das MacBook-Geschäft und die Wachstumsprognose des Konzerns.

Apple erlebt den schwersten Kursrutsch seit 16 Monaten. Grund ist eine beispiellose Speicherknappheit, die selbst den Börsenliebling aus Cupertino in Bedrängnis bringt – und deutsche Verbraucher bald direkt zu spüren bekommen könnten.

Am 1. August verlor die Apple-Aktie 7,4 Prozent – der stärkste Tageseinbruch seit eineinhalb Jahren. Auslöser ist eine dramatische Zuspitzung der weltweiten Speicherchip-Krise. Besonders betroffen: das beliebte MacBook Air M5. Wer heute bestellt, muss mit Lieferzeiten bis Ende August oder sogar Anfang September rechnen.

„Ein Jahrhunderthochwasser“ – Apples Chef schlägt Alarm

Apple-CEO Tim Cook verglich die Explosion der Speicherkosten in einer Telefonkonferenz mit einem „100-Jahre-Hochwasser“. Die Lieferengpässe seien „sehr bedeutend“, so Cook. Die Prognose für das vierte Quartal fiel entsprechend verhalten aus: Statt der von Analysten erwarteten zwölf Prozent Wachstum rechnet Apple nun nur noch mit neun bis elf Prozent.

Was zunächst nur die Nischenprodukte Mac mini und Mac Studio betraf, hat nun die Massenware erreicht. Die Lager der Händler sind vielerorts leergefegt. Verkäufer lenken Interessenten zunehmend auf das teurere 14-Zoll-MacBook Pro um. Die Preisliste spricht Bände: Das MacBook Air kostete Anfang des Jahres noch 999 Dollar, im März dann 1.099 Dollar und seit Juni satte 1.299 Dollar – immerhin verdoppelte Apple dafür den Basisspeicher auf 512 Gigabyte.

Milliarden verbrannt – Nvidia überholt Apple

Anzeige

Wer sich in diesen Zeiten für einen neuen Apple-Computer entscheidet, sollte das volle Potenzial des Geräts von Beginn an ausschöpfen. Dieses kostenlose Starterpaket verrät die cleveren Tricks, mit denen Sie Ihren Mac vom ersten Tag an optimal nutzen. Zum kostenlosen Mac-Starterpaket

Der Kurssturz vernichtete zwischen 360 und 500 Milliarden Dollar an Marktwert. Damit verlor Apple den Thron als wertvollstes Unternehmen der Welt an den Chip-Spezialisten Nvidia. Dabei lief das Geschäft zuletzt gar nicht schlecht: Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 16 Prozent auf 109,4 Milliarden Dollar, der Gewinn pro Aktie erreichte 2,02 Dollar – auch dank einer Zollrückerstattung von elf Cent.

Doch der Teufel steckt im Detail: Während iPhone-Verkäufe um 22 Prozent auf 54,3 Milliarden Dollar zulegten und Macs um 29 Prozent wuchsen, enttäuschten andere Bereiche. Die Services-Sparte erzielte mit 30,74 Milliarden Dollar zwar Rekordumsatz, verfehlte aber die Analystenerwartungen. Auch in China lief es mit 18,8 Milliarden Dollar schwächer als gedacht.

„RAMaggedon“: Die Speicherkrise erreicht die Verbraucher

Branchenkenner haben für die aktuelle Lage bereits einen Begriff geprägt: „RAMaggedon“. Haupttreiber ist der gigantische Bedarf an High-Bandwidth-Speicher (HBM) für KI-Rechenzentren. Die Chiphersteller bevorzugen lukrative Unternehmensaufträge und vernachlässigen den Massenmarkt. Die Folgen sind drastisch: Laut Marktforschern von TrendForce haben sich die Preise für PC- und Smartphone-Speicher gegenüber dem Vorjahr um das Fünf- bis Sechsfache erhöht.

Anzeige

Um trotz steigender Hardware-Preise effizienter zu arbeiten, hilft oft schon die richtige Bedienung des Betriebssystems. Ein erfahrener Experte hat die 19 nützlichsten Tastenkombinationen zusammengestellt, mit denen Sie am Mac sofort flüssiger und entspannter agieren. 19 Mac-Shortcuts kostenlos herunterladen

Ein Beispiel aus Hongkong zeigt die Dimension: 16 Gigabyte Arbeitsspeicher kosteten dort zuletzt umgerechnet rund 180 Euro – vorher waren es gerade einmal 40 bis 50 Euro. Samsung rechnet damit, dass sich die Lage bis 2027 weiter zuspitzen und erst 2028 entspannen könnte. In China profitiert der Speicherhersteller CXMT von der Krise – er ist seit dem 27. Juli das wertvollste Unternehmen des Landes.

Strategischer Umbau in stürmischen Zeiten

Apple reagiert mit ungewöhnlichen Schritten: Für den chinesischen Markt prüft der Konzern offenbar den Einsatz lokaler Speicherlieferanten. Zudem sicherte sich Apple kürzlich in einem 30-Milliarden-Dollar-Deal kritische Komponenten von Broadcom.

Die operative Bewährungsprobe kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Am 1. September übergibt Tim Cook den CEO-Posten an John Ternus und wechselt auf den Vorsitzendenposten. Der neue starke Mann erbt ein Unternehmen, dessen Lagerbestände um 94 Prozent auf 11,09 Milliarden Dollar angewachsen sind – ein klares Zeichen für die anhaltenden Beschaffungsprobleme. Ob Ternus das Ruder herumreißen kann, wird sich schon in den kommenden Monaten zeigen.