MacBook-Modelle: Apple streicht M2, M4 in Vietnam ab Juli

Apple konzentriert sein MacBook-Angebot in Vietnam auf die neuesten Generationen und reagiert damit auf Chip-Knappheit und steigende Preise.

Apple hat in Vietnam mehrere MacBook-Generationen aus dem Sortiment genommen. Der Schritt ist Teil einer Neuausrichtung, die auch deutsche Kunden betreffen könnte.

Der US-Konzern stellte zum 6. Juli 2026 den Verkauf von MacBook Air M2, MacBook Air M4 und MacBook Pro M4 in Vietnam ein. Die Produktpalette wird dort künftig auf die neueren Generationen konzentriert: MacBook Neo, MacBook Air M5 und MacBook Pro M5. Die Umstellung fällt mit massiven Preiserhöhungen und anhaltenden Lieferkettenproblemen zusammen, die den gesamten südostasiatischen Elektronikmarkt belasten.

Chip-Krise treibt Preise in die Höhe

Bereits Ende Juni 2026 hatte Apple die Preise für MacBooks, Mac minis und iPads in Vietnam um 15 bis 30 Prozent angehoben. Am 25. Juni erfolgte eine durchschnittliche Erhöhung um 20 Prozent über 14 verschiedene Produktlinien hinweg.

Hauptgrund ist die anhaltende globale Knappheit bei Speicherchips. Branchenexperten und Berichte von Micron zufolge wird das Angebot an Speicherbausteinen mindestens bis 2027 knapp bleiben – befeuert durch die enorme Nachfrage von KI-Rechenzentren. Die Auswirkungen sind drastisch: DDR5-RAM verteuerte sich in Vietnam um das Vier- bis Fünffache. Auch andere Laptop-Hersteller zogen nach – mit Preisanstiegen zwischen 10 und 30 Prozent.

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Kunden werden vorsichtig

Die steigenden Preise bremsen den Absatz spürbar. Zwar versuchen vietnamesische Händler mit Rabattaktionen gegenzusteuern, doch die Wirkung bleibt begrenzt. Marktforscher von TrendForce warnen: Apples Preispolitik könnte preissensible Käufer zu Windows-Geräten treiben.

Die Prognosen sind düster: TrendForce erwartet für 2026 einen Rückgang der weltweiten Laptop-Auslieferungen um 13,6 Prozent. Für Apple selbst sagen die Analysten rund 23,1 Millionen ausgelieferte Notebooks voraus – ein deutlicher Rückgang.

Institutionelle Nachfrage bleibt stabil

Trotz der Preisvolatilität suchen Großkunden weiterhin High-End-Hardware. Die vietnamesische Vietcombank schrieb am 5. Juli 2026 einen Auftrag über 74 MacBooks mit M5-Chip, 16 GB RAM und 512 GB SSD aus. Angebote müssen bis zum 7. Juli eingereicht werden, die Lieferung soll innerhalb von vier Monaten erfolgen, die Garantie beträgt 36 Monate.

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Blick in die Zukunft: Touchscreen-Macs und neue iPads

Apple bereitet offenbar eine umfassende Design-Überarbeitung des 14-Zoll-Einstiegs-MacBook Pro vor, die für die erste Jahreshälfte 2027 erwartet wird. Parallel testet der Konzern vier neue iPad-Pro-Modelle. Branchenkenner rechnen zudem mit den ersten Touchscreen-MacBooks, die möglicherweise mit den M6- oder M7-Prozessoren auf den Markt kommen.

Auch in Nachbarländern zeigt sich das gleiche Bild: Anfang Juli 2026 erhöhte Apple die Mac-Preise in Indonesien – um umgerechnet rund 160 Euro für das MacBook Neo bis zu über 2.000 Euro für High-End-Mac-Studio-Konfigurationen. Die regionalen Anpassungen deuten auf eine branchenweite Preiskonsolidierung hin, die sich bis 2028 fortsetzen dürfte.