Statt der ursprünglich geplanten zehn Millionen Geräte sollen nun nur noch sechs bis sieben Millionen Einheiten ausgeliefert werden – ein Rückgang um satte 40 Prozent. Grund dafür sind eine tiefgreifende Krise auf dem DRAM-Markt und Kapazitätsengpässe beim wichtigsten Chip-Lieferanten TSMC.
TSMC priorisiert KI-Chips statt Apple-Prozessoren
Der Produktionsrückgang ist maßgeblich auf die begrenzten Fertigungskapazitäten bei TSMC zurückzuführen. Der taiwanesische Halbleiterhersteller konzentriert sich derzeit auf die Produktion von Hochleistungs-KI-Chips für Rechenzentren – und vernachlässigt dabei die A18-Pro-Prozessoren, die in Apples Hardware zum Einsatz kommen. Branchenberichten zufolge hat NVIDIA Apple als größten Kunden von TSMC abgelöst, da die Nachfrage nach KI-Infrastruktur die verfügbaren Kapazitäten nahezu vollständig aufsaugt.
Die 3-Nanometer-Fertigung von TSMC läuft derzeit mit einer Kapazität von rund 175.000 Wafern pro Monat. Doch der Boom bei KI-spezifischen Chips hat zu einem Engpass bei den A18-Pro-Prozessoren geführt. Um die Knappheit abzufedern, greift Apple zu einem ungewöhnlichen Mittel: Das Unternehmen setzt offenbar teilweise defekte A18-Pro-Chips mit nur fünf GPU-Kernen im MacBook Neo ein, um die verfügbare Ausbeute maximal zu nutzen.
Steigende Komponentenpreise setzen Apple unter Druck
Die gesamte Hardware-Branche leidet unter einer Verknappung von DRAM- und NAND-Speicherchips. Die Zulieferer schließen zunehmend langfristige Verträge mit höheren Preisen und längeren Lieferzeiten ab. Apple-CEO Tim Cook bezeichnete den Anstieg der Speicherkosten kürzlich als „nicht nachhaltig“. Das Unternehmen gibt jährlich zweistellige Milliardenbeträge für Speicherkomponenten aus – entsprechend sensibel reagiert es auf Preissteigerungen.
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In einigen Märkten hat Apple die Preise für das MacBook Neo bereits angehoben. In bestimmten Regionen stiegen die Kosten um umgerechnet rund 90 Euro. Anderswo verteuerte sich das Gerät von umgerechnet rund 590 auf 700 Euro. Offenbar versucht Apple, seine Gewinnmargen gegen die steigenden Komponentenkosten zu verteidigen.
Trotz der Preiserhöhungen und der reduzierten Stückzahlen bleibt die Nachfrage nach dem MacBook Neo hoch. Beobachter rechnen mit erheblichen Lieferengpässen für Endkunden.
Auch iPhones in Japan betroffen
Am heutigen Samstag hat Apple zudem die Preise für seine iPhone-Reihe in Japan angehoben. Die Modelle der iPhone-17-Serie, das iPhone Air und das iPhone 16 verteuerten sich um acht bis elf Prozent. Anders als beim MacBook Neo ist hier jedoch nicht die Komponentenkrise der Auslöser, sondern der japanische Yen, der auf ein 40-Jahres-Tief gefallen ist. Bereits im Juni hatte Apple die Preise für Mac- und iPad-Modelle erhöht – damals noch direkt begründet mit den gestiegenen Komponentenkosten.
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Die DRAM-Krise dürfte sich nach Einschätzung von Branchenkennern fortsetzen. Speicherhersteller setzen zunehmend auf restriktive Langzeitverträge, was darauf hindeutet, dass der Druck auf die Lieferkette für digitale Produktivitäts-Hardware bis mindestens zur zweiten Jahreshälfte anhalten wird.

